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Plötzliches Umfallen Bei Vollem Bewusstsein


Plötzliches Umfallen Bei Vollem Bewusstsein

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr gerade mitten im Gespräch seid, vielleicht noch wild gestikulierend, und plötzlich… Blackout? Nicht im Sinne von Gedächtnisverlust, sondern eher im Sinne von Schwerkraft-übernimmt-die-Kontrolle? Ich rede vom plötzlichen Umfallen bei vollem Bewusstsein. Klingt dramatisch, ist aber oft lustiger als man denkt.

Neulich war ich auf einer Geburtstagsfeier. Gute Stimmung, laute Musik, und mittendrin mein Onkel Herbert. Herbert ist ein Mann, der gerne redet. Und er redet laut. Und er redet mit vollem Körpereinsatz. Er war gerade dabei, eine Anekdote aus seiner Jugend zu erzählen, irgendwas mit einem Moped und einem Hühnerstall. Die Pointe baute sich gerade auf, er hatte die Arme ausgebreitet, die Augen funkelten… und dann, plumps, lag er am Boden. Einfach so. Mitten im Satz.

Panik? Nicht wirklich. Herbert lag da, schaute verdutzt in die Runde und sagte: „Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der Hühnerstall…“ Er erzählte die Geschichte zu Ende, während er sich langsam wieder aufrappelte. Später sagte er, er habe nur kurz den Bodenkontakt gesucht, um die Erdung nicht zu verlieren. Herbert eben.

Der unfreiwillige Bodenturner

Natürlich ist das nicht immer so harmlos. Manchmal steckt mehr dahinter. Aber oft ist es einfach nur… komisch. Ich erinnere mich an meine Freundin Lisa. Lisa ist eine absolute Rampensau. Sie liebt es, im Mittelpunkt zu stehen. Einmal waren wir in einer Bar und sie erzählte eine Geschichte über ihr Date mit einem Zauberer. Sie ahmte gerade einen Kaninchen aus dem Hut hervorzaubernden Zauberer nach, mit allem was dazugehört: theatralische Handbewegungen, konzentrierter Blick, das magische „Abrakadabra!“ – und dann, bumm, lag sie da. Wieder vollkommen unversehrt, nur etwas überrascht. Sie lachte und sagte: „Das nenne ich mal einen überraschenden Abgang!“

Was ich damit sagen will: Das Leben ist manchmal einfach nur absurd. Manchmal stolpern wir, fallen hin, und stehen wieder auf. Das Umfallen, besonders wenn es so unerwartet und ohne ersichtlichen Grund passiert, ist wie ein kleines, absurdes Intermezzo im großen Orchester des Lebens. Ein Moment der Stille, bevor die Musik weitergeht.

bewusstSEIN | Körperglück
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Mehr als nur ein Stolpern

Ich habe auch mal einen Artikel über dieses Phänomen gelesen. Da ging es um den Vasovagalen Reflex. Klingt kompliziert, ist aber im Grunde ganz einfach: Stress, Angst, oder sogar einfach nur langes Stehen können dazu führen, dass der Blutdruck kurzzeitig absackt und man ohnmächtig wird. Aber eben nicht komplett ohnmächtig, sondern eher so ein „Ich-lieg-jetzt-mal-kurz-hier-aber-ich-höre-euch-noch“-Ohnmacht.

Das Faszinierende daran ist, dass man trotzdem alles mitbekommt. Man hört die Leute um sich herum reden, man spürt den Boden unter sich, aber man kann sich nicht bewegen. Man ist gefangen im eigenen Körper, wie ein Zuschauer im eigenen kleinen Theaterstück.

Bei vollem Bewusstsein | Roger Schlegel, Coaching & Consulting
Bei vollem Bewusstsein | Roger Schlegel, Coaching & Consulting

Denkt mal darüber nach: Wir sind den ganzen Tag damit beschäftigt, uns zu kontrollieren. Wir versuchen, alles richtig zu machen, uns an die Regeln zu halten, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Und dann, plötzlich, nimmt uns der Körper diese Kontrolle aus der Hand. Wir fallen einfach um. Es ist eine Art unfreiwillige Kapitulation. Eine Erinnerung daran, dass wir nicht alles im Griff haben.

Das große Finale

Und was können wir daraus lernen? Vielleicht, dass wir uns nicht so ernst nehmen sollten. Dass es okay ist, mal hinzufallen. Dass es sogar lustig sein kann. Und dass das Wichtigste ist, wieder aufzustehen. So wie Onkel Herbert, der nach seinem Sturz einfach weiter erzählte. So wie Lisa, die ihren unfreiwilligen Abgang mit Humor nahm.

Also, wenn ihr das nächste Mal jemanden seht, der einfach so umfällt, dann lacht nicht (oder zumindest nicht zu laut). Helft ihm auf, fragt, ob alles in Ordnung ist, und bietet ihm einen Stuhl an. Und vielleicht, nur vielleicht, könnt ihr ihm auch ein bisschen von eurer eigenen Gelassenheit mitgeben. Denn wer weiß, vielleicht seid ihr ja der Nächste, der plötzlich den Boden aus nächster Nähe betrachtet. Und dann werdet ihr froh sein, wenn jemand da ist, der mit euch lacht. Oder euch zumindest hilft, wieder aufzustehen.

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