Steuerklasse 3 Und 5 Beispiel

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie Ihre Gehaltsabrechnung in den Händen halten und sich fragen, warum so viel Geld für Steuern abgezogen wurde? Insbesondere die Kombination der Steuerklassen 3 und 5 kann für Verwirrung sorgen. Viele Paare stehen vor der Frage, ob diese Steuerklassenwahl für sie überhaupt sinnvoll ist. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Funktionsweise und die Vor- und Nachteile dieser Kombination besser zu verstehen – anhand konkreter Beispiele.
Was bedeuten Steuerklasse 3 und 5?
Die Steuerklassen in Deutschland dienen dazu, die Lohnsteuer anhand der individuellen Lebensumstände zu berechnen. Die Steuerklasse 3 ist in erster Linie für verheiratete oder verpartnerte Arbeitnehmer gedacht, deren Partner entweder kein eigenes Einkommen hat oder in Steuerklasse 5 eingestuft ist. Die Steuerklasse 5 hingegen wird dem Partner zugeteilt, der das deutlich geringere Einkommen bezieht.
Der Hauptgrund für diese Aufteilung liegt im sogenannten Ehegattensplitting. Dieses Verfahren soll sicherstellen, dass Paare mit unterschiedlich hohen Einkommen steuerlich nicht benachteiligt werden.
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Beispielrechnung: Wie funktioniert das in der Praxis?
Um das Ganze zu verdeutlichen, betrachten wir ein konkretes Beispiel:
Nehmen wir an, Familie Müller besteht aus Frau Müller und Herrn Müller. Frau Müller verdient 4.000 Euro brutto im Monat, Herr Müller hingegen nur 1.500 Euro brutto.

Szenario 1: Frau Müller wählt Steuerklasse 3, Herr Müller wählt Steuerklasse 5.
Frau Müller zahlt durch die Steuerklasse 3 weniger Lohnsteuer, da hier bereits der Grundfreibetrag und andere Freibeträge berücksichtigt werden. Herr Müller hingegen zahlt in Steuerklasse 5 deutlich mehr Lohnsteuer, da hier keine Freibeträge berücksichtigt werden.
Szenario 2: Frau Müller wählt Steuerklasse 4, Herr Müller wählt Steuerklasse 4.

In diesem Fall würden beide ungefähr die gleiche Lohnsteuer zahlen, allerdings wäre die Steuerlast insgesamt höher als im ersten Szenario. Nach der Einkommensteuererklärung erhalten sie aber eine Rückerstattung vom Finanzamt.
Die Vor- und Nachteile der Steuerklassenkombination 3 und 5
Vorteile:
- Höheres monatliches Nettoeinkommen für den Hauptverdiener: Durch die geringere Lohnsteuer in Steuerklasse 3 steht dem Hauptverdiener monatlich mehr Geld zur Verfügung.
- Einfachere Budgetplanung: Das höhere monatliche Nettoeinkommen des Hauptverdieners kann die Budgetplanung erleichtern.
Nachteile:

- Höhere Lohnsteuer für den Geringverdiener: Die hohe Lohnsteuer in Steuerklasse 5 kann zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit führen, obwohl die Gesamtsteuerlast für beide Partner letztendlich gleich ist.
- Verpflichtende Einkommensteuererklärung: Paare mit Steuerklassenkombination 3 und 5 sind verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, um die tatsächliche Steuerschuld zu ermitteln.
- Mögliche Nachzahlungen: Es kann zu Nachzahlungen kommen, wenn die im Laufe des Jahres gezahlte Lohnsteuer nicht ausreicht, um die tatsächliche Steuerschuld zu decken.
Wann ist die Steuerklassenkombination 3 und 5 sinnvoll?
Die Steuerklassenkombination 3 und 5 ist besonders dann sinnvoll, wenn das Einkommen eines Partners deutlich höher ist als das des anderen. Als Faustregel gilt, dass ein Partner mindestens 60 % des gemeinsamen Einkommens erzielen sollte, damit sich die Steuerklassenkombination 3 und 5 lohnt.
Achtung: Wenn beide Partner ungefähr das gleiche Einkommen erzielen, ist die Steuerklassenkombination 4/4 oft die bessere Wahl. Alternativ kann man auch die Steuerklassen 4/4 mit Faktorverfahren wählen, um eine genauere Anpassung der Lohnsteuer zu erreichen.
Was ist das Faktorverfahren?
Das Faktorverfahren, welches im Rahmen der Steuerklassen 4/4 angewendet werden kann, dient dazu, die Lohnsteuer genauer an die tatsächliche Steuerschuld anzupassen. Dabei wird ein Faktor berechnet, der die unterschiedlichen Einkommen der Partner berücksichtigt. Dieser Faktor wird dann bei der Lohnsteuerberechnung berücksichtigt, um eine gleichmäßigere Verteilung der Steuerlast zu erreichen. Der Vorteil: Man vermeidet hohe Nachzahlungen am Ende des Jahres.

Änderung der Steuerklasse: Was ist zu beachten?
Die Steuerklasse kann grundsätzlich einmal pro Jahr geändert werden. Um eine Änderung vorzunehmen, müssen Sie einen Antrag beim zuständigen Finanzamt stellen. Der Antrag muss von beiden Partnern unterschrieben werden. Die Änderung wird dann in der Regel ab dem Folgemonat wirksam.
Wichtig: Überlegen Sie sich gut, welche Steuerklassenkombination für Sie am besten geeignet ist. Eine falsche Wahl kann zu unnötigen Nachzahlungen oder einer geringeren monatlichen Liquidität führen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich von einem Steuerberater beraten lassen.
Fazit
Die Steuerklassenkombination 3 und 5 ist ein komplexes Thema, das viele Paare vor Herausforderungen stellt. Durch das Verständnis der Funktionsweise und der Vor- und Nachteile können Sie jedoch die für Sie optimale Steuerklassenwahl treffen. Denken Sie daran, dass die Wahl der Steuerklasse immer von Ihren individuellen Lebensumständen abhängt und es keine pauschale Lösung gibt. Eine individuelle Beratung durch einen Steuerberater kann Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen und Steuern zu sparen.
