Wie Schreibt Man Jour Fix

Jour Fixe. Schon das Wort klingt nach einer komplizierten Operation am offenen Herzen. Oder nach einem französischen Gericht, das keiner aussprechen kann. Aber eigentlich ist es nur ein Meeting. Ein wiederkehrendes Meeting, um genau zu sein.
Ich weiß, ich weiß, Meetings sind schon schlimm genug. Aber ein Jour Fixe? Klingt irgendwie verbindlicher, oder? Als müsste man sich besonders schick machen und das Protokoll in Kalligraphie verfassen.
Mal ehrlich, wer von uns hat nicht schon mal innerlich die Augen gerollt, als die Einladung zum Jour Fixe im Postfach landete? So ein "Oh nein, nicht schon wieder! Kann ich mich krankmelden?"-Moment?
Must Read
Und jetzt kommt meine unpopuläre Meinung: Ich finde, wir sollten alle Jour Fixes abschaffen. Oder zumindest umbenennen. In "Dienstags-Plausch" oder "Freitags-Kaffeeklatsch". Irgendwas, das die Bedrohung aus dem Namen nimmt.
Warum diese Abneigung? Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Jour Fixes... nun ja... Jour Fixes sind. Sie finden immer statt, egal ob es was zu besprechen gibt oder nicht. Man sitzt da, starrt Löcher in die Luft und wartet darauf, dass die Zeit endlich um ist.
Und dann ist da noch die Sache mit der Pünktlichkeit. Beim Jour Fixe muss man natürlich pünktlich sein. Sonst bekommt man böse Blicke. Aber ist es wirklich so schlimm, wenn man fünf Minuten zu spät kommt? Vermutlich ja. Vor allem, wenn der Chef derjenige ist, der die Agenda erstellt hat.

Ich erinnere mich an einen Jour Fixe, bei dem es darum ging, die Effizienz der Kaffeemaschine zu optimieren. Ernsthaft. Wir haben eine Stunde lang darüber diskutiert, ob man den Kaffee besser von links oder von rechts in die Tasse gießt. Ich schwöre, ich habe in diesem Meeting Lebenszeit verloren.
Alternativen zum Jour Fixe
Aber was ist die Alternative? Sollen wir einfach gar nicht mehr miteinander reden? Natürlich nicht! Wir brauchen Kommunikation. Aber vielleicht in einer etwas... entspannteren Form.
Vielleicht sollten wir öfter mal spontan zum Kaffee einladen. Oder eine kurze E-Mail schreiben, anstatt ein ganzes Meeting einzuberufen. Oder, noch besser, einfach mal kurz beim Kollegen vorbeigehen und persönlich fragen. Manchmal reicht das schon aus.
Ich plädiere für mehr Flexibilität und weniger starre Strukturen. Mehr Spontanität und weniger Planung. Mehr Menschlichkeit und weniger Protokolle.

Klar, es gibt Themen, die man im größeren Kreis besprechen muss. Aber müssen diese Treffen wirklich immer den Namen "Jour Fixe" tragen? Müssen sie immer zur selben Zeit, am selben Ort und mit derselben Agenda stattfinden?
Ich glaube nicht. Ich glaube, wir können das besser machen. Wir können Meetings kreativer, effizienter und vor allem: angenehmer gestalten.
Stell dir vor: Ein Meeting, bei dem man sich wirklich freut, dabei zu sein. Ein Meeting, bei dem man neue Ideen entwickelt und motiviert nach Hause geht. Ein Meeting, das nicht zur reinen Zeitverschwendung verkommt. Ist das zu viel verlangt?
Vielleicht bin ich ja verrückt. Vielleicht bin ich die Einzige, die so denkt. Aber ich glaube fest daran, dass wir eine Meeting-Revolution brauchen. Eine Revolution gegen den Jour Fixe und für mehr kreative, flexible und menschliche Kommunikationsformen.

Und wenn das nicht klappt? Nun, dann werde ich mich wohl weiterhin krankmelden, wenn die Einladung zum nächsten Jour Fixe im Postfach landet. (Bitte sag es nicht meinem Chef!)
Die Sache mit dem Protokoll
Und dann ist da noch das Protokoll. Jedes Mal, wenn ein Jour Fixe stattfindet, muss ein Protokoll erstellt werden. Warum eigentlich? Wer liest das wirklich? Und warum muss es immer so kompliziert formuliert sein?
Ich habe schon Protokolle gelesen, die so kryptisch waren, dass ich sie nur mit Hilfe eines Wörterbuchs und eines Experten für Quantenphysik entziffern konnte. War das wirklich notwendig?
Ich bin ja dafür, dass man wichtige Dinge festhält. Aber muss das wirklich in so einer komplizierten Sprache geschehen? Kann man nicht einfach schreiben, was Sache ist? So, dass es jeder versteht?
![Jour Fixe [2025] QUALITY©](https://www.quality.de/wp-content/uploads/2019/04/jour-fixe.png)
Ich weiß, das ist vielleicht zu einfach gedacht. Aber ich bin nun mal ein Freund der einfachen Lösungen. Und ich glaube, dass wir uns das Leben unnötig schwer machen, wenn wir alles unnötig kompliziert gestalten.
Also, was meint ihr? Bin ich wirklich die Einzige, die so denkt? Oder gibt es da draußen noch andere Jour Fixe-Muffel, die sich nach einer Meeting-Revolution sehnen?
Lasst es mich wissen! Vielleicht können wir ja gemeinsam einen Jour Fixe... äh... ich meine... einen Dienstag-Plausch organisieren, um über unsere gemeinsame Abneigung gegen Jour Fixes zu sprechen. Das wäre doch was, oder?
Ich nenne das mal: 'Prokrastination mit Stil'!