Quereinsteiger Lokführer Gehalt Während Umschulung

Der Traum vom Lokführerberuf ist für viele Quereinsteiger attraktiv. Doch wie sieht es während der Umschulung finanziell aus? Diese Frage ist entscheidend, denn eine Umschulung zum Lokführer erfordert Zeit und Engagement. Dieser Artikel richtet sich an alle, die sich für eine Umschulung zum Lokführer interessieren und sich über die Gehalts- bzw. Verdienstmöglichkeiten während der Ausbildungszeit informieren möchten.
Was erwartet Sie während der Umschulung?
Die Umschulung zum Lokführer ist eine intensive und anspruchsvolle Ausbildung. Sie umfasst sowohl theoretische als auch praktische Elemente. Die genaue Dauer und der Ablauf können je nach Bildungsträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) variieren. In der Regel dauert die Umschulung zwischen 10 und 18 Monaten. Während dieser Zeit erwerben Sie umfassende Kenntnisse in Bereichen wie:
- Technik: Fahrzeugtechnik, Bremssysteme, Signaltechnik
- Betrieb: Fahrplanerstellung, Streckenkunde, Sicherheitsvorschriften
- Recht: Eisenbahnrecht, Arbeitsrecht
- Praxis: Fahrsimulator, Führerstandsmitfahrten, eigenständiges Fahren unter Aufsicht
Die große Frage: Gehalt während der Umschulung
Einer der wichtigsten Aspekte für Quereinsteiger ist die finanzielle Absicherung während der Umschulungsphase. Die gute Nachricht ist, dass viele EVUs ihren angehenden Lokführern bereits während der Ausbildung eine Vergütung zahlen. Allerdings gibt es hier deutliche Unterschiede!
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Es gibt im Wesentlichen drei Szenarien:
- Bezahlte Umschulung durch ein EVU: Dies ist die optimale Variante. Das EVU übernimmt die Kosten der Umschulung und zahlt Ihnen zusätzlich ein Gehalt.
- Umschulung mit finanzieller Unterstützung: In diesem Fall tragen Sie die Kosten der Umschulung möglicherweise selbst (oder erhalten eine Förderung), erhalten aber während der praktischen Phasen im EVU eine Vergütung.
- Umschulung ohne Gehalt: Dies ist die ungünstigste Variante. Sie tragen die Kosten der Umschulung selbst und erhalten keine Vergütung. Diese Variante ist eher bei privaten Bildungsträgern anzutreffen.
Bezahlte Umschulung durch ein EVU – der Idealfall
Viele größere EVUs bieten eine bezahlte Umschulung an, um ihren Nachwuchs selbst auszubilden. Dies ist für Quereinsteiger besonders attraktiv, da sie sich voll und ganz auf ihre Ausbildung konzentrieren können, ohne finanzielle Sorgen haben zu müssen.

Wie hoch ist das Gehalt während der Umschulung? Das Gehalt während der Umschulung variiert je nach EVU, Standort und Qualifikation. In der Regel liegt es aber deutlich unter dem späteren Einstiegsgehalt eines ausgebildeten Lokführers. Sie können mit einem Bruttogehalt zwischen 1.000 und 1.800 Euro rechnen.
Wo finde ich solche Angebote? Suchen Sie gezielt auf den Karriereseiten der großen EVUs wie Deutsche Bahn, Transdev, Go-Ahead, Flixtrain oder regionalen Bahnbetreibern. Achten Sie auf Stellenausschreibungen, die explizit eine "Umschulung zum Lokführer" beinhalten.

Umschulung mit finanzieller Unterstützung
Manchmal übernehmen die EVUs nicht die kompletten Kosten der Umschulung, bieten aber eine finanzielle Unterstützung an. Dies kann in Form einer Teilfinanzierung der Umschulungskosten oder einer Vergütung während der praktischen Ausbildungsphasen im Betrieb erfolgen.
In diesem Fall sollten Sie sich genau informieren, welche Kosten Sie selbst tragen müssen und welche finanziellen Hilfen Sie in Anspruch nehmen können. Mögliche Anlaufstellen sind:

- Agentur für Arbeit: Prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf einen Bildungsgutschein haben.
- Bildungskredit: Informieren Sie sich über zinsgünstige Bildungskredite.
- Förderprogramme der Bundesländer: Viele Bundesländer bieten spezielle Förderprogramme für Umschulungen an.
Umschulung ohne Gehalt – die Ausnahme
Eine Umschulung ohne Gehalt ist zwar möglich, aber in der Regel nicht empfehlenswert, da sie eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt. Diese Variante kommt vor allem bei privaten Bildungsträgern vor, die keine Kooperation mit einem EVU haben.
Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, sollten Sie sich unbedingt vorab um eine Finanzierung kümmern. Prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) haben oder ob Sie sich anderweitig finanziell absichern können.

Das Einstiegsgehalt nach der Umschulung
Nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung und bestandener Prüfung erwartet Sie ein deutlich höheres Gehalt als ausgebildeter Lokführer. Das Einstiegsgehalt liegt in der Regel zwischen 2.500 und 3.500 Euro brutto, je nach EVU, Standort, Qualifikation und Berufserfahrung.
Mit zunehmender Berufserfahrung und Weiterbildungen kann das Gehalt auf 4.000 Euro brutto und mehr steigen.
Fazit
Die Umschulung zum Lokführer ist eine Investition in die Zukunft. Achten Sie bei der Wahl des Bildungsträgers und des EVUs unbedingt auf die finanziellen Rahmenbedingungen. Eine bezahlte Umschulung ist natürlich die attraktivste Option, aber auch andere Modelle können mit entsprechender finanzieller Unterstützung realisierbar sein. Informieren Sie sich gründlich, vergleichen Sie Angebote und lassen Sie sich von der Agentur für Arbeit oder anderen Beratungsstellen beraten. Mit der richtigen Planung steht Ihrem Traum vom Lokführerberuf nichts mehr im Wege!
