Von Den Blauen Bergen Kommen Wir Ursprung

Okay, Leute, lasst uns ehrlich sein. Wir alle kennen dieses Lied. "Von den blauen Bergen kommen wir..." Klingelt da was? Ja, genau. Das Wanderlied, das irgendwie jeder Deutsche im Schlaf singen kann.
Aber mal im Ernst: Blaue Berge? Wo genau sollen die denn sein? Die Alpen? Die sind eher... weiß mit braunen Flecken. Der Harz? Eher grau-grün-braun. Ich sage es, wie es ist: Ich glaube, da hat sich jemand die Realität ein bisschen schöngefärbt.
Und jetzt kommt meine – Achtung, unbeliebte Meinung – Ursprung ist total überbewertet.
Must Read
Die Sache mit dem Ursprung
Wir Deutschen, wir lieben es, unsere Wurzeln zu erforschen. Stammbäume, Ahnenforschung, DNA-Tests. Alles, um herauszufinden, wo wir wirklich herkommen. Aber warum eigentlich? Ist es wirklich so wichtig, ob Opa Fritz schon Kartoffeln in Pommern angebaut hat?
Klar, es ist interessant. Aber definiert das, wer wir sind? Ich behaupte: Nein! Wir sind das Produkt unserer Erfahrungen, unserer Entscheidungen, unserer Freundschaften. Nicht das, was irgendwelche Urahnen vor hunderten von Jahren gemacht haben.

"Der Mensch ist, was er aus sich macht." – Jean-Paul Sartre (oder so ähnlich. Ich habe das mal irgendwo gelesen).
Und mal ehrlich, was bringt es uns zu wissen, dass wir von "den blauen Bergen" kommen, wenn wir jetzt in einer Betonwüste wohnen und uns nach Urlaub in der Karibik sehnen?
Ich sehe schon die empörten Gesichter. "Aber Traditionen! Kulturerbe! Identität!" Ja, ja, schon gut. Ich will ja nicht alle Traditionen abschaffen. Aber vielleicht sollten wir uns ein bisschen mehr auf die Gegenwart konzentrieren. Und auf die Zukunft.
Lieber hier und jetzt
Statt uns krampfhaft an einem idealisierten Ursprung festzuklammern, sollten wir lieber versuchen, hier und jetzt etwas Sinnvolles zu tun. Freunde treffen, ein gutes Buch lesen, die Welt retten. Ihr wisst schon, die üblichen Dinge.

Und wenn wir schon unbedingt irgendwoher kommen müssen, dann vielleicht eher von der Eisdiele um die Ecke. Oder vom letzten Konzert, das wir besucht haben. Oder von dem einen Urlaub, der uns so geprägt hat.
Ich sage nicht, dass wir unsere Vergangenheit vergessen sollen. Aber wir sollten uns nicht von ihr versklaven lassen. Wir sind mehr als nur die Summe unserer Vorfahren. Wir sind die Summe unserer Entscheidungen.

Und wer weiß, vielleicht schaffen wir ja unsere eigenen "blauen Berge". Nicht als geografischen Ort, sondern als Metapher für die Dinge, die uns wichtig sind. Für unsere Werte, unsere Träume, unsere Hoffnungen.
Also, lasst uns aufhören, nach dem perfekten Ursprung zu suchen und stattdessen unsere eigene Geschichte schreiben. Eine Geschichte, die nicht von irgendwelchen blauen Bergen handelt, sondern von uns selbst. Eine Geschichte, die uns stolz macht.
Und wenn dann irgendwann mal jemand fragt, woher wir kommen, dann antworten wir einfach: "Aus dem Leben." Oder "Vom nächsten guten Konzert." Oder "Von der Eisdiele um die Ecke." Hauptsache, es klingt gut.

Also, stimmt ihr mir zu? Oder bin ich mit meiner unbeliebten Meinung komplett auf dem Holzweg? Lasst es mich wissen!
P.S.: Ich liebe Wanderlieder trotzdem. Aber vielleicht schreibe ich mal eins über die rote Ampel an der Ecke. Das wäre realistischer.
P.P.S.: Und wer weiß, vielleicht sind die blauen Berge ja in Wirklichkeit nur ein Marketing-Gag. Von der Tourismusbehörde. Genial, oder?
