Wie Wird Man Diplomat In Deutschland

Du träumst davon, Cocktails mit Staatsoberhäuptern zu schlürfen und die Welt zu retten, ein Abkommen nach dem anderen? Dann ist vielleicht der Beruf des Diplomaten genau das Richtige für dich! Aber Achtung, der Weg dorthin ist kein Spaziergang auf der Berliner Prachtstraße Unter den Linden, sondern eher eine holprige Fahrt mit einem alten Trabant über Kopfsteinpflaster.
Schritt 1: Das Studium - Der Pauker-Marathon
Vergiss das Bild vom weltgewandten Bonvivant mit Zylinder und Monokel. Um Diplomat in Deutschland zu werden, brauchst du erstmal Köpfchen. Und zwar richtig! Ein abgeschlossenes Hochschulstudium ist Pflicht. Was du studierst? Na, am besten etwas mit internationalem Bezug: Politikwissenschaften, Jura, Wirtschaft, Geschichte – irgendwas, das nach "globale Zusammenhänge" klingt. Wichtig ist, dass du nicht nur auswendig lernst, sondern auch kritisch denkst und dich für die Welt interessierst. Stell dir vor, du bist bei einer Dinnerparty mit dem französischen Präsidenten und musst Smalltalk halten. Da reichen deine Lateinkenntnisse aus der 9. Klasse leider nicht aus.
Aber keine Panik, wenn du "nur" Germanistik studiert hast und eine Leidenschaft für Goethe und Schiller hegst. Solange du dich im Laufe deines Studiums mit internationalen Themen auseinandersetzt und vielleicht sogar ein Auslandssemester einlegst, ist noch alles drin.
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Schritt 2: Der berüchtigte Auswärtige Amt Einstellungstest – Das Bewerbungs-Inferno
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, oder besser gesagt, die angehenden Diplomaten von den Bürohengsten. Der Einstellungstest des Auswärtigen Amtes ist legendär. Er ist so anspruchsvoll, dass mancher schon beim Gedanken daran Schweißausbrüche bekommt. Logikaufgaben, Allgemeinwissen, Sprachkenntnisse, psychologische Tests – alles wird auf Herz und Nieren geprüft. Und das über mehrere Tage!
Man munkelt, dass die Prüfer nicht nur auf Wissen und Fähigkeiten achten, sondern auch darauf, ob du unter Druck cool bleibst und ob du das Zeug zum Teamplayer hast. Stell dir vor, du bist in einer Krisensituation in einem fernen Land und musst mit völlig fremden Menschen zusammenarbeiten. Da ist es von Vorteil, wenn du nicht gleich in Tränen ausbrichst, sondern einen klaren Kopf bewahrst.

Tipp: Fang frühzeitig mit der Vorbereitung an! Lies Zeitungen, schau Nachrichten, diskutiere mit Freunden über aktuelle Themen und übe, übe, übe! Und vergiss nicht, dich auch mental vorzubereiten. Stell dir vor, du bist James Bond, aber ohne die coolen Gadgets und dafür mit noch mehr Papierkram.
Schritt 3: Das Referendariat – Die Diplomaten-Schule
Wenn du den Einstellungstest überstanden hast, darfst du dich glücklich schätzen. Aber die Arbeit fängt jetzt erst richtig an! Das Referendariat, die Ausbildung zum Diplomaten, dauert zwei Jahre und ist eine Mischung aus Theorie und Praxis. Du lernst alles über internationale Beziehungen, Völkerrecht, Protokoll und Etikette. Außerdem absolvierst du verschiedene Stationen im Auswärtigen Amt in Berlin und an deutschen Botschaften und Konsulaten im Ausland.

Hier kannst du endlich zeigen, was in dir steckt. Beweise dich als Sprachgenie beim Dolmetschen, überzeuge mit deinem Verhandlungsgeschick bei schwierigen Gesprächen und zeige, dass du auch in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahrst. Und vergiss nicht, auch mal über dich selbst zu lachen. Denn auch Diplomaten sind nur Menschen – und manchmal passieren eben auch peinliche Pannen.
Apropos Pannen: Geschichten von Diplomaten, die bei Staatsbanketten die falsche Gabel benutzen oder im Eifer des Gefechts den falschen Staatschef begrüßen, gibt es zuhauf. Aber keine Sorge, solange du lernbereit und humorvoll bist, verzeiht man dir solche Ausrutscher gern.

Schritt 4: Der Dienst – Die Welt ist dein Büro
Nach dem bestandenen Referendariat bist du endlich ein echter Diplomat! Jetzt kann es losgehen: Du wirst an einer deutschen Botschaft oder einem Konsulat im Ausland eingesetzt. Dein Aufgabenbereich kann vielfältig sein: politische Berichterstattung, Wirtschaftsförderung, kultureller Austausch, Betreuung deutscher Staatsbürger im Ausland – langweilig wird es garantiert nicht!
Du wirst die Welt bereisen, interessante Menschen kennenlernen und an wichtigen Entscheidungen mitwirken. Aber vergiss nicht: Das Leben als Diplomat ist auch mit Entbehrungen verbunden. Du bist oft weit weg von deiner Familie und deinen Freunden, lebst in fremden Kulturen und musst dich immer wieder an neue Gegebenheiten anpassen. Aber wenn du die Welt verändern willst und bereit bist, dafür Opfer zu bringen, dann ist der Beruf des Diplomaten genau das Richtige für dich.

Und wer weiß, vielleicht schlürfst du ja eines Tages tatsächlich Cocktails mit Staatsoberhäuptern und rettest die Welt, ein Abkommen nach dem anderen.
Also, worauf wartest du noch? Bewirb dich beim Auswärtigen Amt! Die Welt braucht dich!
