Vermieter Zahlt Kaution Nicht Zurück Trotz übergabeprotokoll

Also, stellt euch vor, ich sitze hier im Café, dampfender Latte Macchiato in der Hand, und muss euch eine Geschichte erzählen, die so typisch deutsch ist, dass sie fast schon ein Klischee ist. Es geht um... die Kaution!
Ja, genau, dieses Geld, das man mit zitternden Händen übergibt, in der Hoffnung, es jemals wiederzusehen. Es ist wie ein Besuch beim Zahnarzt – man weiß, es wird unangenehm, aber man hofft auf ein schnelles Ende.
Also, Folgendes: Eine Freundin von mir, nennen wir sie mal Erika (weil... warum nicht?), ist ausgezogen. Alles picobello sauber gemacht, Wände gestrichen (in einem akzeptablen Weißton, versteht sich, nicht etwa Regenbogenfarben), und sogar diesen einen verdammten Fleck unterm Spülbecken weggeschrubbt, der wahrscheinlich schon seit der Erbauung des Hauses dort war.
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Und dann kam der große Tag: Die Wohnungsübergabe. Erika war nervöser als ein Eichhörnchen im Straßenverkehr, aber sie hatte alles im Griff. Das Übergabeprotokoll wurde akribisch ausgefüllt. Der Vermieter, nennen wir ihn Herrn Knickerich (der Name ist rein zufällig, natürlich), inspizierte alles mit Argusaugen. Sogar die Staubkörner unter dem Kühlschrank wurden kritisch beäugt.
Aber, oh Wunder, oh Wunder! Herr Knickerich fand nichts zu beanstanden. Er unterschrieb das Protokoll, strahlte (fast) und versprach die Kaution in "angemessener Zeit" zurückzuzahlen. "Angemessene Zeit", das ist so ein deutsches Ding. Es kann alles bedeuten, von "morgen" bis "im nächsten Jahrhundert".

Drei Monate später. Stille. Totale Stille. Kein Geld. Erika kontaktierte Herrn Knickerich. "Ja, die Kaution... da war doch was..." Er murmelte irgendwas von "Bearbeitungszeit" und "Überprüfung der Nebenkostenabrechnung".
Die Nebenkostenabrechnung!
Das ist der Joker der Vermieter! Damit können sie dich ewig hinhalten. Es ist wie eine endlose Netflix-Serie, die einfach nicht zu Ende gehen will. Fakt ist: Vermieter haben tatsächlich Zeit, die Nebenkosten abzurechnen. Die Frist ist in der Regel 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums. Das kann sich ziehen!

Aber Erika ließ nicht locker. Sie erinnerte ihn freundlich (aber bestimmt) an das unterschriebene Übergabeprotokoll, das eindeutig belegte, dass es keine Schäden gab. Dann drohte sie mit dem Mieterverein. Das ist wie der nukleare Option im Mieter-Vermieter-Krieg.
Und hier kommt der Clou: Herr Knickerich behauptete plötzlich, er hätte das Protokoll "verloren". Verloren! Wie kann man so ein wichtiges Dokument verlieren? Hat er es vielleicht versehentlich gegessen? Oder es als Origami-Tier gefaltet?
Erika war kurz davor, ihm persönlich einen Besuch abzustatten und das gesamte Mietshaus mit Putzmittel zu bespritzen (nur so ein Gedanke, natürlich!). Aber sie behielt die Nerven.

Fakt ist: Ein unterschriebenes Übergabeprotokoll ist Gold wert. Es ist der Beweis, dass der Vermieter die Wohnung in einwandfreiem Zustand zurückerhalten hat. Wenn er das Protokoll "verloren" hat, ist das sein Problem, nicht deins.
Was tun, wenn der Vermieter zickt?
Hier sind ein paar Tipps, falls ihr euch in einer ähnlichen Situation befindet:

- Setzt eine klare Frist: Schreibt dem Vermieter einen Brief (am besten per Einschreiben mit Rückschein) und fordert ihn auf, die Kaution innerhalb einer bestimmten Frist zurückzuzahlen. 14 Tage sind angemessen.
- Erinnert ihn an das Übergabeprotokoll: Selbst wenn er es "verloren" hat, erwähnt es trotzdem. Ihr habt ja hoffentlich eine Kopie gemacht!
- Droht mit rechtlichen Schritten: Erwähnt den Mieterverein oder einen Anwalt. Das wirkt oft Wunder.
- Mahnverfahren einleiten: Wenn alles nichts hilft, könnt ihr ein Mahnverfahren einleiten. Das ist zwar etwas Aufwand, aber oft erfolgreich.
Und das Wichtigste: Lasst euch nicht unterkriegen! Ihr habt ein Recht auf eure Kaution, wenn ihr die Wohnung ordnungsgemäß hinterlassen habt. Bleibt hartnäckig und kämpft für euer Recht!
Ach ja, und wie ging die Geschichte von Erika aus? Nach einigem Hin und Her, Drohungen und einem Besuch beim Mieterverein hat Herr Knickerich endlich die Kaution zurückgezahlt. Mit einem murmelnden "Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten".
Moral von der Geschicht': Mietrecht ist kompliziert, aber mit etwas Geduld und Hartnäckigkeit bekommt man sein Recht. Und vielleicht sollte man das nächste Mal die Übergabe mit einer Bodycam filmen. Nur zur Sicherheit.
