Er Ist Clown In Einem Zirkus

Okay, stellt euch vor: Ich stehe im Supermarkt, total vertieft in die Frage, ob ich jetzt wirklich noch extra für Avocado-Öl Kohle raushauen soll (ist das überhaupt so ein Gamechanger, oder eher so ein fancy Marketing-Gag?). Und dann... BUMM! Stolpert ein Typ direkt vor meine Füße. Nicht irgendwie peinlich stolpern, sondern so richtig artistisch. Er fängt sich mit 'ner Pirouette wieder, macht noch 'nen kleinen Knicks und entschuldigt sich mit 'ner Stimme, die klingt, als hätte er gerade 'nen Heliumballon inhaliert. Ich dachte nur: "Was zur Hölle war das denn jetzt?!"
Später habe ich ihn dann wiedergesehen. Im Zirkus. Als... ihr ahnt es schon: Clown. Genauer gesagt: Er ist Clown in einem Zirkus.
Das Leben als Lachen
Ich meine, denkt mal drüber nach. Clown sein. Ist das nicht irgendwie der absolute Wahnsinn? Nicht nur, dass du dich jeden Tag schminken musst wie 'ne wandelnde Farbexplosion (und wir alle wissen, wie lange ich schon für meinen dezenten Nude-Look brauche!), sondern du bist auch noch verpflichtet, lustig zu sein. Verpflichtet! Kann man das überhaupt?
Must Read
Ich habe mich gefragt: Was treibt jemanden dazu an, sein Leben dem Lachen anderer zu widmen? Ist das so 'ne Art Berufung? Oder ist es einfach nur 'ne verrückte Wette, die irgendwann mal eskaliert ist? (Vielleicht hat er beim Junggesellenabschied zu tief ins Glas geschaut und am nächsten Morgen mit 'nem Zirkusdirektor 'nen Vertrag unterschrieben... man weiß ja nie!)
Ich meine, klar, wir alle kennen die Klischees: Rote Nase, übergroße Schuhe, Torten ins Gesicht. Aber ist das wirklich alles? Gibt es da nicht noch mehr? Was steckt hinter der Schminke? Hinter dem gezwungenen Grinsen?

Mehr als nur "Haha"
Ich habe ein bisschen recherchiert (ja, ich bin so neugierig!). Und was ich herausgefunden habe, hat mich echt überrascht. Clown sein, das ist Handwerk, Kunst und Therapie in einem. Du musst jonglieren können, akrobatische Höchstleistungen vollbringen (okay, vielleicht nicht immer Höchstleistungen, aber zumindest so, dass du nicht gleich 'nen Knöchel brichst), improvisieren können und vor allem: Dein Publikum lesen können. Und das alles, während du aussiehst wie 'ne Mischung aus Ronald McDonald und Pippi Langstrumpf. Respekt!
Und dann ist da noch die psychologische Komponente. Ein guter Clown weiß genau, wie er die Leute kitzeln muss, um sie zum Lachen zu bringen. Er spielt mit ihren Ängsten, ihren Hoffnungen, ihren Sehnsüchten. Er ist ein Meister der subtilen Kommunikation. Krass, oder?
Denk mal an Buster Keaton oder Charlie Chaplin. Die waren ja auch im Grunde genommen Clowns, aber mit 'ner ordentlichen Portion Tiefgang. Die haben uns nicht nur zum Lachen gebracht, sondern auch zum Nachdenken.

Der Clown in uns allen?
Ich frage mich, ob wir nicht alle ein bisschen Clown in uns haben. Ob wir nicht alle manchmal 'ne Maske tragen, um anderen zu gefallen, um nicht aufzufallen, um uns selbst zu schützen. (Und mal ehrlich, wer hat sich nicht schon mal in 'ner peinlichen Situation zum Affen gemacht, um die Stimmung aufzulockern?)
Vielleicht ist der Beruf des Clowns ja auch 'ne Art Spiegel. Er zeigt uns unsere eigenen Absurditäten, unsere eigenen Schwächen, unsere eigene Menschlichkeit. Und das auf 'ne Art und Weise, die uns zum Lachen bringt – auch wenn uns eigentlich zum Heulen zumute ist.

Jedenfalls, seit meiner Begegnung im Supermarkt sehe ich Clowns mit anderen Augen. Ich sehe nicht mehr nur die rote Nase und die übergroßen Schuhe, sondern auch die harte Arbeit, das Talent und die Courage, sich jeden Tag aufs Neue zum Affen zu machen. Und dafür: Hut ab!
Also, das nächste Mal, wenn ihr im Zirkus seid, schenkt dem Clown doch mal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Vielleicht entdeckt ihr ja auch den kleinen Clown in euch selbst.
Und falls ihr euch fragt: Ich hab das Avocado-Öl übrigens doch gekauft. War okay, aber kein Gamechanger. Typisch Marketing, eben. Zwinker
