Leute, lasst uns mal über was richtig Abgefahrenes quatschen: Besuch der alten Dame! Und zwar, ganz speziell, über diesen einen Kerl: Polizist Ill. Ja, genau, der Sohn von Alfred und Klara. Der, der irgendwie immer im falschen Moment am falschen Ort ist.
Die Szene, die's in sich hat!
Stell dir vor: Du bist Polizist in Güllen. Eigentlich ein ruhiger Job, oder? Falsch gedacht! Plötzlich taucht Claire Zachanassian auf, stinkreich und mit einem Angebot, das man nicht ablehnen kann – aber auch nicht annehmen sollte. Und mitten drin? Unser Polizist Ill. Er versucht, die Situation irgendwie zu deeskalieren, die Wogen zu glätten, aber wie wir alle wissen: Das geht sowas von schief!
Es gibt diese eine Szene, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Ich nenne sie mal die "Kneipenszene". Ill, der arme Tropf, spürt den Braten, merkt, dass die Luft dünner wird. Er versucht, mit dem Polizisten ins Gespräch zu kommen. So nach dem Motto: "Hey, Kumpel, wir sind doch vom gleichen Schlag, hilf mir mal aus der Patsche!"
Und was macht der Polizist? Der druckst rum, weicht aus, redet von Recht und Ordnung, aber so richtig hinter Ill steht er nicht. Im Gegenteil, man hat das Gefühl, er ist fast schon... erleichtert, dass es mal wieder etwas Action gibt. Ich meine, hallo? Soll der Polizist etwa mit seinem besten Freund (beziehungsweise dessen Vater) einen Kaffee trinken und über alte Zeiten quatschen, während die ganze Stadt plant, ihn um die Ecke zu bringen? Wohl eher nicht!
Man könnte fast meinen, der Polizist denkt sich: "Endlich mal was los hier in Güllen! Aber bloß nicht zu viel Engagement, sonst krieg ich am Ende noch Ärger!"
Szenenanalyse: Besuch der alten Dame - Die Ladenszene
Das ist doch zum Haare raufen! Da steht ein Mann vor dem Abgrund, und der, der ihn eigentlich retten sollte, zuckt mit den Schultern und sagt: "Tja, Pech gehabt!"
Mehr als nur ein Dorfsheriff
Aber Moment mal! Ist der Polizist Ill wirklich nur ein unscheinbarer Dorfsheriff? Ich glaube, da steckt mehr dahinter. Er ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, ein Mann, der zwischen Moral und Bequemlichkeit hin- und hergerissen ist. Er weiß, was richtig wäre, aber der Gruppenzwang, die Verlockung des Geldes, die Angst vor Konsequenzen... all das ist einfach zu stark.
Szenenanalyse; Der Besuch der alten Dame (Friedrich Dürrenmatt) 3. Akt
Er ist wie wir alle: Wir wissen, dass wir mehr tun könnten, dass wir uns mehr einsetzen sollten, aber oft fehlt uns der Mut, der Schneid, das Rückgrat. Und genau das macht die Figur des Polizisten Ill so tragisch und so relatable. Er ist kein strahlender Held, kein Superheld, sondern ein Mensch mit Fehlern und Schwächen.
Und genau deshalb lieben (oder hassen) wir ihn. Er erinnert uns daran, dass wir alle Verantwortung tragen, dass wir nicht einfach wegschauen können, wenn Unrecht geschieht. Auch wenn es unbequem ist. Auch wenn es uns den Job kosten könnte.
Der Besuch der alte Dame - Lektürenotizen - DER BESUCH DER ALTEN DAME
Die Moral von der Geschicht'
Also, was lernen wir daraus? Erstens: Traue niemals einer stinkreichen alten Dame, die mit einem Sarg im Schlepptau in deine Stadt kommt. Zweitens: Verlass dich niemals auf deinen Dorfsheriff, wenn es wirklich brenzlig wird. Und drittens: Sei mutiger, sei aufrechter, sei ein besserer Mensch! Denn am Ende zählt nur das: Wie haben wir gehandelt, als es darauf ankam?
Und jetzt mal ehrlich: Wer von uns hätte in Güllen anders gehandelt? Wer von uns hätte sich gegen den Strom gestellt und gesagt: "Nein, das machen wir nicht!" Ich bin mir da nicht so sicher. Und genau das macht Besuch der alten Dame zu einem zeitlosen Klassiker, der uns auch heute noch zum Nachdenken anregt.
Also, schnappt euch das Buch, schaut euch das Theaterstück an (oder den Film, falls es einen gibt), und diskutiert mit euren Freunden über den Polizisten Ill. Denn eins ist sicher: Über ihn kann man stundenlang philosophieren!