Gehaltsvorstellung Mit Oder Ohne 13 Gehalt

Wir alle kennen das Gefühl: Man hat endlich das perfekte Jobangebot in der Hand, aber dann kommt die Frage nach der Gehaltsvorstellung. Und plötzlich wird alles kompliziert. Besonders, wenn noch ein 13. Gehalt im Spiel ist. Viele Bewerber sind unsicher, ob sie ihr Wunschgehalt mit oder ohne Berücksichtigung des 13. Gehalts angeben sollen. Das kann zu Stress und letztendlich sogar zu einer schlechteren Verhandlungsposition führen. Aber keine Sorge, dieser Artikel hilft dir, die Verwirrung zu beseitigen und selbstbewusst in die Gehaltsverhandlung zu gehen.
Die Herausforderung: Gehaltsvorstellung und 13. Gehalt
Die Frage, ob du deine Gehaltsvorstellung mit oder ohne 13. Gehalt angeben sollst, ist tückisch. Es gibt keine pauschale Antwort, die für alle Situationen gilt. Die "richtige" Vorgehensweise hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Branche, dem Unternehmen und deinen individuellen Bedürfnissen.
Der springende Punkt ist, dass du transparenz schaffst und Missverständnisse vermeidest. Denn nichts ist schlimmer, als am Ende des Jahres festzustellen, dass dein tatsächliches Jahresgehalt deutlich unter deinen Erwartungen liegt.
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Warum ist das überhaupt wichtig? Stell dir vor, du gibst deine Gehaltsvorstellung ohne Berücksichtigung des 13. Gehalts an. Der Arbeitgeber interpretiert das so, dass dein Wunschgehalt inklusive des 13. Gehalts gemeint ist. Am Ende verdienst du weniger als erwartet. Oder umgekehrt: Du nennst ein sehr hohes Gehalt, inklusive des 13. Gehalts. Der Arbeitgeber ist abgeschreckt, obwohl dein eigentliches Wunschgehalt durchaus im Rahmen gelegen hätte.
Die Realität: Unterschiedliche Herangehensweisen
Die Unternehmen handhaben das Thema 13. Gehalt unterschiedlich. Einige Unternehmen erwarten, dass du dein Jahresgehalt inklusive des 13. Gehalts angibst. Andere gehen davon aus, dass dein Wunschgehalt das Grundgehalt ist, zu dem dann noch das 13. Gehalt hinzukommt.
Es gibt auch Unternehmen, die das 13. Gehalt gar nicht erwähnen, in der Annahme, dass es selbstverständlich ist. Diese Uneinheitlichkeit macht die Situation so kompliziert.

Ein Beispiel: Du möchtest 60.000 Euro im Jahr verdienen. Unternehmen A geht davon aus, dass du dein Jahresgehalt (inkl. 13. Gehalt) angibst. Du nennst also 60.000 Euro. Unternehmen B erwartet, dass du dein Grundgehalt angibst. Du müsstest dein Grundgehalt also niedriger ansetzen, damit du am Ende mit dem 13. Gehalt auf 60.000 Euro kommst.
Die Argumente: Mit oder ohne 13. Gehalt?
Argumente für die Angabe ohne 13. Gehalt:
- Transparenz: Dein Grundgehalt ist klar erkennbar.
- Vergleichbarkeit: Du kannst dein Gehalt besser mit anderen Stellen vergleichen, die kein 13. Gehalt anbieten.
- Verhandlungsposition: Du hast mehr Spielraum bei der Verhandlung, da du das 13. Gehalt als "Bonus" hervorheben kannst.
Argumente für die Angabe mit 13. Gehalt:

- Realistisches Bild: Du zeigst, welches Jahresgehalt du tatsächlich erwartest.
- Einfachheit: Es ist einfacher, ein Gesamtjahresgehalt zu nennen, besonders wenn das 13. Gehalt üblich ist.
- Vermeidung von Missverständnissen: Du stellst sicher, dass der Arbeitgeber deine Gehaltsvorstellung richtig versteht.
Der Gegenstandpunkt: Einige Experten argumentieren, dass die Angabe des Gehalts inklusive 13. Gehalt die Verhandlungsposition schwächt, da der Arbeitgeber das 13. Gehalt als "gegeben" betrachtet und weniger bereit ist, beim Grundgehalt Zugeständnisse zu machen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall und hängt stark vom Unternehmen und der Branche ab.
Die Lösung: Klare Kommunikation ist der Schlüssel
Die beste Lösung ist, klar und transparent zu kommunizieren. Gehe wie folgt vor:
- Recherchiere: Informiere dich über die Gehaltsstruktur des Unternehmens und der Branche. Nutze Gehaltsportale und Glassdoor, um ein Gefühl für das übliche Gehaltsniveau zu bekommen.
- Formuliere präzise: Gib deine Gehaltsvorstellung als Jahresbruttogehalt an. Wenn du ein 13. Gehalt erwartest, erwähne es explizit.
- Sei flexibel: Sei bereit, über dein Gehalt zu verhandeln. Zeige Kompromissbereitschaft, aber verliere deine eigenen Wertvorstellungen nicht aus den Augen.
- Stelle Fragen: Scheue dich nicht, Fragen zur Gehaltsstruktur des Unternehmens zu stellen. Das zeigt dein Interesse und vermeidet Missverständnisse.
Beispiele für Formulierungen:

- "Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 60.000 Euro brutto jährlich, inklusive eines 13. Gehalts."
- "Ich stelle mir ein Jahresbruttogehalt von 55.000 Euro vor, zuzüglich eines 13. Gehalts."
- "Mein Wunschgehalt liegt bei 5.000 Euro brutto monatlich, was einem Jahresgehalt von 60.000 Euro mit 13. Gehalt entspricht."
- "Ich bin offen für eine Gehaltsverhandlung. Mein Wunschgehalt liegt im Bereich von 50.000 bis 55.000 Euro brutto jährlich, gegebenenfalls zuzüglich eines 13. Gehalts. Hier bin ich gerne bereit, mich nach Ihren internen Gehaltsstrukturen zu richten."
Analogie: Stell dir vor, du kaufst ein Auto. Der Preis, der im Schaufenster steht, ist oft nicht der Endpreis. Es kommen noch Steuern, Zulassungsgebühren und eventuell Sonderausstattungen hinzu. Genauso ist es mit dem Gehalt. Dein Wunschgehalt ist wie der Grundpreis des Autos. Das 13. Gehalt ist wie eine Sonderausstattung, die den Gesamtpreis erhöht.
Zusätzliche Tipps für die Gehaltsverhandlung
Die Gehaltsverhandlung ist ein wichtiger Teil des Bewerbungsprozesses. Hier sind einige zusätzliche Tipps, die dir helfen können, ein gutes Ergebnis zu erzielen:
- Kenne deinen Wert: Informiere dich über dein Marktwert. Welche Gehälter werden in deiner Branche und für deine Position gezahlt?
- Übe die Verhandlung: Übe mit Freunden oder Familie, wie du deine Gehaltsvorstellung präsentierst und auf Einwände reagierst.
- Sei selbstbewusst: Glaube an deine Fähigkeiten und deine Leistungen. Zeige dem Arbeitgeber, warum du das Gehalt verdienst, das du forderst.
- Sei professionell: Bleibe während der gesamten Verhandlung professionell und respektvoll. Vermeide es, unverschämt oder fordernd zu sein.
- Konzentriere dich auf den Mehrwert: Betone, welchen Mehrwert du dem Unternehmen bringst. Zeige auf, wie deine Fähigkeiten und Erfahrungen zum Erfolg des Unternehmens beitragen werden.
- Sei bereit, Kompromisse einzugehen: Eine Gehaltsverhandlung ist selten ein Nullsummenspiel. Sei bereit, Kompromisse einzugehen, um ein für beide Seiten akzeptables Ergebnis zu erzielen.
- Verhandle nicht nur das Gehalt: Wenn du beim Gehalt nicht weiter kommst, versuche, andere Benefits zu verhandeln, wie z.B. mehr Urlaubstage, flexible Arbeitszeiten oder Weiterbildungsmöglichkeiten.
Spezifische Branchen und das 13. Gehalt
In einigen Branchen ist das 13. Gehalt üblicher als in anderen. Zum Beispiel ist es im Banken- und Versicherungswesen, in der chemischen Industrie und im öffentlichen Dienst weit verbreitet. In Start-ups oder kleineren Unternehmen ist es oft weniger üblich.

Wie finde ich heraus, ob ein 13. Gehalt üblich ist?
- Stellenanzeigen: Achte auf Formulierungen wie "Jahressonderzahlung", "Weihnachtsgeld" oder "Urlaubsgeld".
- Gehaltsportale: Viele Gehaltsportale geben an, ob ein 13. Gehalt in der Branche üblich ist.
- Netzwerk: Sprich mit Kollegen oder Bekannten, die in der Branche arbeiten.
- Frage im Vorstellungsgespräch: Scheue dich nicht, im Vorstellungsgespräch nach der Gehaltsstruktur des Unternehmens zu fragen.
Zusammenfassung und Fazit
Die Frage, ob du deine Gehaltsvorstellung mit oder ohne 13. Gehalt angibst, ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Wichtigste ist, klar und transparent zu kommunizieren und Missverständnisse zu vermeiden. Informiere dich über die Gehaltsstruktur des Unternehmens und der Branche, formuliere präzise und sei bereit, über dein Gehalt zu verhandeln.
Denke daran, dass das 13. Gehalt nur ein Teil deines Gesamtpakets ist. Konzentriere dich auch auf andere Benefits wie Urlaubstage, flexible Arbeitszeiten oder Weiterbildungsmöglichkeiten. Mit der richtigen Vorbereitung und einer selbstbewussten Haltung kannst du eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung führen und das Gehalt erzielen, das du verdienst.
Und jetzt? Welche Informationen aus diesem Artikel waren für dich am hilfreichsten? Und welche konkreten Schritte wirst du unternehmen, um dich optimal auf deine nächste Gehaltsverhandlung vorzubereiten?
