Ns-außenpolitik 1933 Bis 1939 Zeitstrahl

Die Außenpolitik des nationalsozialistischen Deutschlands zwischen 1933 und 1939 war ein komplexes Zusammenspiel aus revisionistischen Zielen, ideologischer Verblendung und strategischer Kalkulation. Dieser Artikel, adressiert an Geschichtsinteressierte und Schüler/Studenten, soll einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen in dieser turbulenten Zeit geben und dabei die zugrundeliegenden Motive und Konsequenzen beleuchten.
Stellen Sie sich vor: Ein Land, gedemütigt durch einen verlorenen Krieg und wirtschaftliche Not, sehnt sich nach Größe und Rache. Die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler versprachen genau das – die Wiederherstellung der deutschen Ehre und die Schaffung eines Großdeutschen Reiches. Wie sie diese Versprechen in die Tat umsetzten, führte Europa an den Rand des Abgrunds und schließlich in den verheerenden Zweiten Weltkrieg.
Die Ziele der NS-Außenpolitik
Die Außenpolitik der Nationalsozialisten war von Anfang an auf die Revision des Versailler Vertrages, die Erweiterung des deutschen Lebensraumes (Lebensraum im Osten) und die Durchsetzung der nationalsozialistischen Ideologie ausgerichtet. Im Kern standen folgende Ziele:
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- Revision des Versailler Vertrages: Beseitigung der Beschränkungen des Vertrages, insbesondere in Bezug auf Militär, Territorien und Reparationszahlungen.
- "Lebensraum im Osten": Eroberung von Gebieten in Osteuropa, insbesondere auf Kosten der Sowjetunion, zur Schaffung von Siedlungsraum für die "arische Rasse".
- "Großdeutsches Reich": Eingliederung aller deutschsprachigen Gebiete in ein Deutsches Reich.
- Rassenideologie: Durchsetzung der nationalsozialistischen Rassenideologie, die zur Diskriminierung und Verfolgung von Juden, Sinti und Roma sowie anderen Minderheiten führte.
- Militärische Aufrüstung: Vorbereitung auf einen Krieg zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Ziele.
Zeitstrahl der NS-Außenpolitik (1933-1939)
1933: Die ersten Schritte
- Januar 1933: Adolf Hitler wird Reichskanzler. Dies markiert den Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft und den Beginn einer aggressiven Außenpolitik.
- Oktober 1933: Deutschland tritt aus dem Völkerbund und der Abrüstungskonferenz aus. Dies signalisiert die Abkehr von der internationalen Zusammenarbeit und die Hinwendung zu einer eigenständigen, auf Macht basierenden Politik.
1934: Annäherung und erste Erfolge
- Januar 1934: Deutsch-Polnischer Nichtangriffspakt. Dieser Pakt überraschte viele und diente vor allem dazu, Zeit für die Aufrüstung zu gewinnen und Polen von einer möglichen Allianz mit Frankreich zu isolieren.
"Dieser Pakt war ein Meisterstück der Täuschung," so ein Historiker.
- Juli 1934: Der gescheiterte "Juli-Putsch" in Österreich, bei dem der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wird. Deutschland wird verdächtigt, in den Putsch verwickelt zu sein, was zu Spannungen mit Italien führt.
1935: Die Maske fällt
- März 1935: Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland. Dies ist ein offener Bruch des Versailler Vertrages und signalisiert die aggressive Aufrüstung Deutschlands.
- Juni 1935: Deutsch-Britisches Flottenabkommen. Großbritannien erlaubt Deutschland, seine Flotte auf 35% der britischen Flottenstärke aufzurüsten. Dies ist ein weiterer Schlag gegen den Versailler Vertrag und signalisiert eine gewisse Appeasement-Politik Großbritanniens.
1936: Rheinlandbesetzung und Achsenbildung
- März 1936: Einmarsch deutscher Truppen in das entmilitarisierte Rheinland. Dies ist ein weiterer Bruch des Versailler Vertrages und ein Test der Entschlossenheit der Westmächte. Die Reaktion bleibt aus, was Hitler in seiner Politik bestärkt.
- Oktober 1936: Bildung der "Achse Berlin-Rom" mit Italien. Dies ist der Beginn einer militärischen und politischen Allianz zwischen Deutschland und Italien.
1938: Annexionen und Eskalation
- März 1938: "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich. Österreich wird annektiert, was einen weiteren Schritt zur Verwirklichung des "Großdeutschen Reiches" darstellt.
- September 1938: Münchner Abkommen. Großbritannien, Frankreich und Italien stimmen der Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland zu. Dies ist der Höhepunkt der Appeasement-Politik, die Hitler weiter ermutigt.
1939: Der Weg in den Krieg
- März 1939: Besetzung der Rest-Tschechei. Die Tschechoslowakei wird zerschlagen und der Rest des Landes wird besetzt. Dies zeigt, dass Hitler nicht nur an der Eingliederung deutschsprachiger Gebiete interessiert ist.
- August 1939: Hitler-Stalin-Pakt (Deutsch-Sowjetischer Nichtangriffspakt). Dieser Pakt überrascht die Welt und ermöglicht es Deutschland, Polen anzugreifen, ohne einen Zweifrontenkrieg befürchten zu müssen. Dieser Pakt beinhaltete ein geheimes Zusatzprotokoll zur Aufteilung Osteuropas in Interessensphären.
- September 1939: Überfall auf Polen. Deutschland greift Polen an, was den Zweiten Weltkrieg auslöst.
Die Konsequenzen
Die NS-Außenpolitik zwischen 1933 und 1939 war eine Politik der Aggression, des Bruchs von Verträgen und der Missachtung internationaler Normen. Sie führte zum Zweiten Weltkrieg, dem Holocaust und unermesslichem Leid. Die Lehren aus dieser Zeit sind, dass Appeasement keine Lösung für aggressive Diktatoren ist und dass internationale Zusammenarbeit und die Verteidigung von Demokratie und Menschenrechten unerlässlich sind, um zukünftige Konflikte zu verhindern. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen.
Dieses kurze Zeitstrahl kann als Ausgangspunkt für weiteres Studium und Forschung dienen. Es ist wichtig, die Vergangenheit zu verstehen, um die Gegenwart zu gestalten und die Zukunft zu sichern.
