Wer Hat Die Berliner Mauer Gebaut

Die Frage "Wer hat die Berliner Mauer gebaut?" hat eine einfache, aber auch eine komplexe Antwort. Auf der einen Seite war es die Deutsche Demokratische Republik (DDR), die unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) die konkrete Entscheidung traf und die Bauarbeiten durchführte. Auf der anderen Seite steht der Einfluss der Sowjetunion und des gesamten Ostblocks, der diese Entscheidung maßgeblich beeinflusste und unterstützte. Um die Frage umfassend zu beantworten, muss man die politischen und historischen Hintergründe des Mauerbaus verstehen.
Die Rolle der DDR und der SED
Die offizielle Begründung der DDR-Regierung für den Bau der Mauer war der Schutz vor "faschistischen Elementen" und der Abwanderung von Fachkräften in den Westen. Die Realität sah jedoch anders aus. Die DDR befand sich in einer tiefen Wirtschaftskrise, und die Bevölkerung verließ in Scharen das Land über das offene Tor Berlin. Allein im Juli 1961 flohen über 30.000 Menschen in den Westen.
Die SED unter der Führung von Walter Ulbricht sah den Mauerbau als letzten Ausweg, um den Zusammenbruch der DDR zu verhindern. Ulbricht hatte bereits seit Monaten auf eine Lösung des Problems gedrängt, doch Moskau zögerte. Erst als Ulbricht im August 1961 erneut in Moskau vorsprach und die Situation als existenzbedrohend für die DDR darstellte, gab die Sowjetunion grünes Licht.
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Am 13. August 1961 begann dann der Bau der Mauer. Bewaffnete Volkspolizisten und Angehörige der Nationalen Volksarmee riegelten die Sektorengrenze ab. In den folgenden Jahren wurde die Mauer immer weiter ausgebaut und verstärkt, bis sie zu dem befestigten Grenzsperrsystem wurde, das wir heute kennen.
Der Einfluss der Sowjetunion
Obwohl die DDR die Mauer offiziell in Eigenregie baute, spielte die Sowjetunion eine entscheidende Rolle. Ohne die Zustimmung Moskaus wäre der Mauerbau nicht möglich gewesen. Die Sowjetunion war die Schutzmacht der DDR und hatte ein vitales Interesse an deren Stabilität. Ein Zusammenbruch der DDR hätte das gesamte Kräfteverhältnis im Kalten Krieg verschoben.

Die Sowjetunion unter Nikita Chruschtschow befürchtete, dass die zunehmende Abwanderung aus der DDR zu einer Destabilisierung des gesamten Ostblocks führen könnte. Zudem war die offene Grenze in Berlin ein Einfallstor für westliche Spionage und Propaganda. Der Mauerbau wurde daher als notwendiges Übel angesehen, um die Sicherheit und Stabilität des Ostblocks zu gewährleisten.
Die Sowjetunion lieferte der DDR nicht nur die politische Deckung für den Mauerbau, sondern auch materielle Unterstützung. Sie stellte beispielsweise Baumaterialien und technische Ausrüstung zur Verfügung. Auch militärisch sicherte die Sowjetunion den Mauerbau ab, indem sie Truppen in Berlin stationierte und westliche Interventionen abschreckte.

Die Rolle der anderen Ostblockstaaten
Neben der Sowjetunion waren auch die anderen Ostblockstaaten in den Mauerbau involviert, wenn auch in geringerem Umfang. Sie unterstützten die DDR politisch und ideologisch und halfen bei der Propaganda, die den Mauerbau als notwendigen Schritt zur Verteidigung des Sozialismus rechtfertigte.
Einige Ostblockstaaten entsandten sogar Bauarbeiter und technische Fachkräfte, um beim Bau der Mauer zu helfen. Dies war ein Zeichen der Solidarität mit der DDR und der Entschlossenheit, den Sozialismus zu verteidigen.

Allerdings gab es auch kritische Stimmen innerhalb des Ostblocks. Einige Intellektuelle und Reformer befürchteten, dass der Mauerbau das Ansehen des Sozialismus in der Welt beschädigen und die Spannungen zwischen Ost und West weiter verschärfen würde. Diese Stimmen wurden jedoch unterdrückt.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Berliner Mauer von der DDR unter Führung der SED gebaut wurde, aber die Entscheidung und die Durchführung des Mauerbaus eng mit der Sowjetunion und dem gesamten Ostblock verbunden waren. Die DDR sah den Mauerbau als letzten Ausweg, um den Zusammenbruch des Staates zu verhindern. Die Sowjetunion unterstützte den Mauerbau aus strategischen Gründen und zur Sicherung des Ostblocks. Die anderen Ostblockstaaten leisteten politische und materielle Unterstützung.
Es ist wichtig, sich an die Geschichte des Mauerbaus zu erinnern, um die Bedeutung von Freiheit und Demokratie zu verstehen und um zu verhindern, dass sich solche Ereignisse wiederholen. Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit ist entscheidend, um eine friedliche und gerechte Zukunft zu gestalten.
