Rilke Ich Lebe Mein Leben In Wachsenden Ringen Interpretation
Lisa Davis
Okay, lasst uns mal über Rilke quatschen. Ja, der Dichterfürst mit den komplizierten Gedichten. Aber keine Panik! Wir machen's uns gemütlich und gucken uns ein Gedicht an, das man eigentlich ganz easy verstehen kann: "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen".
Klingt erstmal nach Mathe-Unterricht, ich weiß. Aber stellt euch das mal anders vor: Wie 'ne Baumscheibe, die jedes Jahr einen neuen Ring dazubekommt. Oder noch besser: Wie Zwiebeln! Stell dir vor, dein Leben ist 'ne riesige Zwiebel, die du immer weiter schälst. Jede Schicht ist 'ne neue Erfahrung, 'ne neue Erkenntnis. Und darunter? Darunter steckt noch mehr Zwiebel! Äh, ich meine, noch mehr Leben!
Rilke sagt also nicht, dass wir im Kreis laufen und immer wieder dasselbe erleben. Nein, nein! Er meint, wir entwickeln uns weiter. Jeder Ring, jede Zwiebelschicht ist größer als die vorherige. Wir werden klüger, weiser, vielleicht auch ein bisschen verrückter. Aber auf jeden Fall: anders!
Okay, der Kreisverkehr-Vergleich ist vielleicht nicht der beste. Denn im Kreisverkehr fährt man ja im Grunde immer nur im Kreis. Aber Rilkes Ringe sind eher wie 'ne Spirale. Wir drehen uns zwar, aber wir kommen immer weiter nach oben. Denk an 'ne Wendeltreppe! Oder an 'ne Schneckenhaus! Da geht's auch rund, aber eben auch immer weiter.
Und was bedeutet das jetzt für uns? Ganz einfach: Wir sollen uns nicht beschweren, wenn wir mal wieder das Gefühl haben, im Kreis zu laufen. Das ist okay! Hauptsache, wir lernen was dabei. Hauptsache, der nächste Ring, die nächste Zwiebelschicht wird ein bisschen größer, ein bisschen bunter, ein bisschen interessanter.
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, Rainer Maria Rilke
Und Gott kommt auch noch vor...
Ja, ja, Rilke war auch so'n bisschen spirituell angehaucht. Am Ende des Gedichts kommt noch Gott ins Spiel. Aber keine Sorge, das wird jetzt nicht mega-religiös. Er meint einfach, dass es da draußen noch was Größeres gibt, was wir vielleicht irgendwann mal verstehen werden. Oder auch nicht. Ist ja auch egal.
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde wohl den letzten nicht vollbringen,
aber ich will mich ihm bemühn.
Rainer Maria Rilke: Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen
Das ist doch eigentlich 'ne ganz schöne Botschaft, oder? Wir müssen nicht perfekt sein. Wir müssen nicht alles verstehen. Wir müssen uns nur bemühen. Wir müssen nur versuchen, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Und wenn wir dabei mal stolpern oder uns im Kreis drehen? Dann lachen wir einfach drüber und machen weiter.
Rilke zum Anfassen: Dein Leben als Zwiebel
Also, die nächste Mal, wenn dir irgendwas blöd vorkommt, denk an die Zwiebel! Denk an die wachsenden Ringe! Denk daran, dass jede Erfahrung, jede Herausforderung dich weiterbringt. Auch wenn's sich im ersten Moment nicht so anfühlt.
Ich lebe mein Leben, Rilke – Manufraktur
Und wenn du mal wieder 'n Gedicht von Rilke siehst, hab keine Angst! Versuch einfach, die Bilder zu verstehen. Versuch, die Gefühle zu spüren. Und wenn du nix fühlst? Auch nicht schlimm! Dann denk an die Zwiebel. Oder an den Kreisverkehr. Oder an die Wendeltreppe. Hauptsache, du hast Spaß dabei!
Also, geh raus und schäl deine Lebenszwiebel! Und vergiss nicht: Jede Schicht ist einzigartig. Und jede Schicht macht dich zu dem, was du bist. Ein bisschen verrückt, ein bisschen weise, und ganz sicher: einzigartig!
Und denk dran, Rilke hätte das sicher auch zum Lachen gefunden, wenn er uns jetzt mit Zwiebeln und Kreisverkehren sein Gedicht erklären sehen würde. Vielleicht hätte er sogar noch 'n neues Gedicht drüber geschrieben. Wer weiß?