So Wie Der Herr Das Gescherr

Kennt ihr das? Man sitzt am Küchentisch, die Sonne scheint (oder auch nicht, sind wir ehrlich, ist ja Deutschland), und man betrachtet das bunte Sammelsurium an Tassen, Tellern und Schüsseln, das sich über die Jahre so angesammelt hat. Da ist Omas Porzellantasse mit dem Goldrand, die man nur an Weihnachten rausholt. Dann der Teller mit dem kleinen Sprung, der aber trotzdem tapfer weiterdient. Und natürlich die Lieblingsmüslischale, die einfach perfekt in der Hand liegt.
Und genau da, mitten in diesem liebevollen Chaos, liegt die Wahrheit über uns selbst. Denn „So wie der Herr, so das Gescherr“ – dieses alte Sprichwort bringt es auf den Punkt: Unsere Persönlichkeit spiegelt sich in unseren Besitztümern wider, besonders in den Dingen, die wir tagtäglich benutzen.
Die Psychologie des Geschirrs
Klingt erstmal komisch, oder? Aber denkt mal drüber nach. Jemand, der super organisiert ist und Wert auf Perfektion legt, wird wahrscheinlich ein makellos sauberes, minimalistisches Geschirrset haben. Alles passt zusammen, alles hat seinen Platz. Kein Kratzer, kein Chip, alles instagrammable. Das ist kein Zufall!
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Auf der anderen Seite steht der chaotische Kreative, dessen Küche einer archäologischen Ausgrabungsstätte ähnelt. Verschiedene Stile, Farben und Muster wild gemischt. Hier eine Tasse vom Flohmarkt, da ein Teller, der mal zu einem ganzen Service gehörte. Aber gerade dieses Durcheinander erzählt eine Geschichte, die Geschichte von Spontaneität, Individualität und einem Leben, das nicht in Schubladen passt.
Und was ist mit dem Studenten, dessen Geschirr hauptsächlich aus IKEA-Schnäppchen und Werbegeschenken besteht? Oder der Oma, deren Schrank voller geerbter Schätze ist, die jedes einzelne eine Erinnerung birgt? Jedes Geschirr erzählt etwas über den Lebensstil, die Werte und die Vorlieben seines Besitzers.

Mehr als nur Gebrauchsgegenstände
Geschirr ist eben mehr als nur etwas, von dem wir essen. Es ist ein Spiegel unserer Seele, ein Fenster in unser Zuhause. Es begleitet uns durch Höhen und Tiefen, durch gemütliche Sonntagsfrühstücke und hektische Abendessen. Es ist Zeuge von Familienfeiern, Freundestreffen und stillen Momenten der Einkehr.
Stellt euch vor, ihr seid bei Freunden zum Essen eingeladen. Allein die Art des Geschirrs verrät euch schon viel über eure Gastgeber. Ist es edles Porzellan, deutet das vielleicht auf einen formellen Anlass hin. Sind es bunte, handgemachte Keramikteller, erwartet euch wahrscheinlich ein entspanntes, ungezwungenes Beisammensein. Und wenn die Gastgeber ihre Gäste bitten, sich einfach einen Teller aus dem Schrank zu nehmen, dann wisst ihr, dass ihr euch wie zu Hause fühlen könnt.

„Das Geschirr ist die Bühne, auf der sich das Essen präsentiert. Und das Essen ist die Inszenierung des Lebens.“
Dieser Satz ist natürlich von mir erfunden, aber er klingt doch gut, oder? Denn im Grunde ist es doch so: Wir wählen unser Geschirr nicht zufällig aus. Wir suchen uns die Dinge aus, die uns gefallen, die zu uns passen, die unsere Persönlichkeit widerspiegeln. Und wenn wir uns dann an den gedeckten Tisch setzen, dann ist das nicht nur eine Mahlzeit, sondern auch eine Art Selbstausdruck.

Ein Hoch auf das unperfekte Geschirr!
Deshalb: Habt keine Angst vor dem unperfekten Geschirr! Der Teller mit dem kleinen Sprung? Der ist doch gerade deshalb so besonders. Die Tasse mit dem abgenutzten Henkel? Sie hat schon so viele Geschichten gehört. Omas altes Kaffeeservice? Ein Familienerbstück mit unschätzbarem Wert.
Lasst euer Geschirr eure Persönlichkeit widerspiegeln. Seid mutig, seid kreativ, seid einfach ihr selbst! Und wenn jemand mal fragt, warum ihr so ein bunt zusammengewürfeltes Sammelsurium habt, dann könnt ihr einfach sagen: „So wie der Herr, so das Gescherr!“
Und jetzt, entschuldigt mich, ich muss meine Lieblingsmüslischale suchen. Die mit dem kleinen Riss, der aber trotzdem perfekt in der Hand liegt.
