Aktiv Latente Steuern Beispiel

Okay, stellt euch vor: Ich sitze beim Bäcker. Will mir ein Brötchen holen. Und der Bäcker sagt: "Hey, du schuldest mir noch 50 Cent vom letzten Mal!" Ich: "Äh, echt? Hab ich vergessen!" Das ist im Prinzip wie eine latente Steuer. Nur halt in kompliziert und mit dem Finanzamt. Nicht mit dem netten Bäcker von nebenan, schade eigentlich.
Wir reden heute über aktive latente Steuern. Klingt erstmal furchtbar bürokratisch, ich weiß. Aber keine Panik! Wir brechen das runter, versprochen.
Was sind latente Steuern überhaupt?
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Latente Steuern entstehen, wenn es Unterschiede zwischen der Bilanzierung nach Handelsrecht (HGB) und nach Steuerrecht gibt. Stellt euch vor, ihr habt zwei verschiedene Kochrezepte für den gleichen Kuchen. Das Ergebnis ist ähnlich, aber die Zutaten und die Zubereitung sind ein bisschen anders.
Im Wesentlichen geht es darum, dass bestimmte Aufwendungen oder Erträge in der Handelsbilanz anders behandelt werden als in der Steuerbilanz. Dadurch entstehen zeitliche Unterschiede, wann diese Positionen steuerlich wirksam werden. Also, wann ihr sie tatsächlich dem Finanzamt meldet.
Aktive vs. Passive Latente Steuern: Der Unterschied

Es gibt zwei Arten von latenten Steuern: aktive und passive.
- Passive latente Steuern: Das sind quasi die Steuern, die ihr später mal zahlen müsst. Weil eure Gewinne in der Handelsbilanz höher sind als in der Steuerbilanz. Also eher so die "Oh je, das wird teuer"-Variante.
- Aktive latente Steuern: Das sind Steuern, die ihr später sparen werdet. Weil eure Verluste (oder geringeren Gewinne) in der Handelsbilanz höher sind als in der Steuerbilanz. Also eher die "Super, da kommt noch was zurück"-Variante.
Heute konzentrieren wir uns auf die aktiven latenten Steuern. Die sind nämlich tendenziell etwas optimistischer. Wer will schon immer nur an Steuern denken, die man zahlen muss?
Beispiel für aktive latente Steuern
Okay, jetzt kommt das Beispiel! Nehmen wir an, eure Firma hat einen Verlustvortrag. Das bedeutet, ihr habt in der Vergangenheit Verluste gemacht, die ihr noch nicht mit Gewinnen verrechnen konntet. Das ist wie ein Gutschein beim Bäcker für ein Brötchen, den ihr noch einlösen könnt.
Sagen wir mal, der Verlustvortrag beträgt 100.000 Euro. Und der Steuersatz beträgt 25% (inklusive Soli und Gewerbesteuer, zur Vereinfachung).

Rein rechnerisch bedeutet das: Ihr könnt später 25.000 Euro an Steuern sparen (100.000 Euro x 25% = 25.000 Euro). Diese 25.000 Euro sind eine aktive latente Steuer.
Warum aktiv? Weil es ein Potenzial für eine zukünftige Steuerentlastung ist. Ihr habt quasi einen Steueranspruch gegenüber dem Finanzamt, der in der Zukunft wirksam wird. Genial, oder? (Naja, wenn man es so betrachtet...)
ABER! Achtung!

Es gibt da einen Haken. Ihr dürft die aktive latente Steuer nur dann ansetzen, wenn es wahrscheinlich ist, dass ihr in Zukunft auch Gewinne erzielt, mit denen ihr den Verlustvortrag verrechnen könnt. Wenn eure Firma kurz vor dem Aus steht, sieht die Sache anders aus. Dann ist es eher unwahrscheinlich, dass ihr jemals diese Steuerentlastung in Anspruch nehmen könnt.
Die Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Gewinne muss gut begründet sein. Da schaut der Wirtschaftsprüfer ganz genau hin. Also nicht einfach so hoffen und drauf los buchen!
Buchung von aktiven latenten Steuern
Vereinfacht gesagt bucht man die aktive latente Steuer als Forderung gegenüber dem Finanzamt. Sie taucht in der Bilanz als Vermögenswert auf. Und zwar unter dem Posten "Aktive latente Steuern". Also quasi ein "Hier, Finanzamt, ihr schuldet uns was!"-Eintrag.

Wenn dann in der Zukunft tatsächlich Gewinne erzielt werden und der Verlustvortrag verrechnet wird, löst sich die aktive latente Steuer wieder auf. Die Forderung gegenüber dem Finanzamt wird geringer, und der Gewinn wird entsprechend höher. Alles im Fluss, sozusagen.
Fazit: Aktive latente Steuern – Hoffnungsschimmer am Horizont?
Aktive latente Steuern können eine positive Auswirkung auf die Bilanz haben. Sie zeigen, dass ein Unternehmen Potenzial für zukünftige Steuerentlastungen hat. Aber: Sie sind immer an die Bedingung geknüpft, dass auch tatsächlich Gewinne erzielt werden müssen. Sonst war's das mit dem Hoffnungsschimmer.
Und jetzt, ab zum Bäcker! Vielleicht habt ihr ja auch noch irgendwo einen vergessenen Gutschein... (Ich leider nicht...)
