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Woher Kommt Der Begriff Mobbing


Woher Kommt Der Begriff Mobbing

Es ist eine schmerzhafte Erfahrung, wenn man sich am Arbeitsplatz oder in der Schule isoliert, schikaniert und gedemütigt fühlt. Dieses Gefühl der Ohnmacht und Ausgrenzung ist das, was wir oft als Mobbing bezeichnen. Aber woher stammt eigentlich dieser Begriff und wie hat er sich in unserer Gesellschaft etabliert?

Die Wurzeln des Wortes "Mobbing"

Der Begriff "Mobbing" hat seine Wurzeln im Englischen. Das Verb "to mob" bedeutet so viel wie "anpöbeln", "angreifen" oder "bedrängen". Im Tierreich wird der Begriff verwendet, um ein Verhalten zu beschreiben, bei dem eine Gruppe von Tieren ein einzelnes Tier attackiert und vertreibt. Interessanterweise wurde dieses Verhalten zuerst bei Vögeln beobachtet.

In der Verhaltensforschung wurde das Wort "mobbing" von dem österreichischen Ethologen Konrad Lorenz verwendet, um ähnliche Verhaltensweisen im Tierreich zu beschreiben. Hierbei ging es um das gemeinsame Angreifen eines vermeintlichen Feindes durch eine Gruppe.

Heinz Leymann und die Übertragung auf den Arbeitsplatz

Der deutsche Arbeitspsychologe Heinz Leymann gilt als derjenige, der den Begriff "Mobbing" in den 1980er Jahren populär gemacht und auf den Kontext des Arbeitsplatzes übertragen hat. Leymann definierte Mobbing als systematische, feindselige Kommunikation, die über einen längeren Zeitraum hinweg gegen eine Person gerichtet ist.

Laut Leymann kennzeichnen folgende Aspekte Mobbing:

Woher Kommt Der Begriff Vögel - VogelWunderland
Woher Kommt Der Begriff Vögel - VogelWunderland
  • Häufigkeit: Die negativen Handlungen müssen regelmäßig stattfinden, mindestens einmal pro Woche.
  • Dauer: Der Mobbing-Prozess muss über einen längeren Zeitraum andauern, typischerweise mindestens sechs Monate.
  • Systematik: Es handelt sich nicht um vereinzelte Konflikte, sondern um ein systematisches Vorgehen, das auf die Ausgrenzung und Demütigung des Opfers abzielt.
  • Machtungleichgewicht: Es besteht ein Ungleichgewicht der Kräfte zwischen dem oder den Tätern und dem Opfer.
"Mobbing ist psychische Gewalt am Arbeitsplatz, die zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann." - Heinz Leymann

Die Verbreitung des Begriffs in Deutschland und Europa

Dank Leymanns Forschung und Veröffentlichungen verbreitete sich der Begriff "Mobbing" schnell in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Er trug maßgeblich dazu bei, das Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen und die negativen Auswirkungen von Mobbing auf die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen zu verdeutlichen.

Vor Leymanns Arbeit gab es zwar auch Beschreibungen von ähnlichen Phänomenen, wie z.B. Bossing (Schikanen durch Vorgesetzte) oder Bullying (insbesondere im schulischen Kontext). Doch der Begriff "Mobbing" fasste diese verschiedenen Formen von psychischer Gewalt unter einem gemeinsamen Dach zusammen und ermöglichte eine systematische Auseinandersetzung mit dem Thema.

Woher kommt der Begriff "Halloween"? - B.Z. – Die Stimme Berlins
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Mobbing im digitalen Zeitalter: Cybermobbing

Mit dem Aufkommen des Internets und der sozialen Medien hat sich das Phänomen Mobbing weiterentwickelt. Das Cybermobbing, also Mobbing über digitale Kanäle, ist heute ein weit verbreitetes Problem, insbesondere unter Jugendlichen. Die Anonymität des Internets und die große Reichweite sozialer Netzwerke können die Auswirkungen von Mobbing noch verstärken.

Cybermobbing unterscheidet sich von traditionellem Mobbing in einigen wesentlichen Punkten:

Anti-Mobbing Guide
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  • Anonymität: Täter können sich hinter anonymen Profilen verstecken.
  • Reichweite: Beleidigungen und Gerüchte können sich schnell und weit verbreiten.
  • Zugänglichkeit: Opfer sind rund um die Uhr erreichbar, es gibt keinen sicheren Ort.

Was können wir gegen Mobbing tun?

Mobbing ist ein ernstes Problem, das nicht ignoriert werden darf. Es ist wichtig, dass wir uns alle bewusst machen, wie Mobbing entsteht und welche Auswirkungen es haben kann. Nur so können wir aktiv dazu beitragen, Mobbing zu verhindern und Betroffenen zu helfen. Hier sind einige Ansatzpunkte:

  • Aufklärung: Informieren Sie sich und andere über Mobbing und seine Folgen.
  • Zivilcourage: Greifen Sie ein, wenn Sie Mobbing beobachten.
  • Unterstützung: Bieten Sie Betroffenen Ihre Hilfe an.
  • Prävention: Setzen Sie sich für eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung ein.
  • Gespräche suchen: Thematisieren Sie Mobbing offen am Arbeitsplatz oder in der Schule.

Die Benennung und das Verständnis des Phänomens Mobbing haben dazu beigetragen, dass wir heute sensibler für psychische Gewalt sind und besser in der Lage, Betroffene zu unterstützen. Es ist wichtig, dass wir diese Entwicklung fortsetzen und uns weiterhin für eine Gesellschaft einsetzen, in der Mobbing keinen Platz hat.

Haben Sie selbst Erfahrungen mit Mobbing gemacht oder kennen Sie jemanden, der betroffen ist? Welche Maßnahmen halten Sie für besonders wichtig, um Mobbing zu verhindern?

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