Ständig Einen Kloß Im Hals
Ich sag's mal so, und vielleicht bin ich da ganz alleine: Findet noch jemand diesen ständigen Kloß im Hals irgendwie... gemütlich?
Ja, ich weiß. Er soll nerven. Er soll unangenehm sein. Er soll uns quälen mit dem Gefühl, irgendwas stimmt nicht. Aber Hand aufs Herz: Ist er nicht auch ein bisschen wie ein alter Bekannter? Ein Mitbewohner, den man zwar manchmal verflucht, aber irgendwie auch vermisst, wenn er mal nicht da ist?
Klar, die medizinische Seite klammern wir jetzt mal aus. Wenn der Kloß im Hals wirklich schmerzhaft ist oder andere Symptome dazukommen, ab zum Arzt, ist klar. Aber ich rede von diesem alltäglichen, subtilen Kloß. Der, der da ist, wenn man nervös ist. Oder traurig. Oder einfach nur... Dienstag.
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Ich finde, er ist wie ein innerer Barometer. Ein kleiner Emotionsanzeiger, der uns daran erinnert, dass wir eben fühlen. Dass wir nicht einfach nur Roboter sind, die durch den Tag surren. Dass unter der Oberfläche irgendwas brodelt. Und das ist doch eigentlich was Gutes, oder?
Unpopuläre Meinung, ich weiß. Alle Welt will ihn loswerden. Alle Welt sucht nach dem ultimativen Trick, um den Kloß zu vertreiben. Atemübungen, Entspannungstechniken, Kamillentee... Alles gut und schön. Aber ich sitze hier und denke: Muss das wirklich sein?

Ich meine, manchmal ist es doch auch ganz okay, einfach mal zuzulassen, dass da dieser Kloß ist. Ihn zu akzeptieren. Ihm sogar zuzuhören. Vielleicht will er uns ja was sagen. Vielleicht flüstert er uns zu: "Hey, du bist gerade ein bisschen gestresst. Nimm dir mal 'ne Auszeit!" Oder: "Du hast dich geärgert. Sprich's aus!"
Und ja, ich weiß, das klingt jetzt total esoterisch. Aber hey, ist es nicht auch irgendwie tröstlich, zu wissen, dass man nicht alleine ist mit seinen Gefühlen? Dass dieser Kloß im Hals ein Zeichen dafür ist, dass man eben ein Mensch ist? Mit all seinen Höhen und Tiefen? Mit all seinen Ängsten und Freuden?
Ich erinnere mich an meine erste Präsentation vor Publikum. Der Kloß war gigantisch. Er hat mir fast die Luft abgeschnürt. Aber danach, als ich es geschafft hatte, war das Gefühl umso besser. Der Kloß war weg, und ich war stolz wie Bolle.

Und war er nicht im Grunde auch ein bisschen Motivation? Hätte ich mich ohne ihn vielleicht einfach vor der Aufgabe gedrückt? Wer weiß.
Vielleicht sollte man ihn einfach mal umarmen. Den Kloß. Ihn annehmen als Teil von sich. Ihn nicht bekämpfen, sondern verstehen. Ihn nicht verteufeln, sondern akzeptieren. Vielleicht verschwindet er dann ja auch von ganz alleine.
Oder vielleicht bleibt er auch. Und dann ist das eben so. Dann haben wir eben einen kleinen, flauschigen (oder eben auch kratzbürstigen) Mitbewohner in unserem Hals. Einen inneren Kloß, der uns daran erinnert, dass wir leben. Und dass wir fühlen. Und dass das eigentlich ganz okay ist.

Also, wer ist noch im Team "Kloß im Hals ist okay"? Meldet euch!
Und falls ihr ihn doch loswerden wollt: Keine Sorge, ich verrate es niemandem. 😉 Aber vielleicht...nur vielleicht...solltet ihr ihn ein bisschen vermissen, wenn er dann weg ist.
Ich mein ja nur.

Vielleicht ist "Ständig Einen Kloß Im Hals" einfach nur die inoffizielle Hymne für alle hochsensiblen Seelen da draußen. Ein leises Summen, das uns verbindet. Ein stummer Protest gegen die Optimierungsmaschinerie.
Okay, jetzt schweife ich ab. Aber ich musste das mal loswerden. Danke fürs Zuhören (oder besser gesagt: Mitlesen). Und jetzt gehe ich mir einen Tee machen. Mit Kamille. Für alle Fälle. 😉
Und ja, vielleicht spüre ich ihn schon wieder...den kleinen Kloß. Aber dieses Mal lächle ich ihn an.
