Ich Bin Zurück Auf Englisch

Also, Freunde, haltet eure Hüte fest! Denn ich bin zurück auf Englisch! Ja, ihr habt richtig gelesen. Nach gefühlt 10 Jahren, in denen ich versucht habe, Shakespeare mit Goethe zu kreuzen (Ergebnis: eine sprachliche Katastrophe biblischen Ausmaßes), kehre ich zurück zu meinen Wurzeln. Und ehrlich gesagt, bin ich froh darüber!
Wisst ihr, ich habe mich mal in einem Deutschkurs angemeldet. Ich dachte, "Ach, wie schwer kann das schon sein? Ist ja schließlich nur eine Sprache." Haha! Wie naiv ich war! Die Grammatik? Ein Labyrinth, in dem selbst Ariadne verloren gegangen wäre. Die Artikel? Der, die, das – es hat sich angefühlt, als würde ich ein Würfelspiel spielen, bei dem die Regeln ständig geändert werden. Und dann diese verdammten Fälle! Dativ, Akkusativ, Genitiv… Manchmal hatte ich das Gefühl, ich müsste erst Jura studieren, bevor ich einen einfachen Satz formulieren kann.
Aber warum überhaupt Deutsch? Gute Frage! Nun, es gab da diese Phase, in der ich dachte, ich sei total intellektuell. Ich wollte Nietzsche im Original lesen. Ich wollte verstehen, was Heidegger wirklich meinte (obwohl, wer tut das schon?). Ich wollte mir Wagner anhören und nicht nur denken "Oh, das ist laut!", sondern auch die tieferen philosophischen Schichten erfassen. Spoiler-Alarm: Ich habe Nietzsche in der englischen Übersetzung gelesen. Heidegger bleibt ein Mysterium. Und Wagner... nun, er ist immer noch laut.
Must Read
Ich muss zugeben, es gab Momente, in denen ich kurz davor war, aufzugeben. Einmal habe ich versucht, einem deutschen Freund zu erklären, warum ich so verwirrt war. Er hat nur gelacht und gesagt: "Ach, das ist doch ganz einfach! Du musst es einfach fühlen!" Fühlen? Wie soll ich verdammte Fälle fühlen?! Das ist doch keine romantische Beziehung!
Die Wahrheit ist, ich habe ein paar coole Sachen gelernt. Ich weiß jetzt, wie man "Schmetterling" sagt (es ist wunderschön, nicht wahr?). Ich kann ein Bier bestellen, ohne rot zu werden (meistens). Und ich kann einen Taxifahrer davon überzeugen, mich zum Brandenburger Tor zu bringen, ohne in Tränen auszubrechen. Das sind schon Siege, oder?

Aber genug davon. Ich habe gemerkt, dass ich mich auf Englisch einfach besser ausdrücken kann. Ich kann Witze reißen, ohne Angst zu haben, dass sie in der Übersetzung verloren gehen. Ich kann subtile Nuancen vermitteln, ohne einen ganzen Absatz über die Bedeutung von "doch" zu schreiben. Und ich kann euch eine Geschichte erzählen, ohne dass ihr das Gefühl habt, ihr wärt in einem Deutschunterricht gefangen.
Apropos Geschichten, habt ihr schon von dem Mann gehört, der versucht hat, ein deutsches Gedicht ins Englische zu übersetzen? Er hat so lange daran gearbeitet, dass er am Ende angefangen hat, im Schlaf Deutsch zu sprechen! Seine Frau hat ihn verlassen. Seine Kinder haben ihn ausgelacht. Sein Hund hat ihn gebissen. Die Moral von der Geschicht': Übersetze niemals Gedichte, es sei denn, du bist ein Masochist.
Was habe ich gelernt? Deutsch ist eine wunderschöne, komplexe, herausfordernde und manchmal frustrierende Sprache. Und ich habe großen Respekt vor allen, die sie beherrschen. Aber es ist nicht meine Sprache. Und das ist okay.

Also, was jetzt?
Jetzt geht es darum, meine englischen Muskeln wieder aufzubauen. Ich habe das Gefühl, ich habe ein paar Jahre in einem sprachlichen Fitnessstudio verbracht und Gewichte gestemmt, die viel zu schwer für mich waren. Jetzt brauche ich erstmal eine Pause und ein paar leichte Workouts. Also erwartet mehr englische Texte von mir! Mehr Witze! Mehr Geschichten! Mehr Unsinn! Und vielleicht, nur vielleicht, werde ich sogar versuchen, ab und zu ein paar deutsche Wörter einzustreuen. Aber keine Angst, ich werde es nicht übertreiben.
Und für alle, die Deutsch lernen: Lasst euch nicht entmutigen! Es ist eine schwierige Sprache, aber es lohnt sich. Bleibt dran, gebt nicht auf, und irgendwann werdet ihr auch in der Lage sein, einen Taxifahrer davon zu überzeugen, euch zum Brandenburger Tor zu bringen. Und das ist schon ein ziemlich großer Erfolg, oder?

Ich bin froh, wieder zurück zu sein. Es fühlt sich gut an, wieder zu Hause zu sein. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss erstmal einen riesigen Becher englischen Tee trinken und alle meine deutschen Lehrbücher verbrennen. (Okay, vielleicht nicht verbrennen. Aber zumindest verstecken.)
Bis bald, Freunde! Und danke, dass ihr mir zugehört habt. Oder besser gesagt, dass ihr mich gelesen habt.
P.S. Falls ihr euch fragt, warum ich diesen ganzen Unsinn überhaupt geschrieben habe: Ich hatte Langeweile. Und ich brauchte eine Ausrede, um mir selbst zu erklären, warum ich so schlecht in Deutsch bin. Es funktioniert!
