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Mr William Collins Pride And Prejudice


Mr William Collins Pride And Prejudice

Stellen Sie sich vor, Sie sind jung, intelligent und voller Lebensfreude, gefangen im England des frühen 19. Jahrhunderts, in dem die Zukunft einer Frau fast ausschließlich von einer guten Heirat abhängt. Und dann stellt Ihnen Ihr Cousin, ein aufgeblasener, selbstgefälliger Pfarrer namens Mr. William Collins, einen Heiratsantrag. Eine wahrlich erschreckende Vorstellung, nicht wahr? Dieser Artikel widmet sich genau dieser Figur, Mr. William Collins aus Jane Austens Pride and Prejudice, und beleuchtet seine Rolle, seine Absichten und warum er bis heute eine so unvergessliche (und oft belächelte) Figur der Literaturgeschichte ist. Dieser Artikel richtet sich an alle Leser von "Stolz und Vorurteil", sei es, dass Sie das Buch zum ersten Mal lesen oder ein langjähriger Fan sind, der sein Wissen auffrischen möchte. Es soll ein tieferes Verständnis von Collins und seiner Bedeutung im Kontext der Geschichte vermitteln.

Wer ist Mr. William Collins?

Mr. William Collins ist der Cousin von Mr. Bennet und der Erbe von Longbourn, dem Bennet-Anwesen. Dies allein verleiht ihm eine gewisse Bedeutung für die Bennet-Schwestern, da er sie eines Tages aus ihrem Zuhause vertreiben könnte. Collins ist Pfarrer und lebt in der Nähe von Rosings Park, dem Anwesen der wohlhabenden und herrschsüchtigen Lady Catherine de Bourgh, die er in höchstem Maße verehrt. Sein Charakter ist geprägt von:

  • Selbstgefälligkeit: Collins hält sich für intelligent und gebildet, obwohl seine Reden und sein Verhalten oft das Gegenteil beweisen.
  • Unterwürfigkeit: Er ist Lady Catherine gegenüber extrem unterwürfig und versucht, ihr in jeder Hinsicht zu gefallen, oft bis zum Lächerlichen.
  • Eitelkeit: Collins ist von seiner eigenen Bedeutung überzeugt und prahlt ständig mit seinen Verbindungen und seinem Status.
  • Mangel an Selbstbewusstsein: Er ist blind für die Ironie und den Spott, die ihm oft entgegengebracht werden.

Collins' Heiratsabsichten

Nachdem Mr. Collins klar wird, dass er heiraten muss, wählt er eine der Bennet-Schwestern als potenzielle Ehefrau aus. Seine Motive sind dabei nicht unbedingt romantisch, sondern eher pragmatisch und von gesellschaftlichen Erwartungen geprägt. Er glaubt, dass die Heirat mit einer der Bennet-Schwestern ihm helfen wird, seine Schuld als Erbe von Longbourn zu begleichen und gleichzeitig sein Ansehen zu verbessern.

Er beginnt mit Jane, gibt aber schnell auf, als er bemerkt, dass ihre Aufmerksamkeit nicht auf ihn gerichtet ist. Daraufhin wendet er sich Elizabeth zu und macht ihr einen Heiratsantrag, der durch seine Selbstgefälligkeit und sein mangelndes Einfühlungsvermögen schockiert. Elizabeth lehnt ihn entschieden ab, was Collins jedoch kaum zu stören scheint, da er sich schnell auf Charlotte Lucas konzentriert.

Die Ehe mit Charlotte Lucas

Charlottes Entscheidung, Mr. Collins zu heiraten, ist oft Gegenstand von Diskussionen und Interpretationen. Charlotte, eine ältere Freundin von Elizabeth, ist pragmatisch und realistisch in Bezug auf ihre Heiratsaussichten. Sie ist nicht attraktiv, hat kein Vermögen und ist sich bewusst, dass ihre Chancen auf eine glückliche Ehe gering sind. Die Ehe mit Collins bietet ihr Sicherheit und ein eigenes Zuhause, auch wenn sie weiß, dass die Ehe nicht von Liebe geprägt sein wird.

David Bramber as the odious Mr. Collins in Pride and Prejudice (1995
David Bramber as the odious Mr. Collins in Pride and Prejudice (1995

"Ich bin kein Romantiker, wie du. Ich verlange nur ein bequemes Zuhause," sagt Charlotte zu Elizabeth.

Charlottes Entscheidung mag für moderne Leserinnen und Leser befremdlich wirken, aber im Kontext der damaligen Zeit war sie eine vernünftige und verständliche Wahl. Sie suchte nach Sicherheit und Unabhängigkeit in einer Gesellschaft, in der Frauen stark von Männern abhängig waren.

Mr. Collins
Mr. Collins

Collins' Rolle in der Geschichte

Mr. Collins ist weit mehr als nur eine komische Randfigur. Er spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte, indem er:

  • Gesellschaftliche Konventionen aufzeigt: Er verkörpert die gesellschaftlichen Erwartungen und Zwänge, denen Frauen im England des frühen 19. Jahrhunderts ausgesetzt waren.
  • Elizabeths Charakter hervorhebt: Seine Anträge an Jane und Elizabeth und deren Ablehnungen betonen Elizabeths Unabhängigkeit und ihre Weigerung, sich mit weniger als einer Ehe, die auf Liebe und Respekt basiert, zufrieden zu geben.
  • Ironie und Humor in die Geschichte bringt: Collins' unbeholfenes Verhalten und seine selbstgefälligen Reden sorgen für viele komische Momente, die die Leser erheitern und gleichzeitig die Absurdität bestimmter gesellschaftlicher Normen aufzeigen.
  • Einen Kontrast zu anderen männlichen Figuren bildet: Er steht in scharfem Kontrast zu Figuren wie Mr. Darcy und Mr. Bingley, die für ihre Ehrlichkeit, ihren Anstand und ihre Fähigkeit, über gesellschaftliche Konventionen hinwegzusehen, geschätzt werden.

Warum Mr. Collins unvergesslich bleibt

Mr. William Collins ist eine unvergessliche Figur, weil er eine Karikatur bestimmter negativer Eigenschaften ist, die in der menschlichen Natur vorkommen. Seine Selbstgefälligkeit, seine Unterwürfigkeit und sein Mangel an Selbstbewusstsein machen ihn zu einer Figur, über die man lachen, aber auch nachdenken kann. Er erinnert uns daran, wie wichtig es ist, authentisch zu sein, die eigenen Werte zu verteidigen und sich nicht von gesellschaftlichem Druck oder der Meinung anderer leiten zu lassen. Seine Figur verdeutlicht, dass wahre Ehre und Wertschätzung nicht durch Äußerlichkeiten oder Titel erlangt werden, sondern durch Charakterstärke und Integrität. Er ist ein lebendiges Beispiel dafür, was passiert, wenn Konventionen über Authentizität gestellt werden.

Indem wir Mr. Collins' Fehler erkennen und aus ihnen lernen, können wir hoffentlich vermeiden, selbst in ähnliche Verhaltensmuster zu verfallen. Und vielleicht, nur vielleicht, können wir ein wenig mehr wie Elizabeth Bennet sein – stark, unabhängig und bereit, für das einzustehen, woran wir glauben, auch wenn es bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen.

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