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Macht Alkohol Müde Oder Wach


Macht Alkohol Müde Oder Wach

Kennst du das? Freitagabend, Feierabendbierchen. Ein, zwei, vielleicht drei… Plötzlich: Gähnattacke. Dein Kumpel neben dir hingegen fängt an, lauter zu werden, wild zu gestikulieren und erzählt die gleiche Anekdote schon zum dritten Mal. Was zum Henker ist hier los? Macht Alkohol jetzt müde oder wach? Die Antwort ist, wie so oft im Leben: Es kommt drauf an.

Alkohol ist ein bisschen wie ein Chamäleon. Er kann sich anpassen, aber meistens macht er, was er will – und das ist nicht immer das, was wir wollen. Im ersten Moment, so die ersten 30 Minuten bis Stunde, kann er anregend wirken. Du fühlst dich entspannter, geselliger, vielleicht sogar ein bisschen mutiger. Stell dir vor, du bist eine Batterie, die gerade ein kleines Energieschübchen bekommen hat. Aber Achtung, das ist nur die Ruhe vor dem Sturm.

Die erste Phase: Der kurze Energieschub

Dieses anfängliche "Wachgefühl" kommt daher, dass Alkohol die Aktivität bestimmter Botenstoffe im Gehirn beeinflusst. Er dämpft beispielsweise die Wirkung von Botenstoffen, die uns beruhigen und entspannen sollen. Gleichzeitig verstärkt er aber die Wirkung von Botenstoffen, die uns eher lockerer und selbstbewusster machen. Kurz gesagt: Die Hemmschwellen sinken, und wir fühlen uns befreit. Wie ein Kind, dem man gesagt hat, es darf für eine Stunde lang alles machen, was es will. (Meistens endet das in einem Riesensalat, oder?)

Aber dieser Zustand ist trügerisch. Denk dran, Alkohol ist letztendlich ein Depressivum. Das bedeutet, er bremst dein zentrales Nervensystem aus. Und das führt uns zur zweiten, und oft unangenehmeren, Phase.

Alkohol – Dr. med. Thomas Walsers Medizinische Website
Alkohol – Dr. med. Thomas Walsers Medizinische Website

Die zweite Phase: Der Müdigkeits-Crash

Nach dem kurzen Energieschub kommt der Absturz. Dein Körper realisiert, dass da etwas nicht stimmt und versucht, den Alkohol abzubauen. Das ist Schwerstarbeit für die Leber! Und während die Leber fleißig am Werk ist, schickt dein Gehirn SOS-Signale. Die Botenstoffe, die dich vorhin noch so locker gemacht haben, ziehen sich zurück, und die Botenstoffe, die dich müde und entspannt machen sollen, übernehmen das Kommando. Plötzlich fühlst du dich bleiern müde. So müde, dass du am liebsten direkt auf dem Tisch einschlafen würdest. (Und ja, ich spreche aus Erfahrung!)

Infografik: Alkohol | Allianz Gesundheitswelt
Infografik: Alkohol | Allianz Gesundheitswelt

Warum aber werden manche Leute trotzdem "wacher" mit mehr Alkohol? Das hat oft mit Gewohnheit und dem sogenannten "Gewöhnungseffekt" zu tun. Wer regelmäßig Alkohol trinkt, dessen Körper hat sich ein Stück weit daran angepasst. Die dämpfende Wirkung des Alkohols wird dann nicht mehr so stark wahrgenommen. Außerdem spielen hier individuelle Faktoren eine Rolle: Gewicht, Geschlecht, Stoffwechsel, Tagesform… All das beeinflusst, wie Alkohol auf dich wirkt.

Und was passiert beim Schlafen?

Infografik: Alkohol | Allianz Gesundheitswelt
Infografik: Alkohol | Allianz Gesundheitswelt

Selbst wenn du es schaffst, dich wach zu halten und weiterzufeiern, beeinflusst Alkohol deinen Schlaf negativ. Du schläfst vielleicht schneller ein, aber die Schlafqualität leidet enorm. Alkohol unterdrückt nämlich den REM-Schlaf, die Phase, in der wir träumen und unser Gehirn Informationen verarbeitet. Das Ergebnis: Du wachst am nächsten Morgen gerädert und unausgeschlafen auf, selbst wenn du vermeintlich lange genug geschlafen hast. Und das Gefühl ist dann so, als hätte dich ein ganzes Bataillon von Zwergen die ganze Nacht durchgeknuddelt. Nicht schön!

Fazit: Alkohol mag dich kurzfristig wach machen, aber langfristig macht er dich müde – und zwar richtig müde. Also, genieße dein Feierabendbierchen in Maßen und achte auf deinen Körper. Und wenn du merkst, dass die Gähnattacken beginnen, dann ist es vielleicht Zeit für einen Schlummertrunk – aber ohne Alkohol!

Und denk dran: Wasser trinken! Am besten vor, während und nach dem Alkoholkonsum. Dein Körper (und dein Kopf am nächsten Morgen) werden es dir danken. Prost!

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