Wie Schreibt Man Eine Schilderung

Okay, mal ehrlich, wer von uns hat noch nie vor einem leeren Blatt Papier gesessen (oder, heutzutage, einem blinkenden Cursor) und sich gefragt: "Himmel, wie schreibe ich das jetzt bloß?" Besonders, wenn es um eine Schilderung geht. Das ist ja nicht einfach nur "Was hab ich heute gegessen?"-Niveau. Nee, da geht's um mehr!
Eine Schilderung ist wie ein Foto mit Worten. Nur, dass man eben nicht einfach auf den Auslöser drückt, sondern die einzelnen Pinselstriche, also die Worte, sorgfältig auswählen muss. Stell dir vor, du malst ein Bild von Omas Apfelkuchen. Du könntest einfach sagen: "Der Kuchen war lecker." Aber ist das alles? Nee, eben nicht! Du willst doch, dass die Leute den Duft riechen, die Kruste knistern hören und den süß-säuerlichen Geschmack auf der Zunge spüren, oder?
Was macht eine gute Schilderung aus?
Das Geheimnis liegt in den Details! Und zwar in den sinnlichen Details. Denke an deine fünf Sinne: Was siehst du? Was hörst du? Was riechst du? Was schmeckst du? Was fühlst du?
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Zum Beispiel: Statt "Der See war schön" könntest du schreiben: "Das Sonnenlicht tanzte auf dem spiegelglatten See, malte silberne Kringel und warf lange Schatten der Weiden ans Ufer. Das leise Plätschern der Wellen vermischte sich mit dem Zirpen der Grillen zu einer beruhigenden Melodie." Klingt doch schon viel besser, oder?
Es geht darum, das Ganze lebendig zu machen! Verwandle deine Leser in Augenzeugen. Lass sie in die Szene eintauchen. Gib ihnen das Gefühl, dass sie dabei sind.

Schritt für Schritt zur perfekten Schilderung
1. Wähle dein Motiv: Was willst du beschreiben? Eine Person? Einen Ort? Eine Situation? Je genauer du weißt, was du beschreiben willst, desto einfacher wird es.
2. Sammle Eindrücke: Nimm dir Zeit, um dein Motiv auf dich wirken zu lassen. Schließe vielleicht sogar kurz die Augen und konzentriere dich auf die Geräusche und Gerüche. Was fällt dir besonders auf? Was macht diesen Ort oder diese Person einzigartig?

3. Notiere Stichworte: Schreibe alles auf, was dir einfällt. Farben, Formen, Geräusche, Gerüche, Gefühle. Hauptsache, du hast erstmal eine Grundlage.
4. Bringe Ordnung ins Chaos: Jetzt geht's ans Sortieren und Formulieren. Überlege dir, wie du deine Eindrücke am besten vermitteln kannst. Beginne vielleicht mit einer allgemeinen Beschreibung und gehe dann ins Detail. Oder umgekehrt.

5. Lass deiner Kreativität freien Lauf: Trau dich, Metaphern und Vergleiche zu benutzen! Das macht deine Schilderung erst richtig interessant. Statt "Der Himmel war blau" könntest du schreiben: "Der Himmel spannte sich wie ein tiefblauer Samt über die Landschaft."
6. Überarbeiten, überarbeiten, überarbeiten: Lies deine Schilderung mehrmals durch und feile an den Formulierungen. Streiche alles, was unnötig ist. Achte auf den Rhythmus deiner Sätze. Und lass sie am besten von jemand anderem Korrektur lesen.

Kleine Helferlein für den Alltag
Manchmal hilft es, sich einfach mal hinzusetzen und zu üben. Beschreibe deinen Arbeitsplatz. Beschreibe deinen Lieblingskaffee. Beschreibe den Typen, der in der U-Bahn immer so komisch Zeitung liest. Je mehr du übst, desto leichter wird es dir fallen.
Und denk dran: Eine Schilderung muss nicht perfekt sein. Sie muss nur echt sein. Sie muss deine persönliche Sichtweise widerspiegeln. Und wenn du dabei noch ein bisschen Spaß hast, umso besser!
Also, ran an die Tasten (oder den Stift) und lass deiner Fantasie freien Lauf! Wer weiß, vielleicht schlummert ja in dir der nächste Goethe, der nur darauf wartet, geweckt zu werden!
