Nachts Krämpfe In Den Waden

Kennst du das auch? Du liegst friedlich im Bett, die Welt ist still, und dann – ZACK! – eine Kralle packt deine Wade und zieht, verdreht und quält dich in ungeahnte Schmerzdimensionen. Die Rede ist natürlich von den berühmt-berüchtigten, nächtlichen Wadenkrämpfen! Diese kleinen, fiesen Biester, die uns den Schlaf rauben und uns in windgepeitschte Piraten verwandeln, die fluchend im Bett herumwirbeln.
Ich erinnere mich noch gut an meine erste Begegnung mit diesen Krämpfen. Ich war jung, naiv und glaubte noch, dass das Bett ein sicherer Hafen sei. Tja, falsch gedacht! Plötzlich, mitten in der Nacht, fühlte es sich an, als hätte ein kleiner, unsichtbarer Kobold beschlossen, meine Wade als Boxsack zu missbrauchen. Ich schrie auf, sprang aus dem Bett und versuchte, das Bein zu dehnen. Es fühlte sich an, als würde ich einen widerspenstigen Gummibaum bearbeiten.
Seitdem sind die nächtlichen Wadenkrämpfe so etwas wie ungebetene, aber regelmäßige Gäste in meinem Leben geworden. Manchmal kommen sie in Rudeln, manchmal einzeln. Manchmal, wenn ich besonders brav war, lassen sie mich ganz in Ruhe. Aber wehe dem, der sich zu früh freut! Denn sie lauern im Dunkeln, bereit, jederzeit zuzuschlagen.
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Die Dehn-Gymnastik der Verzweiflung
Über die Jahre habe ich eine ganze Reihe von Strategien entwickelt, um diese nächtlichen Angriffe abzuwehren. Die wichtigste ist natürlich das Dehnen. Wenn der Krampf kommt, heißt es: Zähne zusammenbeißen und die Wade so weit es geht dehnen. Dabei sieht man zwar aus, als würde man einen verunglückten Limbo-Tanz aufführen, aber es hilft! Und ganz ehrlich, wenn man nachts um drei Uhr mit schmerzverzerrtem Gesicht im Schlafzimmer herumturnt, ist es einem auch egal, ob man dabei elegant aussieht oder nicht.
Einige schwören auch auf Magnesium. Ich habe kiloweise davon gefuttert, aber ob es wirklich hilft, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Vielleicht ist es auch nur ein Placebo-Effekt. Aber hey, wenn es hilft, umso besser! Hauptsache, die Kobolde in der Wade lassen mich in Ruhe.

Andere schwören auf Chinin. Aber da bin ich vorsichtig. Ich habe mal einen alten Western gesehen, in dem ein Cowboy mit Chinin gegen Malaria behandelt wurde und danach seltsame Dinge gesehen hat. Ich will ja nicht, dass ich nachts auch noch von rosa Elefanten verfolgt werde, während ich mit einem Wadenkrampf kämpfe.
Die Wärme der Gemeinschaft
Das Schöne an diesen nächtlichen Qualen ist, dass man damit nicht allein ist. Wenn man sich mal im Internet umschaut, findet man unzählige Leidensgenossen, die von ihren Erfahrungen mit Wadenkrämpfen berichten. Und es ist irgendwie tröstlich zu wissen, dass man nicht der Einzige ist, der nachts fluchend und dehnend durchs Schlafzimmer humpelt.

In einer Online-Diskussion habe ich mal jemanden getroffen, der seine nächtlichen Krämpfe liebevoll "Krampfinchen" nannte. Eine andere erzählte, sie würde während des Krampfes laut "Ich bin stark! Ich bin stark!" rufen. Und ein Dritter hatte sich sogar eine kleine Krampf-Hymne geschrieben. Diese Geschichten haben mich zum Lachen gebracht und mir gezeigt, dass man auch mit Humor gegen diese kleinen Quälgeister ankämpfen kann.
Denn letztendlich sind die nächtlichen Wadenkrämpfe zwar lästig und schmerzhaft, aber sie sind auch ein Teil unseres Lebens. Sie erinnern uns daran, dass wir nicht perfekt sind, dass unser Körper manchmal verrückt spielt und dass wir auch mal unsere Grenzen erreichen. Und vielleicht, ganz vielleicht, bringen sie uns sogar ein bisschen näher zusammen, weil wir alle im selben Boot sitzen – oder besser gesagt, im selben Bett, wo wir nachts von Kobolden in der Wade gequält werden.

Also, wenn du das nächste Mal von einem Wadenkrampf heimgesucht wirst, denk daran: Du bist nicht allein! Atme tief durch, dehne dich so gut es geht und versuche, die Situation mit Humor zu nehmen. Und wer weiß, vielleicht inspirieren dich deine nächtlichen Abenteuer ja sogar zu einer eigenen Krampf-Hymne. In diesem Sinne: Gute Nacht und mögen die Krampfinchen dich verschonen!
Und denk dran: Sollten die Krämpfe wirklich unerträglich werden oder ungewöhnlich oft auftreten, ist es immer eine gute Idee, einen Arzt aufzusuchen. Denn manchmal können sie auch ein Zeichen für ein tieferliegendes Problem sein.
