Wie Lange Lebt Man Mit Als

Okay, mal ehrlich: Wie lange lebt man wirklich mit ALS? Das ist so eine Frage, die man sich nachts im Bett stellt, während man versucht, nicht an das nächste Meeting zu denken. Aber wir reden hier nicht über die medizinische Statistik, sondern über die ganz persönliche Erfahrung. Die Zeit, in der man sich fragt: "Ist das jetzt mein ALS-Moment?"
Stell dir vor, du hast einen neuen Mitbewohner. Ein kleines, unscheinbares ALS. Am Anfang denkst du: "Ach, das wird schon." Du ignorierst es, wie einen Stapel Wäsche, der schon seit einer Woche auf dem Stuhl liegt. Du sagst dir: "Das geht schon wieder weg." Aber ALS ist hartnäckiger als deine vergessliche Tante, die immer wieder fragt, ob du denn schon einen Freund/eine Freundin hast.
Am Anfang ist es wie ein leises Knistern im Hintergrund. Ein kleiner Muskelzucken hier, ein Stolpern über die eigenen Füße da. Du schiebst es auf Stress, Schlafmangel, den komischen Salat in der Kantine. "Bin halt ein bisschen ungeschickt heute," denkst du. So wie wenn man versucht, mit Stäbchen Nudeln zu essen und die Hälfte landet auf dem Schoß. Peinlich, aber geht vorbei.
Must Read
Aber ALS ist wie ein schlechter Witz, der immer wieder erzählt wird. Irgendwann wird es lauter, deutlicher, unübersehbar. Das Knistern wird zum Knistern und Knarren, das Stolpern zum Straucheln. Du beginnst, Dinge zu vermeiden. Lange Spaziergänge? Lieber nicht. Den schweren Einkaufskorb tragen? Lass mal lieber den Nachbarn ran. Du entwickelst Strategien, wie ein Geheimagent, der eine Mission erfüllen muss. Die Mission: Nicht auffallen.
Die Zeit, die man wirklich mit ALS lebt, ist die Zeit, in der man lernt, sich neu zu erfinden. In der man akzeptiert, dass man nicht mehr der Superheld ist, der man mal war. In der man lernt, Hilfe anzunehmen, ohne sich dafür zu schämen. So wie wenn man beim Umzug die Freunde fragt, ob sie helfen können, den schweren Schrank die Treppe hochzutragen. Man fühlt sich vielleicht kurz doof, aber am Ende ist man dankbar.

Es ist die Zeit, in der man die kleinen Dinge im Leben wertschätzt. Den Sonnenschein auf der Haut, das Lachen der Kinder, den Geruch von frisch gebackenem Kuchen. Weil man weiß, dass diese Momente kostbar sind. So wie wenn man ein seltenes Sammlerstück findet und es voller Stolz in die Vitrine stellt.
Es ist die Zeit, in der man lernt, mit der Ungewissheit zu leben. Mit dem Gefühl, dass sich jeden Tag etwas verändern kann. So wie wenn man eine Wundertüte öffnet: Man weiß nie, was drin ist. Manchmal ist es toll, manchmal nicht so toll. Aber man macht das Beste draus.

Akzeptanz: Der Schlüssel zum (Über-)Leben mit ALS
Akzeptanz ist das Zauberwort. Das klingt jetzt vielleicht esoterisch, aber es ist verdammt wichtig. Akzeptanz bedeutet nicht, dass man aufgibt. Im Gegenteil. Es bedeutet, dass man sich den Tatsachen stellt und versucht, das Beste daraus zu machen. So wie wenn man ein Zitronen bekommt: Man kann sich darüber beschweren, dass sie sauer ist, oder man macht Limonade draus.
Die Zeit, die man mit ALS lebt, ist individuell. Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie lange es dauert. Es hängt von vielen Faktoren ab: Von der Art der Erkrankung, von der Behandlung, von der eigenen Einstellung. Aber eines ist sicher: Es ist eine Zeit der Herausforderungen, aber auch eine Zeit der Chancen. Eine Chance, sich selbst besser kennenzulernen, die eigenen Stärken zu entdecken und das Leben bewusster zu leben.
Also, wie lange lebt man mit ALS? So lange, wie man eben lebt. Und in dieser Zeit sollte man jeden einzelnen Tag so gut wie möglich nutzen. Lachen, lieben, leben. Und sich nicht von ALS unterkriegen lassen. Denn das Leben ist zu kurz, um sich von einer Krankheit diktieren zu lassen. Auch wenn diese Krankheit ALS heißt. Prost!
