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Shooting An Elephant George Orwell


Shooting An Elephant George Orwell

Okay, stellt euch vor: Ich sitze in einem Café, dampfender Cappuccino vor mir, und ich erzähle euch von einem Typen, der einen Elefanten erschießt. Klingt nach einem schlechten Witz, oder? Aber wartet ab, es wird noch besser. Dieser Typ ist nämlich George Orwell, der Autor von 1984 und Animal Farm. Ja, DER Orwell. Und das Ganze ist eine echte Geschichte, die er in Burma erlebt hat, als er bei der Polizei gearbeitet hat. Burma, damals Teil des britischen Empires, war also das Setting für dieses... nennen wir es mal "Elefanten-Drama".

Orwell, jung und idealistisch (zumindest ein bisschen), mochte den ganzen Kolonialkram sowieso nicht. Er fand es ungerecht und beschämend. Aber als Polizist hatte er trotzdem eine Uniform und eine gewisse Autorität. Das Problem war nur: Niemand respektierte ihn wirklich. Die Einheimischen hassten ihn, weil er für die Unterdrücker arbeitete, und er hasste sich selbst dafür, dass er für die Unterdrücker arbeitete. Ein Teufelskreis, quasi.

Der Elefant: Ein Dickhäuter mit Aggressionsproblemen

Eines Tages passiert es: Ein Arbeitselefant, ein Tier, das normalerweise sanfter ist als ein Lamm (nun ja, vielleicht ein etwas dickeres Lamm), rastet aus. Er ist im Musth-Zustand, was im Grunde bedeutet, dass er hormonell völlig durchdreht. Stellt euch vor, ihr habt PMS, multipliziert es mit 100 und steckt es in einen Elefanten. Dann habt ihr eine grobe Vorstellung davon. Der Elefant trampelt alles nieder, zerquetscht einen Mann (RIP, armer Kerl), und wandert dann gemächlich über den Markt, als wäre nichts geschehen.

Orwell, der brave Polizist, wird gerufen. Er schnappt sich sein Gewehr, ein Elefantengewehr, wohlgemerkt – als würde man mit einer Kanone auf Spatzen schießen – und macht sich auf den Weg. Aber hier fängt das eigentliche Dilemma an. Orwell hat nämlich keine Ahnung, was er tun soll. Er hat noch nie einen Elefanten erschossen. Vermutlich hat er noch nie etwas Größeres als eine Ratte erschossen (und selbst das ist fraglich).

Der Druck der Masse: Wenn der Mob die Entscheidungen trifft

Als Orwell am Marktplatz ankommt, sieht er eine riesige Menschenmenge. Sie alle wollen den Elefanten sehen, den Elefanten erschossen sehen, oder einfach nur Teil des Spektakels sein. Hier beginnt der eigentliche Knackpunkt der Geschichte. Orwell spürt den Druck. Er weiß, dass er den Elefanten eigentlich gar nicht erschießen will. Der Elefant hat sich beruhigt, grast friedlich auf einem Reisfeld und sieht eigentlich ganz harmlos aus. Aber da ist diese Menschenmenge, die ihn anstarrt, ihn anfeuert, von ihm erwartet, dass er den Elefanten zur Strecke bringt.

Shooting an Elephant and other essays by George Orwell | Goodreads
Shooting an Elephant and other essays by George Orwell | Goodreads

Und jetzt kommt der Clou: Orwell erschießt den Elefanten nicht, weil er es für richtig hält, sondern weil er Angst hat, sich vor der Menge zu blamieren! Er will nicht als Feigling dastehen, als unfähiger Polizist, der nicht in der Lage ist, einen wildgewordenen Elefanten zu bändigen. Er will seinen Job behalten und die Leute beeindrucken. Was für eine Ironie, oder? Ein Mann, der das Empire verachtet, handelt genau so, wie es das Empire von ihm erwartet.

Der langsame, qualvolle Tod: Ein Elefant im Sterben

Was dann passiert, ist wirklich grausam. Orwell schießt auf den Elefanten, aber er trifft ihn nicht richtig. Der Elefant stirbt nicht sofort. Er windet sich vor Schmerzen, fällt hin, steht wieder auf, brüllt qualvoll. Orwell feuert Schuss um Schuss ab, aber nichts hilft. Der Elefant stirbt einen langsamen, qualvollen Tod. Und Orwell steht da und muss zusehen, wie ein mächtiges Tier elendig zugrunde geht, nur weil er Angst hatte, sich vor einer Menschenmenge zu blamieren.

SHOOTING AN ELEPHANT by George Orwell | Goodreads
SHOOTING AN ELEPHANT by George Orwell | Goodreads

Der Elefant stirbt erst Stunden später. Und danach? Danach gibt es Streit um die Stoßzähne. Wer darf sie behalten? Wer hat das Recht darauf? Die Gier der Menschen zeigt sich in ihrer hässlichsten Form. Orwell verlässt den Ort des Geschehens mit einem Gefühl der tiefen Scham und des Ekels.

Die Moral von der Geschicht': Was Orwell uns wirklich sagen wollte

Was Orwell mit dieser Geschichte sagen wollte, ist vielschichtig. Es geht um den Druck der Masse, um die Absurdität des Kolonialismus, um die Entmenschlichung, die durch Gewalt entsteht. Es geht darum, wie leicht wir uns von Angst und Ehrgeiz leiten lassen, selbst wenn wir eigentlich wissen, dass es falsch ist. Und es geht darum, wie Macht uns korrumpieren kann, selbst wenn wir sie eigentlich ablehnen.

Shooting an Elephant by George Orwell - Penguin Books Australia
Shooting an Elephant by George Orwell - Penguin Books Australia

Also, das nächste Mal, wenn ihr in einer Situation seid, in der ihr euch gezwungen fühlt, etwas zu tun, was ihr eigentlich nicht tun wollt, denkt an Orwell und den Elefanten. Fragt euch, ob ihr wirklich das Richtige tut, oder ob ihr nur Angst habt, euch vor der Menge zu blamieren. Und vielleicht, nur vielleicht, könnt ihr dann eine bessere Entscheidung treffen. Und ganz ehrlich, wer will schon einen Elefanten erschießen? Außer vielleicht Elefantenjäger. Aber die sind ja sowieso ein bisschen komisch.

So, Cappuccino ist leer. Wer zahlt? Und wer hat noch eine Anekdote über misslungene Entscheidungen?

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