Muss Eine Pseudarthrose Operiert Werden

Die Frage, ob eine Pseudarthrose operiert werden muss, ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Pseudarthrose, auch Falschgelenk genannt, entsteht, wenn ein Knochenbruch nicht richtig verheilt und sich stattdessen ein fibröses Gewebe zwischen den Knochenfragmenten bildet. Dies führt zu Instabilität und Schmerzen.
Ursachen und Diagnose einer Pseudarthrose
Eine Pseudarthrose kann verschiedene Ursachen haben, darunter unzureichende Ruhigstellung des Bruches, Infektionen, Durchblutungsstörungen oder auch systemische Erkrankungen wie Diabetes. Auch Rauchen kann die Knochenheilung negativ beeinflussen und das Risiko einer Pseudarthrose erhöhen.
Die Diagnose einer Pseudarthrose erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls weiteren bildgebenden Verfahren wie einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Typische Anzeichen sind persistierende Schmerzen, Instabilität im Bereich des Bruches und eine eingeschränkte Funktion.
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Wann ist eine Operation notwendig?
Nicht jede Pseudarthrose muss zwangsläufig operiert werden. Die Entscheidung für oder gegen eine Operation hängt von der individuellen Situation des Patienten, dem Ausmaß der Beschwerden und der Lokalisation der Pseudarthrose ab.
Asymptomatische Pseudarthrosen
In einigen Fällen kann eine Pseudarthrose asymptomatisch sein, das heißt, sie verursacht keine oder nur geringe Beschwerden. In solchen Fällen ist eine Operation oft nicht notwendig. Stattdessen kann man versuchen, die Symptome durch konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmittel und orthopädische Hilfsmittel zu lindern.

Symptomatische Pseudarthrosen
Anders sieht es aus, wenn die Pseudarthrose erhebliche Beschwerden verursacht. Typische Symptome sind starke Schmerzen, Instabilität, Bewegungseinschränkungen und eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. In diesen Fällen ist eine operative Behandlung in der Regel indiziert, um die Stabilität wiederherzustellen, die Schmerzen zu lindern und die Funktion zu verbessern.
Operative Verfahren zur Behandlung der Pseudarthrose
Es gibt verschiedene operative Verfahren zur Behandlung einer Pseudarthrose. Die Wahl des Verfahrens hängt von der Lokalisation der Pseudarthrose, dem Ausmaß der Knochenschädigung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.
Knochentransplantation
Eine häufig angewandte Methode ist die Knochentransplantation. Dabei wird Knochenmaterial, entweder vom Patienten selbst (autologe Transplantation) oder von einem Spender (allogene Transplantation), in den Bereich der Pseudarthrose eingebracht. Der transplantierte Knochen soll die Knochenheilung anregen und die Stabilität wiederherstellen. Die autologe Knochentransplantation, oft aus dem Beckenkamm entnommen, gilt als Goldstandard, da sie das beste Potenzial zur Knochenheilung bietet.

Fixierungstechniken
Zusätzlich zur Knochentransplantation werden oft Fixierungstechniken eingesetzt, um die Knochenfragmente während der Heilungsphase zu stabilisieren. Hierzu können Platten, Schrauben, Nägel oder auch externe Fixateure verwendet werden. Die Wahl der Fixierungstechnik hängt von der Lokalisation und Art der Pseudarthrose ab.
Biologische Stimulation
In einigen Fällen kann die Knochenheilung durch biologische Stimulation gefördert werden. Hierzu werden beispielsweise Wachstumsfaktoren oder andere Substanzen eingesetzt, die die Knochenneubildung anregen sollen. Diese Substanzen können entweder direkt in den Bereich der Pseudarthrose injiziert oder in Form von Knochenersatzmaterialien eingebracht werden.

Risiken und Komplikationen
Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Behandlung einer Pseudarthrose Risiken und Komplikationen. Zu den möglichen Komplikationen gehören Infektionen, Wundheilungsstörungen, Nervenverletzungen, Gefäßverletzungen und die erneute Entstehung einer Pseudarthrose. Es ist wichtig, diese Risiken mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.
Vor jeder Operation sollte eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Nachbehandlung
Die Nachbehandlung nach einer Pseudarthrose-Operation ist entscheidend für den Erfolg des Eingriffs. In der Regel ist eine Ruhigstellung des operierten Bereichs erforderlich, entweder durch einen Gipsverband oder eine Orthese. Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Nachbehandlung, um die Beweglichkeit wiederherzustellen, die Muskulatur zu kräftigen und die Funktion zu verbessern. Die Dauer der Nachbehandlung hängt von der Art der Operation und dem individuellen Heilungsverlauf ab.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen und gegebenenfalls frühzeitig auf Komplikationen reagieren zu können.
Fazit und Empfehlung
Ob eine Pseudarthrose operiert werden muss, ist eine individuelle Entscheidung, die in Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen werden sollte. Bei asymptomatischen Pseudarthrosen können konservative Maßnahmen ausreichend sein. Bei symptomatischen Pseudarthrosen ist eine operative Behandlung oft notwendig, um die Schmerzen zu lindern, die Stabilität wiederherzustellen und die Funktion zu verbessern. Es gibt verschiedene operative Verfahren zur Behandlung der Pseudarthrose, und die Wahl des Verfahrens hängt von der Lokalisation der Pseudarthrose, dem Ausmaß der Knochenschädigung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.
Sollten Sie unter einer Pseudarthrose leiden, ist es ratsam, einen erfahrenen Orthopäden oder Unfallchirurgen aufzusuchen, um sich umfassend beraten zu lassen und die für Sie geeignete Behandlungsmethode zu finden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können dazu beitragen, langfristige Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern.
