Vor Dem Gesetz Sind Nicht Alle Gleich

Klar, wir kennen alle den Spruch: "Vor dem Gesetz sind alle gleich." Klingt super, oder? Wie eine dieser idealistischen Reden, die man sich am 1. Mai anhört. Aber mal ehrlich, Hand aufs Herz: Hat das schon mal wirklich in der Realität so geklappt?
Der Klassiker: Parkknöllchen und Promis
Denk mal an Parkknöllchen. Du parkst fünf Minuten im Halteverbot, weil du schnell 'ne Packung Milch holen musst. Zack! 25 Euro Strafe. Aber dann liest man in der Zeitung, dass irgendein Promi seinen Lamborghini auf dem Behindertenparkplatz abgestellt hat und…nichts passiert. Oder, wenn, dann höchstens ein leises "Ach, der/die schon wieder!". Das ist doch schon mal ein kleiner Vorgeschmack, oder? Ein bisschen wie wenn der kleine Bruder die Schuld bekommt, obwohl der große angefangen hat.
Gleichheit? Pustekuchen! Da scheinen manche etwas mehr "Gleichheit" zu genießen als andere.
Must Read
Geld regiert die Welt (und das Recht?)
Ich erinnere mich an eine Diskussion mit einem Freund, der Anwalt ist. Er meinte, dass sich jedem Mandanten geholfen wird. Ja, schon klar. Aber wer kann sich einen Top-Anwalt leisten? Und wer muss mit dem Pflichtverteidiger vorliebnehmen? Da liegen Welten zwischen! Stell dir vor, du gehst zum Arzt. Der eine Patient bekommt die High-Tech-Behandlung mit allen Schikanen, der andere 'ne Aspirin und den Ratschlag, sich auszuruhen. Klingt unfair, oder?
Geld spielt eben doch eine Rolle, selbst wenn es nicht sollte. Ist leider so bitter wie 'n doppelter Espresso ohne Zucker.

Vitamin B: Beziehungen schaden nur dem, der keine hat
Und dann gibt es noch das allseits beliebte "Vitamin B". Connections. Beziehungen. Der Cousin vom Onkel des Richters, der zufällig auch noch im Vorstand der Firma sitzt, gegen die du klagst. Manchmal hat man das Gefühl, das Netzwerk ist wichtiger als die Fakten. Ein bisschen wie beim Monopoly: Wer zuerst die Parkstraße kauft, hat's leichter.
Klar, jeder kennt jemanden, der jemanden kennt…aber das sollte doch nicht die Grundlage für Gerechtigkeit sein, oder?

Kleine Fische, große Fische
Ich habe mal eine Dokumentation gesehen, in der es um Steuerhinterziehung ging. Da wurden kleine Selbstständige für Bagatellen zur Rechenschaft gezogen, während riesige Konzerne mit ausgeklügelten Steuertricks davongekommen sind. Ist wie beim Angeln: Die kleinen Fische werden gefangen, die großen ziehen unbehelligt ihre Kreise.
Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit? Manchmal hat man das Gefühl, das Gesetz ist ein Netz mit unterschiedlich großen Maschen. Die ganz kleinen schlüpfen durch, die großen bleiben hängen, aber die richtig dicken Wale schwimmen einfach drüber.

Es ist nicht alles schlecht!
Klar, das klingt jetzt alles ziemlich pessimistisch. Aber es gibt natürlich auch viele Fälle, in denen das Rechtssystem funktioniert und Gerechtigkeit herrscht. Es ist wichtig, das nicht zu vergessen. Trotzdem ist es eben auch wichtig, kritisch zu bleiben und sich bewusst zu sein, dass die Realität manchmal anders aussieht als das, was uns in den Sonntagsreden erzählt wird.
Also, das nächste Mal, wenn du den Spruch "Vor dem Gesetz sind alle gleich" hörst, denk einfach kurz an den Lamborghini auf dem Behindertenparkplatz und lächle milde. Denn ein bisschen Realismus hat noch niemandem geschadet.
Vielleicht sollten wir das System einfach etwas transparenter machen und dafür sorgen, dass die Regeln für alle gelten. Wäre doch 'ne Idee, oder?
