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Was Dürfen Juden Nicht Essen


Was Dürfen Juden Nicht Essen

Ich war mal auf einer jüdischen Hochzeit. Super Stimmung, leckeres Essen... bis ich mich am Buffet umsah und dachte: "Moment mal, wo ist denn der Schweinebraten?" Klar, ich bin jetzt kein Schweinefleisch-Fanatiker, aber irgendwie fiel's auf. Und dann kam mir so langsam, aber sicher, die Sache mit dem Koscheren in den Sinn. Hast du dich das auch schon mal gefragt: Was genau dürfen Juden eigentlich nicht essen?

Tja, es ist komplizierter als "kein Schwein". Es ist eine ganze Reihe von Regeln und Vorschriften, die sich im Judentum um Essen und Trinken ranken. Die Gesamtheit dieser Regeln nennt man eben Kaschrut, abgeleitet vom hebräischen Wort "kascher", was so viel wie "geeignet" oder "rein" bedeutet. Und es geht nicht nur darum, was man isst, sondern auch wie es zubereitet wurde.

Das Schwein – der Klassiker

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Schweinefleisch und alle Produkte davon (Schinken, Speck, Wurst, etc.) sind absolut tabu. Das steht schon in der Tora (Levitikus 11 und Deuteronomium 14). Warum? Nun, Schweine gelten als unreine Tiere. Sie haben gespaltene Hufe, aber wiederkäuen nicht. Und laut den Regeln der Kaschrut müssen Tiere beide Merkmale haben, um als "rein" zu gelten. (Und jetzt mal ehrlich, wer von uns checkt vor dem Grillen, ob das Tier auch wirklich wiederkäut? Ich nicht!).

Meeresfrüchte – Auch Fehlanzeige

Auch wenn Krabben, Hummer, Garnelen und Muscheln auf vielen Speisekarten stehen, landen sie bei strenggläubigen Juden nicht auf dem Teller. Denn laut der Tora sind nur Fische mit Flossen und Schuppen erlaubt. Also Lachs, Forelle, Hering – alles gut. Aber der leckere Tintenfisch vom letzten Urlaub? Pech gehabt. (Ich persönlich finde das ja schade, denn frische Calamari sind schon was Feines... aber Regeln sind Regeln!).

Alles koscher? Jüdische Speisen im Museum - Gesellschaft - derStandard
Alles koscher? Jüdische Speisen im Museum - Gesellschaft - derStandard

Fleisch und Milch – Eine Trennung mit Konsequenzen

Das ist vielleicht der überraschendste Punkt: Fleisch- und Milchprodukte dürfen nicht zusammen gegessen oder zubereitet werden. Also kein Cheeseburger, keine Sahnesauce zum Steak, kein Milchkaffee nach dem Braten. Warum? Wieder ein Verweis auf die Tora (Exodus 23:19): "Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen." Daraus leitet sich das Verbot ab, Fleisch und Milchprodukte zu mischen. Es gibt sogar getrennte Geschirr-Sets, Besteck und Kochutensilien für Fleisch und Milch, um sicherzustellen, dass es zu keiner Vermischung kommt. Stell dir mal vor, zwei Spülmaschinen!

Die rituelle Schlachtung – Schechita

Selbst wenn ein Tier an sich "koscher" ist (also z.B. Rind oder Lamm), muss es noch rituell geschlachtet werden, um als koscher zu gelten. Diese rituelle Schlachtung, die Schechita, wird von einem speziell ausgebildeten Schlachter, einem Schochet, durchgeführt. Dabei wird dem Tier mit einem sehr scharfen Messer die Kehle durchtrennt, um es möglichst schnell und schmerzlos zu töten. Das Blut muss vollständig aus dem Fleisch entfernt werden, bevor es zubereitet wird. (Das ist ein ganz anderes Thema, über das man stundenlang diskutieren könnte, oder?).

6) The Sabbath & Dietary Laws - LAGAN R.E
6) The Sabbath & Dietary Laws - LAGAN R.E

Und was ist mit...?

Du fragst dich jetzt wahrscheinlich: "Und was ist mit Gemüse, Obst, Eiern, Nudeln, Reis?". Grundsätzlich sind diese Dinge erlaubt, solange sie nicht mit unkoscheren Zutaten in Berührung gekommen sind. Also ein Salat mit Speckwürfeln ist natürlich nicht koscher. Und auch hier gibt es noch detailliertere Regeln, zum Beispiel in Bezug auf Insekten im Gemüse. (Ja, wirklich! Da wird's dann echt kompliziert!).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kaschrut ein komplexes und vielschichtiges System ist. Es geht um weit mehr als nur darum, bestimmte Lebensmittel zu verbieten. Es ist ein Teil der jüdischen Identität und Tradition. Und auch wenn es für Außenstehende manchmal seltsam oder umständlich erscheinen mag, ist es für gläubige Juden ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Und hey, zumindest wissen sie immer genau, was in ihrem Essen drin ist! (Manchmal frage ich mich ja, ob das nicht auch für uns ganz gut wäre...!).

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