Aufmunternde Worte Für Einen Krebskranken

Okay, Leute, stellt euch vor: Ich sitze hier, in meinem Lieblingscafé, Cappuccino dampft vor mir, und ich überlege, was man jemandem sagt, der mit Krebs kämpft. Keine leichte Aufgabe, oder? Denn mal ehrlich, die typischen Phrasen klingen doch oft so… naja, nach leeren Worthülsen. Wir wollen doch was Besseres, was Echtes, was zum Schmunzeln bringt, oder?
Was nicht sagen!
Fangen wir mal mit dem an, was man auf keinen Fall sagen sollte. "Das wird schon wieder." Ernsthaft? Das klingt, als ob man 'ne Erkältung hätte. Oder "Ich weiß, wie du dich fühlst." Nein! Du weißt es nicht! Es sei denn, du hast zufällig auch gerade 'ne Chemo-Behandlung, dann...okay, dann vielleicht ein bisschen. Aber ansonsten: Lass es einfach. Und bloß keine Vergleiche mit irgendwelchen entfernten Bekannten, die's auch "überlebt" haben. Jeder Krebs ist anders, jede Person ist anders. Das ist, als würde man sagen: "Dein Auto hat 'nen Platten? Mein Roller hatte auch mal einen! Geht schon wieder!" Hilft nicht, oder?
Und was auch blöd ist: Irgendwelche ungefragten Ratschläge geben, wie man sich "richtig" ernähren soll, um den Krebs zu besiegen. Ja, gesunde Ernährung ist wichtig. Aber gerade in so einer Situation hat man echt andere Sorgen, als den perfekten Grünkohl-Smoothie zu mixen. Vertraut mir. Ich habe mal versucht, einen Grünkohl-Smoothie zu machen. Das Ergebnis war...sagen wir mal...weniger appetitlich. Es sah aus, als hätte Hulk sich übergeben.
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Was man stattdessen tun kann: Die "Aufmunterungs-Toolbox"
Also, was sagen wir stattdessen? Hier kommt meine persönliche "Aufmunterungs-Toolbox":
1. Sei einfach da: Das klingt simpel, ist aber Gold wert. Frag, ob du was mitbringen kannst, ob du was erledigen kannst (Einkäufe, Kinderbetreuung, den Staubsauger zum Laufen bringen – Staubsauger sind ja bekanntlich die heimlichen Feinde jedes Krebskranken. Oder bin das nur ich?). Einfach anbieten, ohne Druck auszuüben. "Hey, ich geh einkaufen, brauchst du was?" ist besser als "Sag mir, wenn ich irgendwas tun kann!" Denn "irgendwas" ist für die meisten Leute viel zu vage.

2. Humor ist (manchmal) erlaubt: Humor ist ein zweischneidiges Schwert. Aber wenn die Person, die krank ist, selbst Humor hat, dann kann man das ruhig aufgreifen. Aber bitte: Keine Witze über Krebs! Das ist ein No-Go. Eher so: "Ich hab gehört, Chemotherapie macht dich unfruchtbar. Dann musst du dich jetzt auch nicht mehr mit Verhütung rumschlagen!" (Disclaimer: Dieser Witz ist nur für Leute, die ihren Humor nicht im Keller versteckt haben!) Aber im Ernst: Ein bisschen Albernheit kann Wunder wirken. Ich erinnere mich an einen Freund, der während seiner Chemo nur noch bunte Socken getragen hat. Er sagte, das sei sein "Chemo-Schick". Hat alle zum Lachen gebracht.
3. Erinnerungen teilen: Erzähl von schönen, lustigen, unbeschwerten Momenten, die ihr zusammen erlebt habt. Das lenkt ab und gibt Kraft. "Weißt du noch, als wir versucht haben, dieses Ikea-Regal aufzubauen und es komplett schief geworden ist? Wir haben so gelacht!" Das ist tausendmal besser als "Ich bete für dich!" (Obwohl Beten natürlich auch nicht schadet, aber erzähl's nicht die ganze Zeit).

4. Praktische Hilfe anbieten: Kannst du den Garten machen? Die Post holen? Das Auto waschen? (Autos sind auch Feinde! Besonders wenn sie dreckig sind.) Das sind konkrete Dinge, die wirklich helfen. Eine Freundin hat mal für mich einen ganzen Stapel Hörbücher aufgenommen, weil ich während meiner Behandlung so müde war. Das war der Wahnsinn!
5. Zuhören, zuhören, zuhören: Manchmal muss man einfach nur da sein und zuhören. Ohne Ratschläge, ohne Urteile. Einfach nur da sein und Raum geben. Das ist oft das Wichtigste. Und wenn die Person einfach nur schweigen will, ist das auch okay. Manchmal ist die beste Unterstützung einfach nur die Anwesenheit.

Das "unerwartete Superkraft"-Argument
Okay, und jetzt kommt der Clou: Manchmal hilft es, die Situation etwas...anders zu betrachten. Ich habe mal gelesen, dass Krebskranke eine Art "unerwartete Superkraft" entwickeln. Sie werden plötzlich zu Meistern der Prioritätensetzung. Sie wissen genau, was wirklich wichtig ist im Leben und was nicht. Sie lernen, jeden einzelnen Tag zu schätzen. Sie werden zu Experten im "Nein"-Sagen (endlich!). Und sie entwickeln eine unglaubliche Stärke. Das ist doch was, oder? Klar, das ist kein Trostpflaster für die Chemo, aber vielleicht ein kleiner Lichtblick am Horizont.
Also, merkt euch: Seid da, seid ehrlich, seid humorvoll (wenn's passt), bietet praktische Hilfe an und hört zu. Und vor allem: Vergesst nicht, dass ein bisschen Menschlichkeit mehr wert ist als tausend leere Phrasen. Und jetzt trinke ich meinen Cappuccino aus. Prost auf all die Superhelden da draußen!
