Physikalische Einheit Für Den Druck

Druck. Alle kennen ihn. Den Druck, wenn die Deadline naht, den Druck, wenn Oma fragt, wann es denn endlich Enkel gibt, und den Druck, wenn man versucht, die letzte Portion Eiscreme in den viel zu vollen Gefrierschrank zu quetschen. Aber reden wir heute mal über den "echten" Druck, den physikalischen, und seine verrückte Einheit: das Pascal. Klingt nach einer neuen Nudelsorte, oder?
Tatsächlich ist das Pascal (Einheitenzeichen: Pa) nach dem französischen Universalgelehrten Blaise Pascal benannt. Und was hat der gute Blaise mit Druck zu tun? Eine ganze Menge! Er hat sich nämlich schon im 17. Jahrhundert mit Luftdruck beschäftigt und unter anderem bewiesen, dass der Luftdruck mit der Höhe abnimmt. Also, wenn Sie das nächste Mal auf einem Berg stehen und tief durchatmen, denken Sie daran: Weniger Druck, mehr Sauerstoff (naja, zumindest etwas weniger Druck!).
Jetzt aber zum Pascal selbst. Ein Pascal ist eigentlich gar nicht so viel. Es ist nämlich der Druck, der entsteht, wenn man eine Kraft von einem Newton (ungefähr die Gewichtskraft eines kleinen Apfels) auf eine Fläche von einem Quadratmeter ausübt. Stellen Sie sich also vor: Sie legen einen Apfel auf einen Quadratmeter. Der Druck, der dadurch entsteht, ist ein Pascal. Nicht gerade weltbewegend, oder?
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Deshalb wird das Pascal oft mit Präfixen kombiniert, um größere Druckwerte handlicher darzustellen. Da haben wir das Kilopascal (kPa), das Hektopascal (hPa) und das Megapascal (MPa). Das Hektopascal ist besonders interessant, denn es ist quasi der Nachfolger des alten Bekannten, des Millibar (mbar). Meteorologen lieben das Hektopascal, weil es ihnen hilft, das Wetter vorherzusagen. Wenn Sie also das nächste Mal im Wetterbericht von Hoch- und Tiefdruckgebieten hören, dann wissen Sie, dass es um Hektopascal geht! Und merken Sie sich: Tiefdruck = schlechtes Wetter, Hochdruck = gutes Wetter. Eine einfache Eselsbrücke, die Ihnen beim nächsten Smalltalk sicher weiterhilft.
Der normale Luftdruck auf Meereshöhe beträgt übrigens etwa 1013 hPa. Das ist ganz schön viel! Das entspricht ungefähr dem Gewicht eines Kleinwagens, der auf Ihren ganzen Körper drückt! Keine Panik, Sie spüren davon nichts, weil Ihr Körper von innen den gleichen Gegendruck erzeugt. Ein Wunder der Natur!

Aber es gibt auch Situationen, in denen der Druck wirklich unangenehm werden kann. Denken Sie an einen Tauchgang. Je tiefer Sie tauchen, desto höher der Druck auf Ihren Körper. Ab einem gewissen Punkt kann das ganz schön schmerzhaft werden und sogar gefährlich sein. Deshalb ist es so wichtig, dass Taucher den Druck ausgleichen, indem sie Luft in ihre Mittelohren pressen. Das Knacken in den Ohren, das Sie beim Tauchen oder im Flugzeug hören, ist genau dieser Druckausgleich.
Druck in der Küche – Eine unerwartete Begegnung
Auch in der Küche spielt der Druck eine Rolle, oft ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Der Schnellkochtopf ist ein Paradebeispiel. Durch den erhöhten Druck im Topf steigt die Siedetemperatur des Wassers, wodurch das Essen schneller gar wird. Ein wahrer Segen für alle, die wenig Zeit zum Kochen haben! Und wer hat's erfunden? Natürlich nicht Blaise Pascal, aber er hätte seine Freude daran gehabt!

Und dann gibt es noch die Sprudelflaschen. Der prickelnde Geschmack von Sprudelwasser entsteht durch Kohlendioxid, das unter Druck in das Wasser gepresst wird. Wenn Sie die Flasche öffnen, entweicht der Druck und das Kohlendioxid perlt heraus. Herrlich erfrischend!
Also, das nächste Mal, wenn Sie eine Flasche Sprudel öffnen, ein Ei im Schnellkochtopf zubereiten oder einfach nur den Wetterbericht hören, denken Sie an das Pascal, diese unscheinbare, aber allgegenwärtige physikalische Einheit. Es ist überall um uns herum und beeinflusst unser Leben auf vielfältige Weise. Und wer weiß, vielleicht inspiriert Sie die Geschichte von Blaise Pascal ja sogar, sich selbst mal mit dem Thema Druck auseinanderzusetzen. Aber bitte nicht mit dem Druck, den Oma macht. Das ist eine ganz andere Geschichte…
"Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur, aber ein denkendes Schilfrohr." - Blaise Pascal
Und denken Sie daran: egal, wie hoch der Druck auch sein mag, manchmal hilft es, einfach mal tief durchzuatmen und einen Apfel auf einen Quadratmeter zu legen. Vielleicht relativiert sich dann alles ein bisschen.
