In Vergessenheit Geriet Oder Gerät

Kennst du das? Du stehst im Supermarkt, und da, ganz hinten im Regal, zwischen eingelegten Gurken und komischen Soßen, entdeckst du etwas. Etwas, das dich an deine Kindheit erinnert, an Omas Küche oder an einen Urlaub, der schon so lange her ist. Etwas, das du fast vergessen hättest. Willkommen im Reich der Dinge, die "in Vergessenheit geraten" sind!
Der Unterschied, der den Unterschied macht: Geriet oder Gerät?
Jetzt kommt der Knackpunkt. Wir Deutschen lieben es ja, Dinge zu verkomplizieren, und die Sprache ist da keine Ausnahme. "In Vergessenheit geriet" oder "in Vergessenheit gerät" – das ist hier die Frage. Ist es die Präsensform oder die Präteritumform? Stell dir vor, du stehst vor einem Buffet: Nimmst du jetzt (Präsens) oder hast du schon genommen (Präteritum)?
Ganz einfach: "Geriet" ist die Vergangenheit. Es ist passiert. Das Ding IST in Vergessenheit geraten. Wie dein Tamagotchi, das du als Kind vernachlässigt hast und das dann jämmerlich eingegangen ist. RIP, Pixel-Haustier!
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"Gerät" hingegen ist die Gegenwart. Es KÖNNTE passieren. Das Ding ist auf dem besten Weg, vergessen zu werden. Wie dein Fitness-Abo, das du seit Januar hast und das du... na ja, du weißt schon. Staub fängt.
Also, merke: Geriet = Vergangenheit, Gerät = Gegenwart (oder potenzielle Zukunft des Vergessens).

Alltagsvergessen: Szenen, die wir alle kennen
Wir alle kennen diese Momente. Momente, in denen die Realität uns ein sanftes (oder manchmal auch schmerzhaftes) "Hallo wach!" gibt. Hier ein paar Beispiele:
- Die Schublade des Grauens: Du öffnest eine Schublade und findest eine Kassette. Eine Kassette! Mit Musik! Du fragst dich, ob du überhaupt noch einen Kassettenrekorder besitzt. Und dann überlegst du, ob du überhaupt noch weißt, wie man eine Kassette abspielt. "Ach du meine Güte," denkst du, "das gerät ja schon fast in Vergessenheit!"
- Das Rezept-Debakel: Du willst Omas legendären Apfelstrudel backen. Du suchst das Rezept. Du findest es endlich, vergilbt und mit krakeliger Schrift. Du liest die Zutaten: Hirschhornsalz? Was zum Teufel ist Hirschhornsalz? Und wo kriegt man das her? "Dieses ganze Rezept ist ja schon fast in Vergessenheit geraten!"
- Die Passwort-Panik: Du versuchst, dich bei einem Online-Dienst anzumelden. Dein Passwort? Fehlanzeige. Du probierst alle möglichen Kombinationen. Nichts. Du klickst auf "Passwort vergessen". Und dann kommt die Frage: "Wie hieß Ihr erstes Haustier?" Ähm... war das jetzt Struppi oder Bello? "Mein Gedächtnis gerät langsam in Vergessenheit, was meine Passwörter angeht!"
Warum Dinge in Vergessenheit geraten (und das ist okay!)
Dinge geraten in Vergessenheit, weil sich die Welt weiterdreht. Es kommen neue Trends, neue Technologien, neue Gewohnheiten. Und das ist völlig normal. Stell dir vor, wir würden uns noch immer an jede einzelne Matheaufgabe aus der Schulzeit erinnern! Albtraum!

Es ist auch okay, Dinge zu vergessen. Es schafft Platz für Neues. So wie das Aufräumen im Keller: Du wirfst alten Kram weg, um Platz für neue, noch wichtigere Kram zu schaffen (der dann in ein paar Jahren auch wieder in Vergessenheit gerät... der Kreislauf des Lebens!).
Aber manchmal, ganz manchmal, ist es schön, sich an etwas zu erinnern, das man fast vergessen hätte. Es ist wie ein kleiner Schatz, den man wiederentdeckt. Ein Gefühl von Nostalgie, das einen warm ums Herz werden lässt. Und wer weiß, vielleicht wird ja gerade dieser Artikel in ein paar Jahren geraten... oder gerät?
Also, nimm dir einen Moment Zeit und denk an etwas, das du fast vergessen hättest. Vielleicht ist es ja etwas, das dich zum Lächeln bringt. Und wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Denn irgendetwas anderes wird schon bald deinen Platz im Gedächtnis einnehmen. Das ist das Schöne am Vergessen.
