Herr Der Sommer War Sehr Groß

Es ist eine unpopuläre Meinung, ich weiß. Aber ich muss es einfach loswerden: Herr Der Sommer war sehr groß. Sehr, sehr groß.
Ich meine, wir reden hier nicht von einem kleinen, süßen Sommer, der vorbeihuscht wie ein Kolibri. Nein, nein. Wir reden von einem Sommer, der sich breit gemacht hat wie ein gemütlicher Onkel auf der Couch. Ein Sommer, der gesagt hat: "Ich bleibe jetzt hier. Macht euch gefasst!"
Und er hatte recht! Gefühlt hat der Sommer im März schon angefangen, oder? Da kamen die ersten Sonnenstrahlen durch, die Vögel zwitscherten ein bisschen lauter und alle dachten: "Oh, Frühling!" Pustekuchen! Das war der Sommer, der schon mal probeweise vorbeischaute und sagte: "Ich bin bald da. Übt schon mal das Schwitzen."
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Und dann kam er. In voller Pracht. Mit Hitzewellen, die uns fast weggepustet hätten. Mit Eisdielen, die heillos überfordert waren. Mit Sonnenbrillen, die wir schon im Schlaf getragen haben. Der Sommer hat alles gegeben.
Ich weiß, ich weiß. Viele Leute lieben den Sommer. Sie lieben die langen Abende, die Grillpartys, das Schwimmen im See. Und das ist auch alles schön und gut. Aber für mich war dieser Sommer einfach... zu viel. Zu intensiv. Zu lang.

Ich bin eher so der Herbsttyp. Ich mag es, wenn die Blätter sich verfärben, wenn der Wind ein bisschen rauer wird und man sich in eine dicke Decke einkuscheln kann. Ich brauche die Ruhe und die Gemütlichkeit des Herbstes, um mich wieder zu erden.
Die Hitzewelle des Grauens
Erinnern wir uns an die Hitzewelle? Boah, das war echt hart. Man konnte sich kaum bewegen, ohne sofort ins Schwitzen zu geraten. Selbst der Hund lag nur noch apathisch auf dem Boden und hechelte. Und das will schon was heißen, denn normalerweise ist der ein Energiebündel.

Ich habe versucht, mich mit Eis und kaltem Wasser über Wasser zu halten. Aber irgendwann war selbst das Eis geschmolzen und das Wasser warm. Es war zum Verrücktwerden!
Ich habe mich gefühlt wie in einem Backofen. Und der Thermostat war kaputt. Ich habe mich nach nichts anderem gesehnt als nach einem kühlen Regenschauer. Aber der Sommer hat nur gelacht und noch eine Schippe draufgelegt.
Manche Leute haben gesagt: "Genieß doch die Sonne!" Ja, klar. Gerne. Wenn ich nicht gerade das Gefühl hätte, zu verdunsten.
"Der Sommer ist die Zeit, in der man sich wünscht, der Winter wäre nie vorbei gewesen." - Ein weiser Mensch (wahrscheinlich ich)
Ich will den Sommer ja nicht schlechtreden. Es gab auch schöne Momente. Zum Beispiel die lauen Abende auf dem Balkon, mit einem Glas Wein in der Hand. Oder die Ausflüge an den See, wo man sich wenigstens kurzzeitig abkühlen konnte. Aber insgesamt war es mir einfach zu viel.
Der Herbst, mein Held
Jetzt ist endlich der Herbst da. Und ich bin so dankbar dafür! Die Luft ist klar und frisch, die Farben sind wunderschön und die Temperaturen sind angenehm. Man kann wieder tief durchatmen und sich wohlfühlen.

Ich freue mich auf lange Spaziergänge im Wald, auf gemütliche Abende am Kamin und auf leckeren Kürbiskuchen. Der Herbst ist für mich die schönste Jahreszeit.
Also, lieber Sommer, es war schön dich zu sehen. Aber jetzt bin ich froh, dass du weg bist. Bis nächstes Jahr! Vielleicht. Aber dieses Mal bitte nicht so groß!
Und an alle anderen Sommer-Fans: Verzeiht mir meine unpopuläre Meinung. Aber ich bin froh, dass der Sommer vorbei ist.
