William West And William West

Kennst du das? Du rufst laut "Kevin!" und gefühlt die Hälfte des Spielplatzes dreht sich um. Oder "Lena!", und plötzlich grüßen dich drei verschiedene Mütter? Namen können tricky sein, besonders wenn sie... nun ja, verdammt häufig vorkommen. Stell dir das jetzt mal im ganz großen Stil vor, im Stil von Fingerabdrücken und Gefängniszellen. Und dann begrüße: William West.
Die Geschichte von William West - oder William West?
Okay, die Sache ist die: Es gab zwei William Wests. Und beide saßen in der gleichen Haftanstalt, im gleichen Bundesstaat (Kansas), ungefähr zur gleichen Zeit (1903). Kein Witz! Stell dir das mal vor. Wie bei "Eineiige Zwillinge, die sich gegenseitig in den Knast bringen wollen", nur ohne die Zwillinge und ohne den Vorsatz (wahrscheinlich!).
Einer der Williams war bereits im Gefängnis wegen – Achtung! – Kleinkriminalität. Der andere wurde gerade eingeliefert. Und hier beginnt das Chaos. Denn die Leute dachten, es wäre derselbe Kerl. "Hey William, was machst du denn schon wieder hier? Dachten wir, du sitzt deine Strafe ab!"
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Verständlich, oder? Früher, vor DNA-Tests und hochauflösenden Fotos, verließ man sich auf Bertillonage. Was das ist? Stell dir vor, du wirst vermessen wie ein Maßanzug, aber für Verbrechen. Kopfumfang, Armlänge, Fußgröße... alles, was dich einzigartig machen sollte. Sollte.
Bertillonage: Wenn Messen allein nicht reicht
Das Problem war: Die Bertillonage-Messungen der beiden William Wests waren fast identisch. Klar, minimale Abweichungen gab es. Aber genug, um zu sagen: "Jo, das ist derselbe Typ, nur hat er vielleicht einen schlechten Tag gehabt und sich etwas gestreckt."

Denk mal drüber nach. Du gehst zum Arzt. Der misst deinen Blutdruck, deinen Puls, wiegt dich. Und dann verwechselt er dich mit dem Typen, der vor dir dran war, weil eure Werte ähnlich sind! Horrorszenario, oder?
Der Wendepunkt: Der Fingerabdruck kommt ins Spiel
Gott sei Dank (oder der weitsichtigen Polizei von Leavenworth), fingen sie an, sich für Fingerabdrücke zu interessieren. Und endlich, nach all dem Durcheinander, kam die Wahrheit ans Licht. Die Fingerabdrücke der beiden William Wests waren so unterschiedlich wie ein Apfel und ein Fahrrad. Und das war der Beweis, dass es sich um zwei verschiedene Personen handelte!

Diese Geschichte ist nicht nur ein lustiges Kuriosum aus der Kriminalgeschichte. Sie war ein absoluter Gamechanger. Sie half dabei, Fingerabdrücke als die zuverlässigste Methode zur Identifizierung von Personen zu etablieren. Bertillonage? Adieu! Hallo, daktyloskopische Wunder!
Und was lernen wir daraus?
Also, das nächste Mal, wenn jemand deinen Namen falsch schreibt oder dich mit jemand anderem verwechselt, denk an die William Wests. Sei froh, dass du nicht im Knast sitzt und mit einem Doppelgänger verwechselt wirst! Und sei dankbar für die Fingerabdrücke. Sie sind die stillen Helden des Alltags, die uns davor bewahren, in einem Identitäts-Wirrwarr zu enden, der so kompliziert ist wie... nun ja, wie die Geschichte der zwei William Wests!
Und ganz ehrlich: Die Vorstellung, dass es irgendwo da draußen einen zweiten dich gibt, der zufällig genau zur gleichen Zeit im Gefängnis landet? Schon irgendwie lustig, oder? Obwohl, vielleicht sollte man lieber hoffen, dass der Doppelgänger dann ein Unschuldslamm ist...
