Blut Fließt Langsam Bei Blutabnahme

Ich sage es ja nur ungern, aber… gibt es etwas Demütigenderes als eine Blutabnahme, die ewig dauert?
Man liegt da so, der Ärmel hochgekrempelt, voller Vertrauen in die medizinische Expertise. Man atmet tief durch, bereit für den kleinen Pieks. Und dann… nichts. Oder besser gesagt: kaum etwas. Der Tropfen Blut kriecht gefühlt im Schneckentempo in das Röhrchen.
Ich weiß, ich weiß, wir sollen geduldig sein. Das medizinische Personal gibt sich ja auch alle Mühe. Aber innerlich schreie ich dann immer: "Hopp, hopp! Wir haben hier noch Termine!"
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Der Kampf mit der Schwerkraft
Ist es nur bei mir so, oder scheint das Blut manchmal eine regelrechte Abneigung gegen die Schwerkraft zu haben? Als würde es sagen: "Nö, runterfließen? Keine Lust! Ich bleib' lieber hier, wo's warm und gemütlich ist."
Dann wird man aufgefordert, die Hand zu ballen und wieder zu öffnen. So richtig schön pumpen. Als würde man versuchen, einen störrischen Esel zum Trinken zu zwingen. Bringt's was? Manchmal. Oft fühlt es sich aber eher an wie ein sinnloser Gymnastikkurs für die Hand.

"Pumpen Sie mal kräftig!" – Der Standardsatz, der innerlich immer ein leises Augenrollen auslöst.
Und dann der Moment, wenn die nette Schwester oder der nette Pfleger anfängt, sanft an der Nadel zu wackeln. Man spürt, wie sich der leichte Schmerz in ein unangenehmes Kribbeln verwandelt. Man weiß: Jetzt wird's ernst. Jetzt wird gefischt.
Unpopuläre Meinung: Das Problem liegt nicht an mir!
Ich weiß, viele werden jetzt sagen: "Du musst dich entspannen!" oder "Vielleicht hast du kalte Hände!" Jaja, immer sind die Patienten schuld. Aber mal ehrlich: Manchmal habe ich das Gefühl, mein Blut hat einfach keinen Bock. Es ist, als hätte es beschlossen, heute einen Streik zu veranstalten.
Ich meine, ich habe schon alles versucht. Warme Getränke vorher, Entspannungsübungen, positive Affirmationen. Aber dieses störrische Blut… es lässt sich einfach nicht überzeugen. Es tröpfelt und tröpfelt und tröpfelt.

Und dann kommt der Moment, in dem man sich fragt: "Ist das jetzt schon alles? Oder muss ich noch eine halbe Stunde hier liegen und dem Blut beim langsamen Dahinfließen zusehen?"
Die Leiden des Langsam-Bluters
Man beobachtet das medizinische Personal. Man sieht die leicht gequälten Gesichtsausdrücke. Man spürt, wie die Ungeduld im Raum steigt. Und man selbst fühlt sich schuldig. So, als wäre man persönlich dafür verantwortlich, dass die Blutabnahme länger dauert als geplant.

Aber hey, ich kann auch nichts dafür! Mein Körper hat halt beschlossen, dass Blutabnahmen ein Marathon und kein Sprint sein sollen. Ich bin quasi der Usain Bolt der langsamen Blutabnahmen.
Und während das Blut so langsam, aber sicher ins Röhrchen tröpfelt, stelle ich mir vor, wie es später im Labor untersucht wird. Ob es dann auch so langsam ist? Oder ob es sich dort endlich mal etwas beeilt?
Ich hoffe einfach, dass die Ergebnisse genauso langsam eintrudeln wie das Blut geflossen ist. Dann habe ich wenigstens etwas davon, dass ich so lange da gelegen habe.

Also, an alle Leidensgenossen: Wir sind nicht allein! Es gibt uns, die Langsam-Bluter. Und wir stehen das gemeinsam durch. Irgendwann ist auch die langsamste Blutabnahme vorbei. Und dann dürfen wir uns auf den kleinen Pflaster freuen.
Und vielleicht, nur vielleicht, fließt es beim nächsten Mal ja etwas schneller. Aber darauf würde ich mich nicht verlassen.
Ich freue mich schon auf die nächste Blutabnahme. Ehrlich. Wirklich.
