Sie Fahren Mit 30 Km Pro Stunde

Kennen Sie das? Sie fahren mit gemütlichen 30 km/h durch die Stadt, die Sonne scheint (vielleicht auch nicht, ist ja Deutschland), und Sie fühlen sich...nun ja, irgendwie langsam. So langsam, dass Ihnen die Schnecken auf dem Bürgersteig zuwinken könnten.
30 km/h. Das ist die Geschwindigkeit, bei der man jedes einzelne Schlagloch der Republik persönlich kennenlernt. Jedes. Einzelne. Schlagloch.
Die Geschwindigkeit des "Ich-hab-Zeit-Modus"
Mal ehrlich, wann fahren wir überhaupt 30 km/h? Vermutlich dann, wenn wir:
Must Read
- Auf der Suche nach DER perfekten Parklücke sind (die dann natürlich schon weg ist).
- In einer 30er Zone unterwegs sind, die gefühlt 30 Kilometer lang ist.
- Hinter einem Traktor her tuckern, der fröhlich seine Gülle versprüht (und uns damit auch).
- Versuchen, das Eis, das wir gerade gekauft haben, vor dem Dahinschmelzen zu retten.
30 km/h ist die Geschwindigkeit, bei der man Zeit hat, die Blumen in den Vorgärten zu bewundern (oder sich zu fragen, warum der Nachbar seinen Rasen schon wieder so kurz gemäht hat). Es ist die Geschwindigkeit, bei der man fast schon zu Fuß schneller wäre.
Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich mit genau 30 km/h durch eine Wohngegend gefahren bin. Plötzlich überholte mich ein älterer Herr auf einem Hollandrad. Er grinste mich an und rief: "Na, auch im Schleichgang unterwegs?" Ich musste einfach lachen. Er hatte so Recht.

30 km/h: Segen oder Fluch?
Klar, manchmal ist es nervig. Man fühlt sich, als würde man die Zeitlupe persönlich steuern. Aber andererseits... 30 km/h zwingen uns auch, einen Gang runterzuschalten. Den Moment zu genießen. Die Welt um uns herum bewusst wahrzunehmen. (Okay, und jedes verdammte Schlagloch.)
Und mal ehrlich, wie oft rasen wir durchs Leben, ohne wirklich etwas mitzubekommen? Vielleicht sollten wir öfter mal 30 km/h fahren. Nicht nur im Auto, sondern auch im übertragenen Sinne.

Denken Sie nur daran, wie viele lustige Details Sie entdecken, wenn Sie mal etwas langsamer unterwegs sind. Vielleicht sehen Sie den kleinen Jungen, der versucht, mit seinem Roller den Berg hochzukommen. Vielleicht entdecken Sie ein Graffiti, das Sie zum Lachen bringt. Oder vielleicht finden Sie einfach nur eine Parklücke, die groß genug für Ihren Wagen ist (ein Wunder!).
Andererseits kann es auch frustrierend sein, wenn man hinter jemandem fährt, der sich wirklich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält. Dann denkt man sich: "Mensch, gib doch mal ein bisschen Gas! Sonst verpasse ich noch meinen Termin!" Aber tief im Inneren weiß man, dass er/sie wahrscheinlich einfach nur die Landschaft genießt (oder Angst vor einem Blitzer hat).

Ich habe mal jemanden getroffen, der behauptete, er würde absichtlich 30 km/h fahren, um die Umwelt zu schonen. Das fand ich ja lobenswert. Oder war es doch nur eine Ausrede, weil er Angst hatte, schneller zu fahren? Wer weiß das schon.
Die Kunst des langsamen Fahrens
Also, das nächste Mal, wenn Sie mit 30 km/h unterwegs sind, versuchen Sie, das Beste daraus zu machen. Betrachten Sie es als eine Art Meditationsübung auf Rädern. Atmen Sie tief durch, genießen Sie die Aussicht und lachen Sie über die Schnecken, die Sie überholen. Und denken Sie daran: Irgendwann wird die 30er Zone auch wieder vorbei sein. Versprochen!
Und wenn Sie dann wieder schneller fahren, denken Sie vielleicht kurz an diesen Artikel zurück und lächeln. Denn selbst bei 100 km/h gibt es immer noch genug Schlaglöcher zu entdecken!
