Supraspinatussehne Nach Op Wieder Gerissen

Ein stechender Schmerz in der Schulter, der sich bis in den Arm zieht – das Gefühl kennt man bereits. Nach einer Operation der Supraspinatussehne, die eigentlich Besserung bringen sollte, ist der Alptraum zurück: Die Sehne ist erneut gerissen. Dies ist eine frustrierende Situation für Betroffene, die oft mit Verunsicherung und der Frage nach den nächsten Schritten einhergeht. Dieser Artikel richtet sich an Patienten, die eine erneute Ruptur der Supraspinatussehne nach einer Operation erlitten haben, und soll Informationen über mögliche Ursachen, Behandlungsoptionen und langfristige Perspektiven bieten.
Was ist die Supraspinatussehne und warum reißt sie?
Die Supraspinatussehne ist Teil der Rotatorenmanschette, einer Gruppe von vier Muskeln, die das Schultergelenk stabilisieren und die Armbewegung ermöglichen. Sie ist besonders anfällig für Risse, da sie einer hohen Belastung ausgesetzt ist und durch den knöchernen Raum zwischen Schulterdach (Akromion) und Oberarmkopf verläuft. Dieser Raum kann sich im Laufe der Zeit durch Verschleiß oder Knochenanbauten (Osteophyten) verengen, was zu einer chronischen Reizung und letztendlich zum Riss der Sehne führen kann. Dieser Prozess wird als Impingement-Syndrom bezeichnet.
Ein Riss der Supraspinatussehne kann verschiedene Ursachen haben:
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- Akute Verletzung: Ein Sturz auf die Schulter oder eine ruckartige Bewegung.
- Chronische Überlastung: Wiederholte Überkopfbewegungen, beispielsweise bei bestimmten Sportarten (Tennis, Volleyball, Schwimmen) oder Berufen (Maler, Handwerker).
- Verschleiß (Degeneration): Natürlicher Alterungsprozess, der die Sehne schwächt.
- Mangelnde Durchblutung: Reduziert die Fähigkeit der Sehne, sich selbst zu reparieren.
Warum reißt die Supraspinatussehne nach der OP erneut?
Ein erneuter Riss nach einer Operation ist leider keine Seltenheit. Es gibt verschiedene Gründe, warum dies geschehen kann:
- Unzureichende Heilung: Die Sehne ist nach der Operation nicht optimal verheilt. Dies kann durch Faktoren wie Rauchen, Diabetes oder bestimmte Medikamente beeinflusst werden.
- Erneute Überlastung: Zu frühe oder zu intensive Belastung der Schulter nach der Operation. Es ist entscheidend, die Anweisungen des Arztes und Physiotherapeuten genau zu befolgen.
- Schlechte Gewebequalität: Die Sehne war bereits vor der ersten Operation stark geschädigt und die Qualität des Gewebes ist nicht ausreichend für eine dauerhafte Reparatur.
- Technische Fehler bei der Operation: In seltenen Fällen kann es zu technischen Fehlern während der Operation kommen, die zu einem erneuten Riss führen können.
- Fortschreitender Verschleiß: Auch nach einer erfolgreichen Operation kann der natürliche Verschleißprozess fortschreiten und zu einer erneuten Schädigung der Sehne führen.
- Nichtbeachtung der Nachsorge: Eine unzureichende oder falsche Physiotherapie nach der Operation kann die Stabilität der Schulter beeinträchtigen und das Risiko eines erneuten Risses erhöhen. Die korrekte Nachsorge ist essentiell!
Was sind die Symptome eines erneuten Risses?
Die Symptome eines erneuten Risses ähneln oft denen des ersten Risses, können aber auch variieren:

- Schmerzen: Stechende oder dumpfe Schmerzen in der Schulter, die sich bei bestimmten Bewegungen verstärken.
- Kraftverlust: Schwierigkeiten, den Arm zu heben oder nach außen zu drehen.
- Bewegungseinschränkung: Eingeschränkter Bewegungsradius der Schulter.
- Knacken oder Knirschen: Geräusche im Schultergelenk bei Bewegung.
- Schmerzen in der Nacht: Insbesondere beim Liegen auf der betroffenen Seite.
Wie wird ein erneuter Riss diagnostiziert?
Die Diagnose eines erneuten Risses erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus:
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Beweglichkeit und Stabilität der Schulter und führt spezielle Tests durch, um die Funktion der Rotatorenmanschette zu überprüfen.
- Bildgebende Verfahren:
- Magnetresonanztomographie (MRT): Ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Weichteile und kann den Riss der Sehne sowie Begleitschäden (z.B. Muskelatrophie) sichtbar machen.
- Ultraschall: Kann in einigen Fällen ebenfalls zur Beurteilung der Sehne eingesetzt werden, ist aber weniger genau als das MRT.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung eines erneuten Risses der Supraspinatussehne hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Größe des Risses, dem Alter und Aktivitätsniveau des Patienten, sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand.
- Konservative Therapie:
- Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente: Zur Linderung der Schmerzen.
- Physiotherapie: Kräftigung der umliegenden Muskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Stabilisierung der Schulter. Dieser Punkt ist auch bei einer erneuten OP sehr wichtig!
- Injektionen: Kortisoninjektionen können kurzfristig die Schmerzen lindern, sollten aber nicht als Dauerlösung angesehen werden.
Die konservative Therapie ist in der Regel dann sinnvoll, wenn der Riss klein ist und die Beschwerden nicht allzu stark sind. Sie ist aber nicht geeignet, den Riss zu heilen.

Ortho-Zentrum | Orthopädie und Unfallchirurgie - Sehnenrisse - Operative Therapie:
- Erneute Sehnennaht: Die gerissene Sehne wird erneut angenäht. Dies kann arthroskopisch (minimalinvasiv) oder offen erfolgen.
- Sehnentransfer: In manchen Fällen ist die ursprüngliche Supraspinatussehne so stark geschädigt, dass sie nicht mehr repariert werden kann. Dann kann eine andere Sehne (z.B. eine Sehne des Latissimus dorsi Muskels) verlegt und an die Stelle der Supraspinatussehne genäht werden.
- Muskeltransplantation: Wie bei der Sehnentransfer wird ein anderer Muskel verwendet, um die Funktion des beschädigten Supraspinatusmuskels zu ersetzen.
- Reverse Schulterprothese: In seltenen Fällen, insbesondere bei älteren Patienten mit fortgeschrittenem Verschleiß des Schultergelenks, kann eine reverse Schulterprothese die beste Option sein.
Die operative Therapie ist in der Regel dann sinnvoll, wenn die konservative Therapie nicht ausreichend hilft oder der Riss groß ist und zu einer deutlichen Funktionseinschränkung führt.
Die Entscheidung für die geeignete Behandlungsmethode sollte immer in Absprache mit einem erfahrenen Orthopäden getroffen werden.

Was sind die langfristigen Perspektiven?
Die langfristigen Perspektiven nach einem erneuten Riss der Supraspinatussehne hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der gewählten Behandlungsmethode, der Qualität des Gewebes und der Bereitschaft des Patienten, aktiv an der Rehabilitation teilzunehmen. Eine konsequente Physiotherapie und eine Anpassung der Lebensgewohnheiten (z.B. Vermeidung von Überkopfbewegungen) sind entscheidend für einen langfristigen Erfolg. Es ist wichtig zu verstehen, dass auch nach einer erfolgreichen Behandlung die Schulter möglicherweise nicht mehr die gleiche Leistungsfähigkeit wie vor dem Riss erreicht.
Wichtig: Suchen Sie frühzeitig einen Arzt auf, wenn Sie nach einer Operation erneut Schulterschmerzen verspüren. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können die langfristigen Perspektiven verbessern.
Dieser Artikel soll Ihnen Informationen und Orientierung bieten. Er ersetzt jedoch keine ärztliche Beratung. Lassen Sie sich von einem Spezialisten untersuchen und beraten, um die bestmögliche Behandlung für Ihre individuelle Situation zu finden.
