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Charakterisierung Besuch Der Alten Dame


Charakterisierung Besuch Der Alten Dame

Okay, Leute, stellt euch vor: Ein Kaff, so verschlafen, dass selbst die Fliegen Gähnen. Güllen. Klingt doch schon nach 'ner Krankheit, oder? Und dann kommt sie: Claire Zachanassian. Millionärin. Milliardärin! Und die Ex-Freundin von Alfred Ill, unserem Lieblings-Tollpatsch aus Güllen. Ihr Besuch? Alles andere als ein Kaffeekränzchen.

Erste Szene: Der Empfang. Güllen ist aufgeregt wie ein Sack Flöhe. Sie warten auf Claire wie auf den Messias… oder eher wie auf den Gerichtsvollzieher, je nachdem, wie man's sieht. Ill, der Ladenbesitzer, soll die Stimmung hochhalten. Der arme Kerl schwitzt wahrscheinlich Blut und Galle unter seinem besten Sonntagsanzug.

Die Diva betritt die Bühne (mit Leoparden!)

Claire Zachanassian kommt nicht einfach an. Neee, die inszeniert ihren Auftritt. Mit dabei: Ein blinder Eunuch (jedem das Seine!), ein Sarg (für den Fall, dass Güllen Langeweile hat?), und ein schwarzer Panther. Ein schwarzer Panther! Ich mein, wer reist schon mit einem Panther?! Das ist doch Stoff für 'ne Talkshow bei Kerner. "Claire Zachanassian: Meine Jugendliebe, mein Sarg und mein Haustier, der Beißer."

Sie ist die personifizierte Arroganz. Ihre Gesichtszüge? Hart wie Granit. Ihre Kleidung? Teurer als Güllens gesamter Jahreshaushalt. Und ihre Aussagen? Direkt wie 'ne Faust ins Gesicht. Sie redet, als ob sie die Queen von Güllen wäre – was sie ja im Grunde auch ist, dank ihres Geldes.

Ach ja, und sie hat ein paar Ersatzteile. Prothesen. Eine Hand aus Elfenbein. Irgendwie gruselig, irgendwie cool. Man fragt sich, was die gute Frau noch alles in ihrem Gepäck hat. Vielleicht ein paar Laserwaffen? Oder einen sprechenden Papagei, der Börsentipps gibt?

Der Besuch der alten Dame | Kunst und Technik
Der Besuch der alten Dame | Kunst und Technik

Ill, der Gejagte

Alfred Ill, unser Protagonist wider Willen, ist das genaue Gegenteil. Er ist der typische Durchschnittsbürger. Ein bisschen feige, ein bisschen gierig, aber im Grunde ein guter Kerl. Dachte er zumindest. Bis Claire kommt und ihm seine Jugendsünde unter die Nase reibt.

Er versucht, sich bei Claire einzuschmeicheln. Er spielt den netten Ladenbesitzer, bietet ihr Kaffee und Kuchen an (bestimmt abgelaufen!), und hofft, dass sie ihn in Ruhe lässt. Fehlanzeige! Claire hat 'nen Plan, der so diabolisch ist, dass selbst Darth Vader neidisch wäre.

Der Besuch der alten Dame | Kunst und Technik
Der Besuch der alten Dame | Kunst und Technik

Ill repräsentiert Güllen. Er ist das Symbol für die moralische Verkommenheit der Stadt. Er hat Claire damals sitzen lassen, um eine andere Frau zu heiraten, die mehr Geld hatte. Und jetzt soll er dafür büßen. Tja, wer den Pfennig nicht ehrt...

Das Angebot, das man nicht ablehnen kann (oder doch?)

Jetzt kommt der Knaller: Claire bietet Güllen eine Milliarde. Eine Milliarde! Damit könnten sie die Stadt sanieren, neue Fabriken bauen, sich einen Privatjet leisten… kurzum, alles, wovon sie träumen. Aber natürlich gibt's einen Haken. Einen riesengroßen, stinkenden Haken.

Die Bedingung: Jemand muss Alfred Ill umbringen. Für Gerechtigkeit. Für Rache. Für eine Milliarde! Ihr Gesicht, als sie das sagt? Eisig. Unbarmherzig. Sie ist fest entschlossen, ihren Plan durchzuziehen. Das ist keine Bitte, das ist ein Befehl.

Der Besuch der alten Dame: Charakterisierung von Claire
Der Besuch der alten Dame: Charakterisierung von Claire

Ironie des Schicksals: Ill, der einst der beliebteste Mann in Güllen war, wird plötzlich zum Freiwild. Seine Freunde, seine Nachbarn, alle, die ihn mal mochten, schauen ihn plötzlich mit anderen Augen an. Sie sehen nicht mehr Alfred Ill, den Ladenbesitzer, sondern eine wandelnde Milliarde.

Güllens moralischer Bankrott

Anfangs beteuern alle ihre Unschuld. "Mord? Wir? Niemals!" Aber dann kaufen sie neue Schuhe. Neue Autoreifen. Neue Häuser. Plötzlich können sie sich alles leisten. Der wirtschaftliche Aufschwung ist nicht zu übersehen. Aber er ist mit Blut befleckt.

Der Besuch der alten Dame: Charakterisierung von Claire
Der Besuch der alten Dame: Charakterisierung von Claire

Die Bewohner Güllens sind verführbar. Das Geld hat sie blind gemacht. Sie sind bereit, ihre moralischen Werte für ein bisschen Wohlstand zu opfern. Sie sind das beste Beispiel dafür, dass Geld allein nicht glücklich macht – aber es erleichtert das Leben ungemein. Besonders wenn man ein neues Auto haben will.

Und Ill? Der merkt langsam, dass ihm die Luft ausgeht. Er wird immer panischer, versucht zu fliehen, aber es gibt kein Entkommen. Er ist gefangen in Güllen, gefangen in Claires Racheplan. Er ist ein Spielball in einem perfiden Spiel, das er selbst mit verursacht hat.

Am Ende steht die Frage: Wer ist hier das eigentliche Monster? Claire, die ihre Rache durchsetzt? Oder Güllen, die bereitwillig zum Mörder wird für ein bisschen Geld? Darüber kann man sich streiten – am besten bei 'ner Tasse Kaffee (vielleicht nicht in Güllen, da schmeckt der bestimmt nach Leichen).

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