Schön Dass Du Wieder Zu Hause Bist

Ach, "Schön, dass du wieder zu Hause bist." Dieser Satz. Diese Worte. Sie klingen so… nett. So warm. So nach frisch gebackenem Apfelkuchen und einem Kaminfeuer. Aber mal ehrlich? Ich bin mir nicht so sicher, ob ich sie mag.
Klar, logisch, es ist lieb gemeint. Mama sagt es, wenn ich nach einem Wochenende bei Freunden wieder auftauche. Der Partner murmelt es, wenn ich nach einem langen Arbeitstag die Tür aufschließe. Oma zwitschert es am Telefon, wenn ich ihr erzähle, dass ich von meiner Europareise zurück bin.
Aber da ist etwas. Irgendetwas daran fühlt sich… komisch an.
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Die Sache mit dem “Zuhause”
Vielleicht liegt es an dem Wort "Zuhause". Was ist das überhaupt? Ein Ort? Ein Gefühl? Ein Ort, an dem man seine Jogginghose und ein total zerrissenes T-Shirt tragen darf, ohne komisch angeguckt zu werden? Das Sofa mit den unzähligen Krümeln zwischen den Kissen?
Ich meine, ich habe ein Zuhause. Definitiv. Mit Rechnungen, die bezahlt werden müssen, und einem Kühlschrank, der dringend geputzt werden sollte. Aber manchmal, nur ganz kurz, fühlt sich mein Zuhause eher wie ein… Gefängnis mit WLAN an.
Ist das zu hart? Wahrscheinlich. Aber denkt mal drüber nach. Draußen, in der weiten Welt, gibt es Abenteuer. Neue Restaurants, die erkundet werden wollen. Konzerte mit ohrenbetäubender Musik. Menschen, die man noch nicht kennt und von denen man interessante Geschichten hören kann.

Und dann kommt man zurück. "Schön, dass du wieder zu Hause bist."
Die Erwartungen
Ich glaube, ein Teil des Problems ist, dass dieser Satz Erwartungen weckt. Er suggeriert, dass ich jetzt total entspannt und glücklich sein sollte, wieder in meinen eigenen vier Wänden zu sein. Dass ich mich sehnlichst nach meinem bequemen Sessel und meiner Sammlung von Staubmagneten gesehnt habe.
Und vielleicht stimmt das ja sogar ein bisschen. Aber vielleicht bin ich auch noch voller Adrenalin vom Fallschirmsprung (den ich natürlich nicht gemacht habe, aber stellt euch mal vor!), oder voller Eindrücke von dem Museumsbesuch, oder einfach nur müde und will meine Ruhe.

Muss ich dann so überschwänglich sein? Muss ich sagen: "Oh ja, Mama, es ist SO schön, wieder hier zu sein! Ich habe die Spinnweben in der Ecke SO vermisst!"
Nein, muss ich nicht.
Alternativen sind gefragt!
Ich plädiere für mehr Kreativität! Statt "Schön, dass du wieder zu Hause bist," wie wäre es mit:

"Hey! Erzähl mal! Was hast du erlebt?"
Oder:
"Brauchst du 'nen Kaffee?"
Oder einfach nur:
"Willkommen zurück!"
Das ist neutral. Das ist offen. Das ist… nicht so klebrig.

Versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Familie. Ich liebe meine Freunde. Und ich liebe mein Zuhause (meistens jedenfalls). Aber dieser Satz… Er ist wie ein perfekt inszeniertes Foto auf Instagram. Es sieht gut aus, aber es fühlt sich nicht echt an.
Vielleicht bin ich auch einfach nur ein bisschen verrückt. Vielleicht bin ich die einzige Person auf der Welt, die sich an diesem kleinen, harmlosen Satz stört. Aber wenn es noch jemandem so geht wie mir, dann fühlt euch umarmt. Ihr seid nicht allein.
Und denkt dran: Das nächste Mal, wenn jemand "Schön, dass du wieder zu Hause bist," zu euch sagt, könnt ihr ja einfach nur lächeln und sagen: "Danke." Und dann erzählt ihr von eurem Fallschirmsprung. Auch wenn ihr keinen gemacht habt.
Schließlich ist das Leben doch viel zu kurz, um sich über harmlose Begrüßungen aufzuregen. Oder?
