Wird Man Krank Wenn Man Friert

Kennt ihr das? Man sitzt gemütlich zu Hause, vielleicht mit einer Tasse Tee. Plötzlich fängt jemand an zu frösteln. "Oh nein!", ruft diese Person dann dramatisch. "Ich werde krank!".
Dieses Szenario ist so typisch deutsch. Und irgendwie auch total lustig. Jeder kennt es. Jeder hat es schon mal erlebt. Oder selbst gesagt! Warum ist das eigentlich so?
Die Angst vor der Erkältung
Wir Deutschen haben eine ganz besondere Beziehung zur Erkältung. Sie ist quasi unser Nationalfeind. Sobald wir ein leichtes Kratzen im Hals spüren, bricht Panik aus. Man denkt sofort: "Das war's! Jetzt liege ich wieder flach!".
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Und die Kälte spielt dabei eine riesige Rolle. Wir glauben fest daran: Wer friert, wird krank. Ist das wirklich so? Die Wissenschaft sagt: Nicht unbedingt. Aber das ist egal! Der Mythos hält sich hartnäckig.
Es ist fast schon eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Man friert, denkt an eine Erkältung, und schwupps, fühlt man sich elend. Der Kopf fängt an zu brummen. Die Nase läuft. Der Hals schmerzt. Alles nur Einbildung? Vielleicht. Aber trotzdem unangenehm!
Omas Weisheiten und dicke Socken
Unsere Omas haben natürlich auch ihren Senf dazugegeben. "Zieh dich warm an, sonst holst du dir eine Blasenentzündung!". Oder: "Kind, setz eine Mütze auf, sonst erkältest du dich!". Oma wusste es immer besser. Und wer widerspricht schon seiner Oma?

Deswegen greifen wir auch sofort zu dicken Socken, sobald wir kalte Füße haben. Und trinken heißen Tee mit Honig, auch wenn wir uns noch gar nicht krank fühlen. Vorbeugen ist besser als heilen, oder?
Es ist diese Mischung aus Aberglaube, Tradition und vielleicht auch ein bisschen Hysterie, die das Thema "Kälte und Krankheit" so unterhaltsam macht. Wir nehmen es so ernst, dass es schon wieder komisch ist.
Denkt mal an die ganzen Diskussionen über das richtige Outfit im Winter. "Ist diese Jacke warm genug?". "Brauche ich noch einen Schal?". "Soll ich lieber zwei Paar Socken anziehen?". Es ist ein ewiger Kampf gegen die Kälte – und die drohende Erkältung.
Das große Jammern
Und dann kommt das Jammern! Wenn es uns dann doch erwischt hat, wird erst mal ordentlich geklagt. "Ich bin so erkältet!". "Es geht mir so schlecht!". "Ich kann gar nichts mehr machen!".

Dabei übertreiben wir natürlich maßlos. Aber es gehört einfach dazu. Sich mal so richtig ausjammern, das tut gut. Und man bekommt die volle Aufmerksamkeit der anderen. Wer würde einem schon widersprechen, wenn man mit rotgeweinter Nase und heiserer Stimme vor einem steht?
Die Reaktion der Mitmenschen ist auch immer Gold wert. Da gibt es die besorgten Helfer, die einem sofort Taschentücher, Tee und Medikamente anbieten. Und die unbeeindruckten Pragmatiker, die sagen: "Stell dich nicht so an! Das geht vorbei!".
Beide Typen sind wichtig. Die Helfer trösten und umsorgen uns. Die Pragmatiker holen uns zurück auf den Boden der Tatsachen. Und am Ende geht die Erkältung ja meistens wirklich vorbei.

Warum es so lustig ist
Vielleicht ist es gerade diese Übertreibung, diese fast schon theatralische Inszenierung der Erkältung, die das Ganze so unterhaltsam macht. Wir machen aus einer harmlosen Krankheit ein riesiges Drama.
Es ist auch eine Möglichkeit, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wer krank ist, bekommt Mitleid und Zuwendung. Das ist natürlich nicht der Hauptgrund, warum wir jammern. Aber ein kleiner Nebeneffekt ist es schon.
Und es ist einfach ein Teil unserer Kultur. Wir sind nun mal so. Wir lieben es, uns über Kleinigkeiten aufzuregen und uns gegenseitig zu bemitleiden. Das ist vielleicht nicht immer rational, aber es ist menschlich. Und es verbindet uns.
Also, das nächste Mal, wenn ihr jemanden frieren seht und "Ich werde krank!" rufen hört, lächelt einfach. Es ist ein ganz normales, urdeutsches Phänomen. Und irgendwie auch ziemlich liebenswert.

Und denkt daran: Dicke Socken helfen immer. Egal, was die Wissenschaft sagt. Und vielleicht ein bisschen Omas Hühnersuppe. Sicher ist sicher!
Lasst uns die Angst vor der Kälte und die Dramen, die daraus entstehen, mit Humor nehmen. Denn Lachen ist ja bekanntlich die beste Medizin. Und wenn man dann doch krank wird? Na ja, dann jammert man eben ein bisschen. Aber nicht zu viel! Sonst lacht ja keiner mehr mit.
Also, genießt den Winter, zieht euch warm an und lasst euch von der Angst vor der Erkältung nicht unterkriegen. Und wenn ihr doch mal krank werdet, dann wisst ihr ja, was zu tun ist: Jammern, Tee trinken und sich von lieben Menschen verwöhnen lassen. Das ist die beste Medizin gegen jede Erkältung. Und gegen die Langeweile!
