Nachbarn Sitzen Den Ganzen Tag Auf Dem Balkon

Okay, Leute, mal ehrlich. Wer kennt das nicht? Du stehst auf, machst dir einen Kaffee, gehst auf den Balkon… und da sind sie. Deine Nachbarn. Schon wieder! Als ob der Balkon deren persönliches Amphitheater wäre, wo sie den ganzen Tag die Vorstellung "Das Leben des Durchschnittsbürgers" aufführen. Und du bist unfreiwillig der Zuschauer.
Ich rede natürlich von der Spezies "Dauerbalkonsitzer". Sie sind überall. Wie Tauben. Nur mit mehr Gartenmöbeln und weniger Federn. Oder vielleicht auch nicht weniger Federn, je nachdem, was sie so tragen...
Die Chroniken des Dauerbalkons
Ich meine, was machen die da wirklich den ganzen Tag? Ist das ein Hochleistungssport, von dem ich nichts weiß? Gibt es eine geheime Balkonsitzer-Olympiade, wo man Medaillen für das perfekte Sonnenbaden, das effizienteste Zeitungslesen oder das dramatischste Kaffeetrinken vergibt? Ich hätte ja gesagt, da ist wenigstens die Aussicht spannend, aber meistens gucken sie doch eh nur auf die Straße, wo wir arbeiten und uns abrackern. Die Ironie!
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Manchmal frage ich mich, ob sie vielleicht ein ausgeklügeltes System haben. Ein Rotationsprinzip, um die Sonnenflecken optimal auszunutzen. Oder vielleicht eine Art gemeinschaftliches Wachsystem, um die Gegend vor einfallenden Eichhörnchen oder zu lauten Mofas zu schützen. "Alarm! Alarm! Oma Erika hat ein verdächtiges Rascheln in der Hecke gehört!"
Und dann ist da noch die Kommunikation. Manchmal nur ein Nicken. Manchmal ein kurzes "Guten Tag". Manchmal ein ganzer Monolog über das Wetter, die Enkel oder die gestiegenen Preise für Schnittblumen. Und wehe dem, der nicht zurückgrüßt! Dann bist du schneller im Visier als du "Balkonien" sagen kannst!

Der Balkon: Mehr als nur ein Ort zum Sitzen
Versteht mich nicht falsch. Ich gönne es ihnen ja. Jeder soll sein Leben genießen. Aber manchmal… manchmal denke ich mir, ich sollte auch einfach meinen Job kündigen, mir einen Liegestuhl kaufen und mich dem Balkon-Kult anschließen. Vielleicht ist das ja der Schlüssel zum Glücklichsein. Einfach nur da sitzen, die Sonne genießen und die Welt an sich vorbeiziehen lassen. (Oder eben beobachten, wie die Nachbarn ihre Einkäufe nach Hause schleppen.)
Ich habe mal gelesen, dass der Balkon im Mittelalter als eine Art "Fluchtbalkon" diente. Falls das Haus brannte, konnte man sich dort in Sicherheit bringen. Vielleicht ist das ja auch heute noch der Fall. Vielleicht fliehen meine Nachbarn jeden Tag auf den Balkon, um vor dem Wahnsinn des Alltags zu entkommen. Vor dem Abwasch, der Steuererklärung oder dem nervigen Chef. Der Balkon als letzte Bastion der Freiheit!

Strategien für den Umgang mit dem Dauerbalkonsitzer
Aber was tun, wenn man selbst mal in Ruhe auf dem Balkon sitzen will, ohne das Gefühl zu haben, in einem Reality-TV-Format mitzuspielen? Hier ein paar bewährte Strategien:
* Die "Ignorier-Technik": Einfach so tun, als wären sie nicht da. Funktioniert nicht immer, aber einen Versuch ist es wert. * Die "Konter-Strategie": Sich selbst einen noch bequemeren Liegestuhl kaufen und demonstrativ ein noch dickeres Buch lesen. Zeigen, wer der wahre Balkon-Profi ist! * Die "Friedenspfeife-Methode": Einfach mal einen Kaffee rüberbringen und ein nettes Gespräch anfangen. Vielleicht entdeckt man ja Gemeinsamkeiten. Vielleicht erfährt man sogar, was sie den ganzen Tag so treiben! * Die "Umzug-Strategie": Okay, vielleicht nicht die praktikabelste Lösung. Aber wenn alles andere scheitert…
Egal welche Strategie man wählt, eines ist sicher: Die Dauerbalkonsitzer sind ein fester Bestandteil unseres Lebens. Sie sind wie das Salz in der Suppe, wie der nervige Klingelton des Nachbarn, wie die Tauben auf dem Dach. Sie gehören einfach dazu. Und ganz ehrlich? Manchmal sind sie auch ganz unterhaltsam. Man muss nur lernen, sie mit Humor zu nehmen.
Also, das nächste Mal, wenn ihr eure Nachbarn auf dem Balkon sitzen seht, winkt ihnen doch einfach mal zu. Vielleicht laden sie euch ja sogar auf einen Kaffee ein. Und wer weiß? Vielleicht werdet ihr ja selbst zu einem Dauerbalkonsitzer. Die Welt braucht mehr Menschen, die einfach mal die Sonne genießen. Und die Nachbarn beobachten. Natürlich nur aus Forschungszwecken.
In diesem Sinne: Ab auf den Balkon! (Aber vergesst die Sonnencreme nicht!)
