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Wie Viele Jesiden Gibt Es Auf Der Welt


Wie Viele Jesiden Gibt Es Auf Der Welt

Schon mal von den Jesiden gehört? Vielleicht nicht. Aber diese faszinierende Gemeinschaft mit ihrer uralten Kultur und einzigartigen Religion hat mehr Aufmerksamkeit verdient. Eine Frage, die oft aufkommt, ist: Wie viele Jesiden gibt es eigentlich auf der Welt? Lass uns das mal genauer unter die Lupe nehmen.

Eine Schätzung ist knifflig, aber...

Die Sache ist, eine genaue Zahl zu nennen, ist gar nicht so einfach. Verschiedene Quellen geben unterschiedliche Schätzungen an. Das liegt unter anderem daran, dass die jesidische Gemeinschaft über viele Länder verstreut ist und in einigen Regionen keine verlässlichen Bevölkerungsdaten vorliegen. Auch die Verfolgung, die Jesiden in der Vergangenheit und Gegenwart erleben mussten, hat dazu geführt, dass sich viele nicht offen zu ihrer Religion bekennen oder aus ihrer Heimat geflohen sind.

Trotz dieser Herausforderungen gehen Schätzungen davon aus, dass es weltweit zwischen 500.000 und 800.000 Jesiden gibt. Die meisten von ihnen leben im Irak, vor allem in der Region Sindschar im Nordirak. Bedeutende jesidische Gemeinschaften gibt es aber auch in Deutschland, Russland, Georgien, Armenien und anderen Ländern.

Wo leben die Jesiden eigentlich?

Der Irak ist das Herzland der jesidischen Kultur. Hier befinden sich ihre heiligen Stätten, wie das Lalisch-Tal mit dem Grab des Scheich Adi, dem wichtigsten Heiligen der Jesiden. Doch die Geschichte des Irak ist auch eine Geschichte von Verfolgung und Leid für die jesidische Gemeinschaft.

Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Zentrum für Jesiden entwickelt, viele sind hierher geflohen, um Schutz vor Krieg und Verfolgung zu suchen. Die jesidische Gemeinschaft in Deutschland ist mittlerweile gut integriert und trägt aktiv zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben bei.

Entführte Jesidinnen im Nordirak: Das Geschäft der Jesiden-Befreiung
Entführte Jesidinnen im Nordirak: Das Geschäft der Jesiden-Befreiung

Weitere Gemeinschaften: Kleinere, aber wichtige Gemeinschaften gibt es auch in der Türkei, Syrien und in den Ländern des Kaukasus. Diese Gemeinschaften haben oft eine lange und bewegte Geschichte hinter sich.

Was macht die jesidische Kultur so besonders?

Die jesidische Religion ist einzigartig. Sie ist eine uralte monotheistische Religion, die Elemente aus dem Zoroastrismus, dem Islam, dem Christentum und anderen Glaubensrichtungen vereint. Zentraler Bestandteil des jesidischen Glaubens ist der Glaube an einen einzigen Gott und an sieben Erzengel, von denen der wichtigste der Engel Pfau, Melek Taus, ist.

Ein paar interessante Fakten:

Das vergessene Leid der Jesiden: „Haben keine Hoffnung mehr, dass
Das vergessene Leid der Jesiden: „Haben keine Hoffnung mehr, dass
  • Jesiden glauben an Reinkarnation.
  • Ihre heilige Sprache ist Kurmandschi, ein kurdischer Dialekt.
  • Das Lalisch-Tal ist das wichtigste Heiligtum und Ziel von Pilgerreisen.

Die jesidische Kultur ist reich an Traditionen, Musik und Tanz. Ihre mündlich überlieferten religiösen Texte und Gesänge sind ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität. Die Bewahrung dieser Kultur ist für die jesidische Gemeinschaft von großer Bedeutung, besonders angesichts der Herausforderungen, denen sie in der Vergangenheit und Gegenwart begegnet sind.

Herausforderungen und Zukunft

Die jesidische Gemeinschaft hat in den letzten Jahrhunderten immer wieder Verfolgung und Genozid erlebt. Der Angriff des IS im Jahr 2014 auf die Region Sindschar war ein besonders grausames Kapitel. Tausende Jesiden wurden getötet, versklavt oder vertrieben. Die Folgen dieser Gräueltaten sind bis heute spürbar.

Wie Viele Jesiden Gibt Es
Wie Viele Jesiden Gibt Es

Trotz dieser traumatischen Erfahrungen hat die jesidische Gemeinschaft ihren Glauben und ihre Kultur bewahrt. Sie kämpft für Gerechtigkeit, für die Anerkennung des Genozids und für eine sichere Zukunft in ihrer Heimat. Die internationale Gemeinschaft spielt dabei eine wichtige Rolle, indem sie die Jesiden unterstützt und sich für ihre Rechte einsetzt.

Was können wir daraus lernen?

Die Geschichte der Jesiden erinnert uns daran, wie wichtig Toleranz, Respekt und der Schutz von Minderheiten sind. Sie zeigt uns auch, dass Kultur und Glaube unglaublich widerstandsfähig sein können, selbst unter schwierigsten Bedingungen.

Im Alltag können wir alle einen Beitrag leisten, indem wir uns informieren, Vorurteile abbauen und uns für eine Welt einsetzen, in der Vielfalt geschätzt und geschützt wird. Denn am Ende sind wir alle Teil einer globalen Gemeinschaft, die nur dann stark sein kann, wenn sie alle ihre Mitglieder einschließt und respektiert. Und vielleicht ist es ja auch mal an der Zeit, eine jesidische Kulturveranstaltung zu besuchen oder ein Buch über ihre Geschichte zu lesen.

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