Was Bedeutet Es Wenn Der Untere Blutdruckwert Zu Hoch Ist

Blutdruck ist ein essentieller Indikator für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Er wird in zwei Werten gemessen: dem systolischen (oberen) und dem diastolischen (unteren) Wert. Während der systolische Wert den Druck in den Arterien misst, wenn das Herz schlägt, repräsentiert der diastolische Wert den Druck, wenn das Herz zwischen den Schlägen ruht. Ein zu hoher diastolischer Blutdruck, also ein erhöhter unterer Wert, kann auf verschiedene gesundheitliche Probleme hindeuten und sollte ernst genommen werden. Dieser Artikel beleuchtet, was ein erhöhter unterer Blutdruckwert bedeutet, welche Ursachen dahinterstecken können und welche Maßnahmen ergriffen werden sollten.
Was bedeutet ein hoher diastolischer Blutdruck?
Ein normaler Blutdruck liegt in der Regel bei unter 120/80 mmHg. Ein erhöhter diastolischer Blutdruck wird meist als Wert über 80 mmHg definiert. Medizinisch spricht man von Hypertonie, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist. Ein isolierter erhöhter diastolischer Blutdruck, also ein hoher unterer Wert bei normalem oberen Wert, kommt vor, ist aber seltener als ein erhöhter systolischer Wert. Es ist wichtig zu betonen, dass eine einmalige Messung kein Urteil darstellt. Um eine zuverlässige Diagnose zu erhalten, sind wiederholte Messungen unter standardisierten Bedingungen notwendig.
Ursachen für einen erhöhten unteren Blutdruckwert
Die Ursachen für einen erhöhten diastolischen Blutdruck sind vielfältig und oft komplex. Man unterscheidet zwischen primärer (essentieller) Hypertonie und sekundärer Hypertonie. Die primäre Hypertonie hat keine eindeutige identifizierbare Ursache und ist meist auf eine Kombination aus genetischen Faktoren, Lebensstil und Alterungsprozessen zurückzuführen. Die sekundäre Hypertonie hingegen wird durch eine andere Grunderkrankung verursacht.
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Primäre Hypertonie: Lebensstil und Veranlagung
Zu den Risikofaktoren für primäre Hypertonie gehören:

- Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Bluthochdruck.
- Genetische Veranlagung: Bluthochdruck kann familiär gehäuft auftreten.
- Übergewicht: Übergewicht und insbesondere Bauchfett können den Blutdruck erhöhen.
- Salzreiche Ernährung: Ein hoher Salzkonsum kann den Blutdruck steigern.
- Bewegungsmangel: Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, den Blutdruck zu senken.
- Stress: Chronischer Stress kann zu Bluthochdruck beitragen.
- Alkohol und Rauchen: Übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen schädigen die Gefäße und erhöhen den Blutdruck.
Sekundäre Hypertonie: Grunderkrankungen als Auslöser
Sekundäre Hypertonie kann durch verschiedene Grunderkrankungen verursacht werden, darunter:
- Nierenerkrankungen: Nierenerkrankungen können die Fähigkeit des Körpers, den Blutdruck zu regulieren, beeinträchtigen.
- Hormonelle Störungen: Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebennieren oder der Hirnanhangsdrüse können den Blutdruck beeinflussen. Beispielsweise kann ein Phäochromozytom, ein Tumor der Nebenniere, zu einer unkontrollierten Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin führen, was den Blutdruck massiv erhöht.
- Schlafapnoe: Atempausen während des Schlafs (Schlafapnoe) können zu Bluthochdruck führen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie z.B. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Verhütungsmittel oder Kortikosteroide, können den Blutdruck erhöhen.
- Verengung der Nierenarterie: Eine Nierenarterienstenose kann zu einer verminderten Durchblutung der Niere und damit zu einer Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems führen, was den Blutdruck erhöht.
Folgen eines erhöhten unteren Blutdruckwerts
Ein unbehandelter, dauerhaft erhöhter diastolischer Blutdruck kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Dazu gehören:

- Herzinfarkt: Bluthochdruck belastet das Herz und erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt.
- Schlaganfall: Bluthochdruck kann zu Blutungen oder Verstopfungen im Gehirn führen und somit einen Schlaganfall verursachen.
- Herzinsuffizienz: Bluthochdruck kann das Herz schwächen und zu Herzinsuffizienz führen.
- Nierenschäden: Bluthochdruck kann die Nieren schädigen und zu Nierenversagen führen.
- Augenschäden: Bluthochdruck kann die Blutgefäße im Auge schädigen und zu Sehverlust führen.
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Bluthochdruck beschleunigt die Arteriosklerose, was zu einer Verengung der Arterien in den Beinen führen kann.
Was tun bei einem erhöhten unteren Blutdruckwert?
Wenn Sie feststellen, dass Ihr diastolischer Blutdruck erhöht ist, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:
- Arzt aufsuchen: Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Arzt, um die Ursache des erhöhten Blutdrucks abzuklären.
- Blutdruck regelmäßig messen: Messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause, um ein genaueres Bild zu erhalten. Führen Sie ein Blutdrucktagebuch, um die Werte zu dokumentieren.
- Lebensstiländerungen: Nehmen Sie Änderungen in Ihrem Lebensstil vor, um Ihren Blutdruck zu senken. Dazu gehören:
- Eine gesunde Ernährung mit wenig Salz, viel Obst und Gemüse.
- Regelmäßige körperliche Aktivität.
- Gewichtsabnahme bei Übergewicht.
- Stressreduktion.
- Begrenzung des Alkoholkonsums.
- Rauchstopp.
- Medikamentöse Therapie: In einigen Fällen ist eine medikamentöse Therapie erforderlich, um den Blutdruck zu senken. Ihr Arzt wird entscheiden, welche Medikamente für Sie geeignet sind. Es ist wichtig, die Medikamente regelmäßig und gemäß den Anweisungen des Arztes einzunehmen.
Fazit
Ein erhöhter unterer Blutdruckwert sollte nicht ignoriert werden. Er kann ein Zeichen für zugrunde liegende gesundheitliche Probleme sein und das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen erhöhen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Bedenken bezüglich Ihres Blutdrucks haben. Eine aktive Beteiligung an Ihrer Gesundheit ist der beste Weg, um Ihr Herz-Kreislauf-System zu schützen.
