Hemingway Hills Like White Elephants

Kennst du diese Gespräche, die eigentlich gar keine sind? Wo zwei Leute umeinander herumtanzen wie zwei Fliegen um einen Honigtopf, aber nie wirklich das aussprechen, was ihnen auf der Zunge liegt? Ernest Hemingways Kurzgeschichte "Hills Like White Elephants" ist das perfekte Beispiel dafür. Und, ehrlich gesagt, ist sie auch ziemlich witzig, wenn man mal genauer hinschaut.
Die Geschichte spielt in einem spanischen Bahnhof. Eine junge Frau, Jig, und ein Mann, den wir nur als "der Amerikaner" kennen, warten auf einen Zug nach Madrid. Sie sitzen draußen, trinken Bier und Anislikör, und die ganze Zeit knistert es in der Luft vor unausgesprochenen Dingen. Und diese "Dinge" haben die Form eines Elefanten – genauer gesagt, von weißen Elefanten.
Denn genau darum geht es: Die beiden reden über eine "Operation". Jig scheint schwanger zu sein, und der Amerikaner will, dass sie abtreibt. Aber anstatt das offen anzusprechen, winden sie sich umeinander. Er beteuert immer wieder, dass er nur will, dass sie glücklich ist, dass es ihre Entscheidung ist, dass er sie liebt…blablabla. Klingt bekannt?
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Weiße Elefanten am Horizont
Das Bild der "weißen Elefanten" ist dabei total clever. Jig vergleicht die Hügel in der Ferne mit eben diesen Tieren. Ein weißer Elefant war früher mal ein Geschenk, das Könige machten. Klingt nett, oder? Aber die Dinger waren teuer in der Haltung und brachten dem Beschenkten oft mehr Ärger als Nutzen. Kurz gesagt: Ein unerwünschtes Geschenk. Und genau das ist die Schwangerschaft für den Amerikaner, zumindest scheint es so.
Was die Sache so amüsant macht, ist die Art, wie der Amerikaner sich windet und dreht. Er versucht, Jig zu überzeugen, dass die Abtreibung eine einfache Sache ist, eine Kleinigkeit, die sie einfach "machen" können. Er malt ein rosiges Bild davon, wie ihr Leben danach sein wird: Alles wird wieder so sein wie vorher, nur besser! Als ob man einen Pickel ausdrückt und dann alles tutti ist.

Jig hingegen ist hin- und hergerissen. Sie ist unsicher, ob sie dem Amerikaner überhaupt trauen kann. Sie spürt, dass er ihr etwas aufzwingen will, auch wenn er das Gegenteil beteuert. Und genau in diesem Hin und Her, in dieser subtilen Manipulation, liegt die Komik. Es ist eine traurige Komik, klar, aber trotzdem irgendwie absurd.
Der Tanz um den heißen Brei
Das wirklich Geniale an Hemingways Schreibstil ist, dass er so wenig sagt und doch so viel andeutet. Die Dialoge sind kurz und knapp, die Beschreibungen sparsam. Aber gerade dadurch entsteht eine unglaubliche Spannung. Man spürt förmlich, wie die unausgesprochenen Worte zwischen den beiden in der Luft hängen.

„I feel fine," Jig said. „I know you would," the man said. "It isn't really an operation at all."
Siehst du, wie sie aneinander vorbeireden? Wie er ihre Gefühle einfach abtut? Es ist zum Schreien komisch, weil es so realistisch ist. Wer hat nicht schon mal solche Gespräche geführt? Wo man sich wünscht, die andere Person würde einfach mal Klartext reden, anstatt um den heißen Brei herumzutanzen?

Am Ende der Geschichte wissen wir nicht, wie Jig sich entscheidet. Und genau das ist das Schöne daran. Hemingway lässt uns im Unklaren, er zwingt uns, selbst zu denken, selbst zu interpretieren. Er schenkt uns keine einfachen Antworten, sondern nur eine Momentaufnahme einer schwierigen Situation.
Also, wenn du das nächste Mal ein Gespräch führst, in dem es um etwas wirklich Wichtiges geht, denk an "Hills Like White Elephants". Denk an Jig und den Amerikaner, denk an die weißen Elefanten am Horizont. Und vielleicht hilft es dir ja, den Mut zu finden, einfach mal das auszusprechen, was wirklich zählt. Denn, ganz ehrlich, das ist doch viel lustiger, als sich mit unausgesprochenen Dingen herumzuquälen, oder?
Die Geschichte ist nicht nur ein trauriges Drama, sondern auch eine sarkastische Beobachtung menschlicher Kommunikation und den Schwierigkeiten, ehrlich und offen zu sein, besonders in Beziehungen.
