Woher Kommt Das Wort Getürkt

Woher kommt das Wort "getürkt"? Hand aufs Herz, habt ihr euch das auch schon mal gefragt? Ich schon! Und ich finde, es ist höchste Zeit, dass wir uns diesem kniffligen Fall mal widmen. Achtung, es wird vielleicht ein bisschen politisch unkorrekt, aber hey, wir sind ja unter uns.
Also, "getürkt" bedeutet ja so viel wie "gefälscht", "manipuliert" oder "vorgetäuscht". Wenn man sagt, etwas ist "getürkt", dann will man damit zum Ausdruck bringen, dass da irgendwas faul ist. Dass jemand versucht, uns für dumm zu verkaufen. Kennen wir alle, oder?
Aber woher kommt denn nun diese seltsame Verbindung zur Türkei? Das ist die große Frage. Die gängige Erklärung ist, dass der Begriff im 19. Jahrhundert entstanden ist, einer Zeit, in der das Osmanische Reich (die heutige Türkei) nicht unbedingt für seine Ehrlichkeit und Transparenz bekannt war. Da gab es wohl einige schattige Geschäfte und diplomatische Winkelzüge, die den Ruf der Türken nicht gerade verbessert haben. Und schwupps, war das Wort "getürkt" geboren.
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Klingt plausibel, oder? Aber jetzt kommt meine unpopuläre Meinung: Ich glaube, es ist ein bisschen komplizierter. Klar, das Osmanische Reich hatte vielleicht kein lupenreines Image. Aber mal ehrlich, welche Großmacht hat das schon?
Ich behaupte mal frech: Vielleicht lag es auch daran, dass die Türken "anders" waren. Sie waren "die Anderen". Sie hatten eine andere Kultur, eine andere Religion, eine andere Art, Geschäfte zu machen. Und wenn man etwas nicht versteht, dann ist es ja schnell mal "getürkt". Kennt man ja auch aus dem Alltag. Die neue Software im Büro? Getürkt! Die komplizierte Steuererklärung? Getürkt! Der Erfolg des Nachbarn? Ganz bestimmt getürkt!

Ein bisschen Geschichtsunterricht
Denkt mal an die vielen Vorurteile, die es gegenüber anderen Kulturen gab und gibt. Die Engländer sind steif, die Franzosen arrogant, die Deutschen humorlos… und die Türken sind eben… nun ja, "türkisch". Ein bisschen rassistisch, oder?
Und jetzt kommt der Clou: Ich glaube, dass das Wort "getürkt" auch ein bisschen was mit unserer eigenen Bequemlichkeit zu tun hat. Es ist doch so einfach, etwas als "getürkt" abzustempeln, anstatt sich wirklich damit auseinanderzusetzen. Anstatt zu versuchen, die Hintergründe zu verstehen. Anstatt sich vielleicht sogar mal einzugestehen, dass man selbst nicht ganz unschuldig ist.

Ich will jetzt hier keine große Moralpredigt halten. Aber vielleicht sollten wir alle mal ein bisschen darüber nachdenken, bevor wir das Wort "getürkt" das nächste Mal benutzen. Ist es wirklich nur eine harmlose Redewendung? Oder steckt da vielleicht doch ein bisschen mehr dahinter?
Also was nun?
Klar, die Geschichte ist kompliziert und es gibt viele Meinungen. Aber vielleicht sollten wir uns einfach bewusst sein, dass Sprache Macht hat. Und dass Worte wie "getürkt" eben nicht nur harmlose Beschreibungen sind, sondern auch Vorurteile und Stereotypen verstärken können.

Und was tun wir jetzt mit diesem Wissen? Ganz einfach: Beim nächsten Mal, wenn ihr das Wort "getürkt" benutzen wollt, haltet kurz inne. Überlegt, ob es nicht vielleicht eine andere, weniger vorbelastete Formulierung gibt. Und wenn nicht, dann erklärt zumindest, warum ihr gerade dieses Wort benutzt.
Vielleicht können wir so ja ein bisschen dazu beitragen, dass die Welt ein bisschen weniger "getürkt" wird. Und ein bisschen ehrlicher. Und ein bisschen verständnisvoller. Wäre das nicht was?

Ich weiß, ich weiß. Das ist jetzt alles ein bisschen hochtrabend. Aber hey, irgendjemand muss ja mal den Anfang machen. Und vielleicht, ganz vielleicht, stimmen mir ja einige von euch heimlich zu.
Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Ich habe mal einen türkischen Freund gefragt, was er von dem Wort "getürkt" hält. Seine Antwort war überraschend pragmatisch: "Ach, solange es nicht 'deutsch' heißt, ist alles gut." Na, wenn das mal keine versöhnliche Geste ist!
