Wann Wurde Notre Dame Erbaut
Ein loderndes Inferno, das die Welt in Atem hielt. Die Bilder des brennenden Daches von Notre Dame gingen um die Welt und weckten eine Frage, die seit Jahrhunderten im Herzen der Menschen schlummert: Wann wurde dieses Meisterwerk der Gotik eigentlich erbaut? Dieser Artikel richtet sich an alle Geschichtsinteressierten, Kunstliebhaber und jene, die einfach mehr über eines der berühmtesten Wahrzeichen Frankreichs erfahren möchten. Wir begeben uns auf eine Reise durch die Zeit, um die Entstehungsgeschichte der Kathedrale Notre-Dame de Paris zu beleuchten.
Die Vorgeschichte: Ein Tempel auf der Île de la Cité
Die Geschichte von Notre Dame beginnt lange vor dem ersten Stein der heutigen Kathedrale. Auf der Île de la Cité, einer Insel mitten in der Seine, die das historische Zentrum von Paris bildet, befand sich bereits in der Römerzeit ein Tempel, vermutlich Jupiter geweiht. Später, im frühen Christentum, wurde an derselben Stelle eine Basilika Saint-Étienne errichtet, die als erste christliche Kirche von Paris gilt.
Diese Basilika war jedoch im 12. Jahrhundert baufällig und für die wachsende Bevölkerung von Paris zu klein geworden. Die Notwendigkeit für ein neues, größeres und prachtvolleres Gotteshaus war offensichtlich.
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Der Baubeginn: Eine Vision von Größe und Glauben
Der eigentliche Baubeginn von Notre Dame wird auf das Jahr 1163 datiert. Unter der Herrschaft von König Ludwig VII. und dem visionären Bischof Maurice de Sully wurde der Grundstein für die Kathedrale gelegt. Maurice de Sully hatte den ehrgeizigen Plan, die alte Basilika vollständig abzureißen und durch einen Neubau im damals modernen gotischen Stil zu ersetzen. Die Wahl des gotischen Stils war revolutionär und sollte die Architektur Europas nachhaltig beeinflussen.
Hier die wichtigsten Fakten zum Baubeginn:

- Jahr: 1163
- Herrscher: König Ludwig VII.
- Bischof: Maurice de Sully
- Stil: Gotik
Die Bauphasen: Ein Jahrhundertwerk
Der Bau von Notre Dame erstreckte sich über mehrere Generationen und dauerte fast 200 Jahre. Man kann den Bau in verschiedene Phasen unterteilen:
- 1163-1182: Bau des Chores und des Umgangs. Diese frühen Phasen zeigten bereits die beeindruckende Höhe und die filigranen Details der gotischen Architektur.
- 1182-1225: Errichtung des Langhauses und der Seitenschiffe. In dieser Zeit wurde der Hauptteil der Kirche fertiggestellt, der Platz für Tausende von Gläubigen bot.
- 1225-1250: Bau der Westfassade mit den beiden markanten Türmen. Die Westfassade, mit ihren Rosettenfenstern und Skulpturen, ist eines der bekanntesten Merkmale von Notre Dame.
- 1250-1345: Fertigstellung des Querhauses und des Vierungsturms. Der Vierungsturm, auch als Dachreiter bekannt, wurde im 19. Jahrhundert von Viollet-le-Duc erneuert und ging beim Brand 2019 verloren.
Jede Bauphase brachte neue architektonische Innovationen und künstlerische Verzierungen hervor. Die Rosettenfenster, insbesondere die nördliche und südliche Rosette, sind Meisterwerke der Glasmalerei und erhellen den Innenraum mit farbenprächtigem Licht.

Die Architekten und Handwerker: Namenlose Genies
Obwohl Bischof Maurice de Sully als Initiator des Baus gilt, sind die Namen der Architekten und Handwerker, die Notre Dame tatsächlich entworfen und gebaut haben, weitgehend unbekannt. Es waren unzählige Steinmetze, Zimmerleute, Glasmaler und andere Handwerker am Werk, deren gemeinsames Können und Hingabe dieses monumentale Bauwerk ermöglichten.
"Die Kathedralen des Mittelalters sind Werke des Glaubens und der Gemeinschaft. Sie sind das Ergebnis der Arbeit vieler, die ihre Fähigkeiten und ihre Zeit in den Dienst Gottes stellten."
Die architektonischen Pläne wurden von Baumeistern erstellt, die ihr Wissen und ihre Erfahrung von Generation zu Generation weitergaben. Ihre Arbeit war oft anonym, aber ihr Einfluss auf die europäische Architektur ist unbestreitbar.

Notre Dame im Laufe der Jahrhunderte: Mehr als nur eine Kirche
Notre Dame war im Laufe der Jahrhunderte mehr als nur eine Kirche. Sie war Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse:
- Krönungen: Die Krönung von Heinrich VI. von England zum König von Frankreich im Jahr 1431.
- Hochzeiten: Die Hochzeit von König Heinrich IV. mit Margarete von Valois im Jahr 1572.
- Napoleon: Die Krönung Napoleons zum Kaiser im Jahr 1804.
Die Kathedrale erlebte auch Zeiten der Zerstörung und des Wandels. Während der Französischen Revolution wurde sie entweiht und als "Tempel der Vernunft" umfunktioniert. Im 19. Jahrhundert wurde sie unter der Leitung von Eugène Viollet-le-Duc umfassend restauriert.

Der Brand von 2019: Eine Tragödie und ein Neuanfang
Der verheerende Brand vom 15. April 2019 erschütterte die Welt. Das Dach und der Vierungsturm der Kathedrale wurden zerstört, und das Innere wurde schwer beschädigt. Der Brand war eine Tragödie für Frankreich und für die Welt, aber er führte auch zu einer Welle der Solidarität und der Entschlossenheit, Notre Dame wiederaufzubauen.
Die Restaurierungsarbeiten sind in vollem Gange, und es wird erwartet, dass die Kathedrale im Jahr 2024, pünktlich zu den Olympischen Spielen in Paris, wiedereröffnet wird.
Fazit: Ein Symbol der Hoffnung und des Glaubens
Notre Dame de Paris ist mehr als nur ein Gebäude. Sie ist ein Symbol der französischen Geschichte, Kultur und des Glaubens. Der Bau der Kathedrale begann im Jahr 1163 und dauerte fast 200 Jahre. Sie hat Kriege, Revolutionen und Naturkatastrophen überstanden und steht heute als Zeugnis der menschlichen Schaffenskraft und des unerschütterlichen Glaubens. Die Restaurierung von Notre Dame ist ein Zeichen der Hoffnung und ein Versprechen für die Zukunft.
