Wie Endet Das Tapfere Schneiderlein

Hand aufs Herz: Das Ende vom Tapferen Schneiderlein ist doch ein bisschen... komisch, oder? Ich meine, sieben auf einen Streich ist schon beeindruckend. Aber das Finale? Naja, sagen wir mal so: Es gibt bessere Happy Ends.
Der Riese, der Bösewicht?
Klar, die Riesen sind doof. Sie wollen das Schneiderlein um die Ecke bringen. Aber sind sie wirklich böse? Sie sind halt riesig und ein bisschen dumm. Und leichtgläubig. Sehr leichtgläubig, wenn man bedenkt, dass sie sich vom Schneiderlein mit Käse bewerfen lassen und denken, das sind Steine.
Ich meine, welcher Riese lässt sich so leicht austricksen? Da haben wir ganz andere Kaliber in anderen Märchen. Der gestiefelte Kater zum Beispiel. Der war clever! Die Riesen hier sind eher wie... übergroße, gutmütige Trottel.
Must Read
Und dann kommt der Baum. Das Schneiderlein schläft unter dem Baum, und die Riesen wollen ihn mit dem Baum erschlagen. Fair enough, könnte man sagen. Aber das Schneiderlein ist ja schließlich tapfer. Also schneidet er sich einfach den Baumast ab und rettet sich.
Das Horn und der Eber: Ein bisschen übertrieben?
Okay, jetzt wird's absurd. Der König stellt dem Schneiderlein Aufgaben. Erst soll er ein Wildschwein fangen. Dann ein Einhorn. Mit bloßen Händen! Oder besser gesagt: Mit ein bisschen List und Tücke.

Beim Eber überredet er einfach ein paar Jäger, das Tier in eine Hütte zu treiben. Der Eber ist dumm genug, reinzulaufen, und das Schneiderlein sperrt ihn ein. Genial? Vielleicht. Ethisch vertretbar? Schwierig.
Das Einhorn ist noch besser. Das Schneiderlein überredet das Einhorn, seinen Hals in einen Baumstamm zu stecken. Zack! Gefangen. Ist das wirklich die Heldentat, die wir uns von einem Märchenhelden wünschen?
Die Prinzessin: Ein Preis oder eine Strafe?
Und dann kommt die Belohnung: Die Prinzessin! Und das halbe Königreich! Ist das wirklich ein Happy End? Oder eher eine Zwangsehe für die arme Prinzessin?

Ich meine, sie hat ja keine Wahl. Ihr Vater hat entschieden, dass sie den Kerl heiraten muss, der die Riesen und die wilden Tiere bezwungen hat. Egal, ob sie ihn mag oder nicht. Egal, ob sie überhaupt heiraten will!
Vielleicht wollte die Prinzessin ja lieber Bibliothekarin werden. Oder Malerin. Oder einfach nur in Ruhe gelassen werden. Aber nein, sie muss jetzt den Schneiderlein heiraten und Königin werden. So ein Mist!
Das heimliche Geständnis: Der Knackpunkt
Und dann kommt der Clou. Einer von der Dienerschaft hört, wie das Schneiderlein im Schlaf von seinen Heldentaten träumt: "Jung, mach mir den Wams fertig und flick mir die Hosen, sonst schlag ich dir die sieben auf einen Streich tot!"

Panik bricht aus! Die Diener wollen das Schneiderlein umbringen, bevor er sie wirklich alle totschlägt. Aber das Schneiderlein ist ja clever (und hat vielleicht einfach nur einen leichten Hang zur Übertreibung).
Er wacht auf und schreit: "Was gibt's hier?" Die Diener denken, er hat ihre Pläne durchschaut und fliehen in Todesangst. Das Schneiderlein ist gerettet! Und keiner weiß, dass er eigentlich nur von Schneiderarbeiten geträumt hat.
Das Fazit: Ein Happy End mit Fragezeichen
Also, was lernen wir daraus? Erstens: Manchmal muss man einfach Glück haben. Zweitens: Ein bisschen Bluffen schadet nie. Und drittens: Das Ende vom Tapferen Schneiderlein ist zwar lustig, aber irgendwie auch... antiklimaktisch.

Ich persönlich hätte mir für die Prinzessin ein anderes Ende gewünscht. Vielleicht hätte sie einfach mit dem Schneiderlein davonlaufen und eine Buchhandlung eröffnen sollen. Oder eine Revolution anzetteln! Aber gut, das ist nur meine Meinung. Vielleicht bin ich einfach kein Fan von klassischen Märchen-Happy-Ends. Vielleicht bin ich einfach nur unpopular.
Aber eins ist sicher: Das Tapfere Schneiderlein bleibt ein unterhaltsames Märchen. Auch wenn das Ende ein bisschen... naja... ist.
