Stell dir vor, es ist ein sonniger Nachmittag. Die Vögel zwitschern, die Blumen blühen und... zwei Ameisen unterhalten sich. Ja, richtig gelesen! Wir sprechen über die berühmten (oder vielleicht auch berüchtigten) Ameisen aus dem deutschen Kinderlied: "Es waren einmal zwei Ameisen".
Die Protagonisten: Anton und Berta (oder so ähnlich)
Also, offiziell haben die Ameisen im Lied keinen Namen, aber in meiner Vorstellung heißen sie Anton und Berta. Anton ist der etwas ängstlichere, der immer zuerst schaut, ob auch wirklich keine riesigen Gießkannen lauern. Berta hingegen ist die Draufgängerin, die sagt: "Ach, Quatsch, Anton! Wir schaffen das schon!" Stell dir Anton als den Buchhalter in der Ameisenkolonie vor, der jeden Krümel genauestens dokumentiert. Und Berta? Sie ist die Eventmanagerin, die ständig neue Futterquellen erschließt und die anderen Ameisen zu fröhlichen Picknicks anstiftet.
Die Hindernisse: Eine Welt voller Gefahren (und Krümel)
Für diese kleinen Krabbler ist die Welt da draußen ein riesiger Abenteuerspielplatz voller Gefahren. Ein Grashalm ist wie ein Baumstamm, ein Regentropfen wie eine Flutwelle und ein menschlicher Fuß... nun ja, das ist wie ein Godzilla, der einfach so aus dem Nichts auftauchen kann. Aber keine Sorge, unsere Helden sind hart im Nehmen (naja, zumindest versuchen sie es).
Und was ist ihr Ziel? Natürlich Nahrung! Stell dir vor, du hast den ganzen Tag nichts gegessen und dann entdeckst du eine riesige Brezelkrume. Für Anton und Berta ist das wie der Fund von Gold. Nur viel leckerer. Diese Krume zu bergen ist ihre Mission, ihr heiliger Gral, ihre ganz persönliche Expedition.
Die Stolpersteine: Wenn das Schicksal zuschlägt
Das Lied erzählt von all den kleinen Unannehmlichkeiten, die den Ameisen auf ihrem Weg begegnen. Sie fallen in ein tiefes Loch (wahrscheinlich nicht tiefer als fünf Millimeter, aber für eine Ameise ist das wie der Marianengraben!). Sie rutschen aus, stolpern und werden von einem Windstoß fast weggepustet. Manchmal frage ich mich, ob das Leben einer Ameise nicht doch stressiger ist als mein eigener Alltag. Und ich sitze hier am Computer und schreibe diesen Artikel!
In Hamburg lebten zwei Ameisen, Joachim Ringelnatz | myToys
Aber das ist ja das Schöne an dem Lied! Es zeigt uns, dass auch die kleinsten Wesen mit großen Herausforderungen zu kämpfen haben. Und dass es wichtig ist, nicht aufzugeben, egal wie steinig der Weg auch sein mag. Außerdem erinnert es uns daran, dass wir uns manchmal nicht so wichtig nehmen sollten. Wer weiß, vielleicht stolpern gerade zwei Ameisen über unseren Fuß und denken: "Mensch, ist der Weg hier holprig!"
Das Lied ist natürlich voller Übertreibungen. Ich meine, wir wissen ja nicht wirklich, was Ameisen denken (oder ob sie überhaupt denken). Aber genau das macht es ja so lustig und unterhaltsam. Es ist eine liebevolle Persiflage auf das Leben und seine Widrigkeiten, verpackt in einer einfachen Melodie und kindgerechten Reimen.
In Hamburg lebten zwei Ameisen, Joachim Ringelnatz | myToys
Die Moral von der Geschicht': Zusammen sind wir stark (und besser im Krümel-Transport)
Was können wir also von Anton und Berta lernen? Erstens: Gib niemals auf! Auch wenn dir ein riesiger Schuh im Weg steht oder du in einem mikroskopisch kleinen Loch feststeckst, bleib dran. Zweitens: Gemeinsam sind wir stark. Stell dir vor, Anton und Berta würden versuchen, die Brezelkrume alleine zu transportieren. Das würde ja ewig dauern! Aber zusammen schaffen sie es (hoffentlich) zum Ameisenbau, wo sie die Beute mit ihren Freunden teilen können.
Und drittens: Manchmal ist es gut, über sich selbst zu lachen. Die kleinen Pannen und Missgeschicke, die uns im Leben passieren, sind oft gar nicht so schlimm, wenn wir sie mit Humor nehmen. Und wer weiß, vielleicht erzählt man sich in der Ameisenkolonie noch in hundert Jahren die Geschichte von Anton und Berta und ihrem waghalsigen Abenteuer mit der Brezelkrume.
Verena Zimmermann: Zwei Ameisen auf Reisen › Buchpatenschaften
Also, das nächste Mal, wenn du eine Ameise siehst, denk an Anton und Berta und lächle. Vielleicht sind sie ja gerade auf dem Weg zu einem epischen Abenteuer. Und vielleicht, nur vielleicht, lernen sie von dir ja auch etwas.
Und jetzt entschuldige mich bitte. Ich glaube, ich habe da gerade eine Krume auf dem Boden entdeckt...