Goethe Institut In Der Nähe

Okay, Leute, lasst uns ehrlich sein. Das Goethe-Institut in der Nähe… es ist da. Es existiert. Und es weiss wahrscheinlich mehr über deutsche Grammatik als ich, und definitiv mehr als mein Handy, das ständig "seid" und "seit" durcheinanderbringt. (Unpopuläre Meinung: Autokorrektur hasst Deutsch.)
Ich wohne jetzt schon ein paar Jahre in Deutschland. Sagen wir mal, genug Jahre, um zu wissen, dass "Brötchen" nicht einfach "kleines Brot" ist. Trotzdem, jedes Mal, wenn ich am Goethe-Institut vorbeigehe, fühle ich mich… ertappt? So, als hätte ich eine mündliche Prüfung vergessen, und der Prüfer wäre ein sehr strenger, aber fair ausschauender Mann mit einer Brille, die verdächtig nach Wissen aussieht.
Es ist ja nicht so, dass ich kein Deutsch kann. Ich kann bestellen. Ich kann Smalltalk. Ich kann mich über die Deutsche Bahn beschweren. Das ist doch schon mal was, oder?
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Die Sache mit den Kursen…
Okay, ich gebe zu, ich habe mal einen Deutschkurs am Goethe-Institut besucht. Nur einen. Es war… intensiv. Sagen wir mal so: Nach drei Stunden "Dativ vs. Akkusativ" fühlte ich mich, als hätte mein Gehirn einen Marathon gelaufen, während es einen Kuchen gebacken hat, während es versucht hat, ein Gedicht von Goethe auswendig zu lernen. (Der Kuchen ist angebrannt.)
Die anderen Kursteilnehmer waren super motiviert. So motiviert, dass ich mich fragte, ob sie vielleicht heimlich Roboter sind, die darauf programmiert wurden, die deutsche Sprache zu beherrschen. Ich hingegen war mehr so der Typ: "Hauptsache, ich kann 'Ich möchte einen Kaffee, bitte' sagen, ohne rot zu werden."

Manche Leute schwören ja auf diese Kurse. Sie sagen, sie haben die Sprache in Rekordzeit gelernt. Ich beneide sie. Wirklich. Aber für mich war es ein bisschen wie… Bergsteigen ohne die richtige Ausrüstung. Ziemlich anstrengend, und die Aussicht war zwar schön, aber ich hätte lieber einen Aufzug genommen.
Ich glaube, der grösste Unterschied zwischen mir und den Goethe-Institut-Profis ist die Leidenschaft für Grammatik. Ich bewundere sie dafür. Ehrlich. Aber ich bevorzuge es, die Sprache im echten Leben zu lernen. Durch Fehler. Durch Missverständnisse. Durch die Peinlichkeit, das falsche Wort zu benutzen und dann ganz schnell zu improvisieren.
Das Mysterium der Bibliothek…
Habt ihr euch jemals gefragt, was in der Bibliothek des Goethe-Instituts vor sich geht? Ich stelle mir vor, dass dort alte, staubige Bücher stehen, die darauf warten, von jemandem gelesen zu werden, der tatsächlich "Faust" ohne Google Translate versteht.

Und ich stelle mir vor, dass es dort einen Raum gibt, in dem Leute über die Feinheiten von Kants Philosophie diskutieren, während sie komplizierte Schachspiele spielen und Tee trinken. Vielleicht ist das auch nur meine Fantasie. Aber es klingt ziemlich deutsch, oder?
Ich sollte vielleicht mal reingehen. Aber ich habe ein bisschen Angst. Was, wenn sie mich fragen, was mein Lieblingswerk von Hermann Hesse ist? Ich würde wahrscheinlich stammeln und sagen: "Ähm… das eine mit dem… Vogel?" (Unpopuläre Meinung: Ich habe nie wirklich verstanden, was in "Der Steppenwolf" passiert.)
Goethe Institut: Freund oder Feind?
Eigentlich, denke ich, ist das Goethe-Institut weder Freund noch Feind. Es ist eher wie ein strenger, aber wohlmeinender Onkel. Er will, dass du erfolgreich bist. Er will, dass du dein Potenzial ausschöpfst. Aber er wird dir auch nicht durchgehen lassen, wenn du "ihr" und "ihm" verwechselst.

Und das ist okay. Wir brauchen diese Onkel. Wir brauchen Institutionen, die die deutsche Sprache und Kultur hochhalten. Auch wenn wir uns manchmal ein bisschen eingeschüchtert fühlen, wenn wir an ihnen vorbeigehen.
Vielleicht sollte ich mir doch mal wieder einen Kurs anschauen. Vielleicht. Aber erst, nachdem ich mir einen riesigen Kuchen gebacken habe. Nur für den Fall, dass mein Gehirn wieder einen Marathon läuft.
Und vielleicht sollte ich "Der Steppenwolf" noch mal lesen. Aber ohne Google Translate. Versprochen. (Vielleicht.)

Also, das Goethe-Institut in der Nähe. Da ist es. Immer noch. Und ich bin froh drum. Auch wenn ich es manchmal ein bisschen gruselig finde. Aber auf eine gute Art und Weise, versteht sich.
Schliesslich, wo sonst könnte ich mein Deutsch verbessern, wenn ich mich mal wirklich dazu entschliessen sollte?
Und hey, vielleicht treffe ich dort ja auch den strengen, aber fair ausschauenden Mann mit der Brille. Wer weiss? Vielleicht ist er ja gar nicht so streng, wie er aussieht.
