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Unterfunktion Der Schilddrüse Bei Hunden


Unterfunktion Der Schilddrüse Bei Hunden

Stell dir vor, dein Hund, der sonst voller Energie ist, wird plötzlich träge, nimmt zu und hat ein stumpfes Fell. Könnte es sein, dass etwas mit seiner Schilddrüse nicht stimmt? In diesem Artikel erklären wir dir alles Wichtige zur Unterfunktion der Schilddrüse bei Hunden – auch bekannt als Hypothyreose – verständlich und praxisnah.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion überhaupt?

Die Schilddrüse ist eine kleine, aber sehr wichtige Drüse im Hals deines Hundes. Sie produziert Hormone, hauptsächlich Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die eine Schlüsselrolle im Stoffwechsel spielen. Diese Hormone beeinflussen fast alle Körperfunktionen, von der Herzfrequenz bis zur Verdauung. Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse nicht genügend dieser Hormone, was zu einer Verlangsamung vieler Körperprozesse führt.

Denk an die Schilddrüse als den "Gasfuß" im Auto deines Hundes. Wenn der "Gasfuß" nicht richtig funktioniert, fährt das Auto langsamer und verbraucht mehr Kraftstoff. Genauso verlangsamt sich der Stoffwechsel deines Hundes bei einer Schilddrüsenunterfunktion.

Wie häufig ist Hypothyreose bei Hunden?

Hypothyreose ist relativ häufig bei Hunden, besonders bei bestimmten Rassen. Schätzungen zufolge sind etwa 0,2 bis 0,8 % aller Hunde betroffen. Allerdings ist die Dunkelziffer wahrscheinlich höher, da die Symptome oft unspezifisch sind und leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden können.

Welche Hunderassen sind besonders gefährdet?

Bestimmte Hunderassen haben ein höheres Risiko, an Hypothyreose zu erkranken. Dazu gehören:

  • Golden Retriever
  • Labrador Retriever
  • Dobermann Pinscher
  • Irish Setter
  • Boxer
  • Airedale Terrier
  • Cocker Spaniel
  • Neufundländer

Wenn dein Hund zu einer dieser Rassen gehört, solltest du besonders aufmerksam auf mögliche Symptome achten und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen durchführen lassen.

Welche Ursachen hat die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund?

Die häufigste Ursache für Hypothyreose beim Hund ist die lymphozytäre Thyreoiditis. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem des Hundes fälschlicherweise die Zellen der Schilddrüse angreift und zerstört. Im Laufe der Zeit produziert die Schilddrüse immer weniger Hormone, was schließlich zur Unterfunktion führt.

Über- & Unterfunktion der Schilddrüse Ursachen, Behandlung & mehr
Über- & Unterfunktion der Schilddrüse Ursachen, Behandlung & mehr

Eine weitere häufige Ursache ist die idiopathische Schilddrüsenatrophie. Dabei schrumpft das Schilddrüsengewebe aus unbekannter Ursache. Es wird vermutet, dass auch hier genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten.

Seltenere Ursachen sind:

  • Schilddrüsentumore
  • Jodmangel (in der heutigen Zeit jedoch sehr selten, da die meisten Hundefutter ausreichend Jod enthalten)
  • Medikamente (bestimmte Medikamente können die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen)

Was sind die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion?

Die Symptome der Hypothyreose sind sehr vielfältig und können sich langsam entwickeln. Das macht es oft schwierig, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Einige der häufigsten Symptome sind:

Allgemeine Symptome:

  • Lethargie und Trägheit: Dein Hund ist weniger aktiv, schläft mehr und zeigt weniger Interesse an Spielen und Spaziergängen.
  • Gewichtszunahme: Auch wenn dein Hund nicht mehr frisst als sonst, nimmt er zu.
  • Kälteintoleranz: Dein Hund friert schneller und sucht warme Plätze.

Hautsymptome:

  • Trockenes, stumpfes Fell: Das Fell verliert seinen Glanz und wird brüchig.
  • Haarausfall: Besonders häufig tritt Haarausfall an den Flanken, am Schwanzansatz ("Rattenschwanz") und im Gesicht auf.
  • Verdickung der Haut: Die Haut kann sich verdicken und faltig werden.
  • Hautinfektionen: Durch die gestörte Hautbarriere ist dein Hund anfälliger für bakterielle oder Pilzinfektionen.

Neurologische Symptome:

  • Muskelschwäche: Dein Hund hat Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Treppensteigen.
  • Taumeln: In seltenen Fällen kann es zu Gleichgewichtsstörungen kommen.
  • Gesichtslähmung: Eine einseitige Lähmung des Gesichts ist möglich, aber selten.

Weitere Symptome:

  • Verlangsamte Herzfrequenz: Der Tierarzt kann eine verlangsamte Herzfrequenz feststellen.
  • Erhöhter Cholesterinspiegel: Eine Blutuntersuchung kann einen erhöhten Cholesterinspiegel zeigen.
  • Reproduktionsprobleme: Bei Hündinnen kann es zu Zyklusstörungen oder Unfruchtbarkeit kommen, bei Rüden zu verminderter Spermienqualität.

Wichtig: Nicht jeder Hund mit Hypothyreose zeigt alle diese Symptome. Manche Hunde haben nur wenige, andere eine ganze Reihe. Wenn du Veränderungen an deinem Hund feststellst, die dir Sorgen machen, solltest du immer einen Tierarzt aufsuchen.

Schilddrüsen-Unterfunktion wurde wegen ihres Gewichts fast übersehen
Schilddrüsen-Unterfunktion wurde wegen ihres Gewichts fast übersehen

Wie wird die Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert?

Die Diagnose der Hypothyreose basiert auf einer Kombination aus:

  • Klinischer Untersuchung: Der Tierarzt wird deinen Hund gründlich untersuchen und sich nach seinen Symptomen erkundigen.
  • Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung ist der wichtigste Schritt zur Diagnose. Dabei werden die Schilddrüsenhormone T4 (Thyroxin) und TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) gemessen. Ein niedriger T4-Wert und ein erhöhter TSH-Wert deuten auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin.
  • Weitere Tests: In einigen Fällen kann der Tierarzt zusätzliche Tests durchführen, wie z.B. einen T3-Test oder einen TSH-Stimulationstest, um die Diagnose zu bestätigen.

Es ist wichtig zu beachten, dass einige Medikamente und andere Erkrankungen die Schilddrüsenwerte beeinflussen können. Deshalb sollte der Tierarzt alle Faktoren berücksichtigen, bevor er eine Diagnose stellt.

Wie wird die Schilddrüsenunterfunktion behandelt?

Die Behandlung der Hypothyreose ist in der Regel einfach und effektiv. Sie besteht in der lebenslangen Gabe von synthetischem Schilddrüsenhormon (Levothyroxin) in Tablettenform. Die Dosis wird individuell an den Hund angepasst und muss regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert werden.

Denk an Levothyroxin als den fehlenden "Gasfuß" für dein Auto. Indem du deinem Hund das Hormon gibst, ersetzt du das, was seine Schilddrüse nicht mehr produzieren kann.

Unterfunktion der Schilddrüse – So haben Sie selbst Einfluss
Unterfunktion der Schilddrüse – So haben Sie selbst Einfluss

Wichtig: Es ist entscheidend, dass du die Anweisungen des Tierarztes genau befolgst und die Tabletten regelmäßig gibst. Eine unregelmäßige Einnahme kann dazu führen, dass die Symptome wieder auftreten.

Wie lange dauert es, bis die Behandlung wirkt?

In der Regel dauert es einige Wochen, bis die Behandlung mit Levothyroxin Wirkung zeigt. Die meisten Hunde zeigen innerhalb von 1-2 Wochen eine Verbesserung ihrer Energie und Aktivität. Die Hautsymptome können länger brauchen, um sich zu bessern, manchmal mehrere Monate.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt sind wichtig, um sicherzustellen, dass die Dosis des Medikaments richtig eingestellt ist und die Behandlung erfolgreich verläuft.

Was passiert, wenn die Schilddrüsenunterfunktion nicht behandelt wird?

Unbehandelte Hypothyreose kann zu einer Vielzahl von Problemen führen, darunter:

unterfunktion der schilddrüse symptome - DrBeckmann
unterfunktion der schilddrüse symptome - DrBeckmann
  • Erhöhtes Risiko für andere Erkrankungen: Hypothyreose kann das Immunsystem schwächen und das Risiko für Infektionen erhöhen.
  • Herzprobleme: In seltenen Fällen kann es zu Herzrhythmusstörungen oder einer Vergrößerung des Herzens kommen.
  • Neurologische Probleme: Unbehandelte Hypothyreose kann zu Nervenschäden und neurologischen Symptomen führen.
  • Koma: In extrem seltenen Fällen kann eine unbehandelte Hypothyreose zu einem Koma führen.

Deshalb ist es so wichtig, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Kann man einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen?

Da die häufigsten Ursachen für Hypothyreose (lymphozytäre Thyreoiditis und idiopathische Schilddrüsenatrophie) genetisch bedingt sind, gibt es keine Möglichkeit, der Erkrankung vorzubeugen. Allerdings kannst du durch eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen dazu beitragen, dass dein Hund gesund bleibt und mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden.

Was kannst du tun, wenn dein Hund Hypothyreose hat?

Wenn bei deinem Hund Hypothyreose diagnostiziert wurde, ist es wichtig, dass du:

  • Die Anweisungen des Tierarztes genau befolgst.
  • Die Medikamente regelmäßig gibst.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lässt.
  • Auf Veränderungen im Verhalten oder Aussehen deines Hundes achtest.
  • Deinem Hund eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung bietest.

Mit der richtigen Behandlung und Pflege kann dein Hund ein langes und glückliches Leben führen.

Hypothyreose beim Hund: Ein Fazit

Die Schilddrüsenunterfunktion ist eine häufige Erkrankung bei Hunden, die jedoch gut behandelbar ist. Indem du auf die Symptome achtest, regelmäßige tierärztliche Untersuchungen durchführen lässt und die Anweisungen des Tierarztes befolgst, kannst du deinem Hund helfen, ein gesundes und aktives Leben zu führen. Denk daran, dass du nicht allein bist – viele Hunde leben mit Hypothyreose und meistern ihren Alltag problemlos. Sprich mit deinem Tierarzt, wenn du Fragen oder Bedenken hast. Gemeinsam könnt ihr die beste Lösung für deinen geliebten Vierbeiner finden.

Schilddrüse und TSH-Hormon: Funktion, Werte und Regulierung Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beim Hund

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