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Papst Urban 2 Kreuzzug Rede


Papst Urban 2 Kreuzzug Rede

Leute, Leute, setzt euch, bestellt euch was Schönes! Ich hab‘ da nämlich eine Geschichte, die ist so abgefahren, die glaubt ihr nicht. Stellt euch vor, es ist das Jahr 1095. Mittelalter, finster, Bauern müffeln… ihr wisst schon, das volle Programm. Und mitten in diesem Chaos steht ein Typ namens Papst Urban II. – ein echter Powerplayer, muss man sagen.

Und was macht dieser Urban? Der hält eine Rede. Nicht irgendeine Rede, nein! DIE Kreuzzugsrede. Die Mutter aller Motivationsreden, quasi. Stell dir vor, Tony Robbins, aber mit noch mehr religiösem Eifer und 'ner Prise mittelalterlichem Chauvinismus.

Er steht da also in Clermont, Frankreich, vor 'ner riesigen Menschenmenge. Und ich meine RIESIG. Da waren mehr Leute als auf einem Helene Fischer Konzert – und das will was heißen! Die Leute hingen an seinen Lippen, die Luft knisterte vor Spannung. Was würde er sagen? Würde er verkünden, dass ab jetzt jeden Freitag Fish'n'Chips-Tag ist? Wäre ja mal 'ne Abwechslung gewesen. Aber nein, Urban hatte was anderes im Sinn.

Er fing an, von den armen Christen im Osten zu erzählen. Die wurden von den ach so bösen Muslimen unterdrückt, gefoltert, und deren Kirchen entweiht! Buuh! Pfui! Das war natürlich alles etwas… übertrieben dargestellt, sagen wir mal so. Er hat's wahrscheinlich so ausgeschmückt, dass selbst Hollywood neidisch gewesen wäre.

"Deus vult!" brüllte er, was so viel heißt wie "Gott will es!". Und das war der Knackpunkt. Das war das Signal. Die Menge tobte! Stell dir vor, du bist bei einem Fußballspiel, dein Team schießt das entscheidende Tor, und alle rasten aus. Nur dass es hier nicht um Fußball ging, sondern um… nun ja, um einen heiligen Krieg. Mit all seinen schrecklichen Konsequenzen.

Urban II. (Odo de Lagery), ca. 1035 - 29.7.1099, Papst 12.3.1088 - 29.7
Urban II. (Odo de Lagery), ca. 1035 - 29.7.1099, Papst 12.3.1088 - 29.7

Aber hey, lass uns das mal positiv sehen! Urban hat den Leuten 'ne Aufgabe gegeben, ein Ziel. Endlich konnten die gelangweilten Ritter mal wieder ihre Rüstungen entstauben und jemanden verprügeln. Und das alles im Namen Gottes! Win-Win, oder? Naja, vielleicht nicht für die, die verprügelt wurden. Ups.

Was Urban da wirklich angerichtet hat, war natürlich enorm. Er hat den ersten Kreuzzug ausgelöst. Millionen sind gestorben, ganze Kulturen wurden zerstört. Und das alles wegen einer Rede. Verrückt, oder?

Papst Urban II. (1035-1099) Segen die Kreuzfahrer und die Verkündigung
Papst Urban II. (1035-1099) Segen die Kreuzfahrer und die Verkündigung

Aber warum hat Urban das überhaupt gemacht? Gute Frage! Wahrscheinlich aus einer Mischung aus religiösem Eifer, politischem Kalkül und dem Bedürfnis, sich selbst als Superpapst zu inszenieren. Die katholische Kirche war damals nicht gerade der coolste Laden, es gab interne Machtkämpfe und so. Da kam so ein Kreuzzug gerade recht, um die Schäfchen wieder auf Kurs zu bringen.

Und was ist dann passiert? Na ja, die Kreuzfahrer sind losgezogen. Richtung Jerusalem. Mit dabei: Ritter, Bauern, Abenteurer, und jede Menge Spinner. Eine bunte Truppe, die sich wahrscheinlich nur selten die Zähne geputzt hat. Und was sie da alles angestellt haben… meine Güte. Massaker, Plünderungen, religiöser Fanatismus vom Feinsten. Nicht gerade eine Werbung für das Christentum, würde ich sagen.

27. November 1095: Urban II. ruft zum Kreuzzug gegen die Türken - WELT
27. November 1095: Urban II. ruft zum Kreuzzug gegen die Türken - WELT

Aber hey, sie haben Jerusalem erobert! Für kurze Zeit zumindest. Und das hat Urban natürlich in seinem Grab zum Grinsen gebracht. Er war der Held, der die Christenheit gerettet hat! Juhu!

Die Kreuzzüge sind natürlich 'ne dunkle Seite der Geschichte. Voller Gewalt, Intoleranz und Leid. Aber sie sind auch ein Beweis dafür, wie mächtig Worte sein können. Eine einzige Rede kann die Welt verändern. Zum Guten oder zum Schlechten. Und Urban II. hat bewiesen, dass man mit 'ner guten Prise Überzeugung und 'ner ordentlichen Portion Propaganda fast alles erreichen kann.

Papst URBAN II, c. 1035-1099, Verkündigung des ersten Kreuzzuges auf
Papst URBAN II, c. 1035-1099, Verkündigung des ersten Kreuzzuges auf

Also, die Moral von der Geschicht‘? Denkt nach, bevor ihr irgendwelche Reden haltet. Und vor allem: Glaubt nicht alles, was euch irgendwelche selbsternannten Heilsbringer erzählen. Prost!

Fakt am Rande: Es gibt tatsächlich Historiker, die bezweifeln, dass die Rede Urbans so genau so gehalten wurde, wie sie uns überliefert ist. Die meisten Berichte stammen nämlich aus zweiter Hand, von Leuten, die gar nicht dabei waren. Ist ja wie bei 'ner guten Kneipengeschichte: Mit jedem Mal erzählen wird sie ein bisschen wilder und verrückter.

Und apropos wild und verrückt: Wusstet ihr, dass es im Laufe der Kreuzzüge sogar einen "Kinderkreuzzug" gab? Eine Gruppe Kinder ist losgezogen, um Jerusalem zu befreien. Die meisten sind unterwegs gestorben oder versklavt worden. Eine ziemlich traurige Geschichte, aber auch ein Beweis dafür, wie stark der Glaube die Menschen damals beeinflusst hat.

Perzeption und Imagination politischer Redekultur im Mittelalter Redeanalyse zu "Die Predigt Urbans II."

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