Mitbewohner Rauswerfen Der Nicht Im Mietvertrag Steht

Stell dir vor: Du lebst in einer WG. Alles läuft super, bis... ja, bis dein Mitbewohner, nennen wir ihn mal Kevin, seinen Kumpel Markus einziehen lässt. Markus ist nett, kocht leckere Spaghetti Carbonara, aber steht nirgendwo im Mietvertrag. Was nun?
Das ist wie beim Monopoly. Du kaufst die Schlossallee, baust fleißig Häuser, und plötzlich kommt jemand mit einer "Frei Parken"-Karte und wohnt umsonst. Nur ist das echte Leben eben kein Spiel. Die Frage ist: Kannst du Markus einfach so vor die Tür setzen? Und warum solltest du dich überhaupt darum kümmern, wenn er doch so gut kocht?
Warum das Ganze dich überhaupt betrifft
Klar, vielleicht denkst du: "Solange die Miete pünktlich kommt, ist doch alles tutti." Aber lass uns mal ehrlich sein. Stell dir vor, Markus schmeißt eine Party, die so laut ist, dass die Nachbarn Sturm klingeln. Wer bekommt den Ärger? Genau, du und dein offizieller Mitbewohner Kevin. Denn ihr steht im Mietvertrag und seid für alles verantwortlich, was in der Wohnung passiert. Markus ist rechtlich gesehen ein Geist. Er existiert für den Vermieter nicht.
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Oder denk mal an die Kaution. Wer bekommt die zurück, wenn Markus beim Umzug ein riesiges Loch in die Wand bohrt? Wieder ihr! Denn Markus hat ja offiziell mit nichts zu tun. Das ist, als würdest du für Kevins Eis zahlen, obwohl du selbst keins gegessen hast.
Und ganz ehrlich, es geht auch ums Prinzip. Du hast einen Mietvertrag unterschrieben, Kevin auch. Ihr habt gewisse Regeln vereinbart. Dass er einfach so jemanden einziehen lässt, ohne dich zu fragen, ist schlichtweg unfair. Das ist, als würde dein Kumpel im Restaurant deine Pommes essen, ohne zu fragen. Einfach unhöflich!

Der "heimliche" Mitbewohner und die rechtliche Lage
Okay, genug mit den Vergleichen. Konkret: Markus ist ein sogenannter unbefugter Untermieter. Klingt kompliziert, bedeutet aber nur: Er wohnt da, ohne dass der Vermieter zugestimmt hat. Und ohne Zustimmung des Vermieters hat er kein Recht, in der Wohnung zu sein.
Jetzt kommt der Knackpunkt: Du selbst (oder Kevin, wenn er Hauptmieter ist) bist grundsätzlich erstmal für die Situation verantwortlich. Ihr müsst dafür sorgen, dass Markus wieder auszieht. Der Vermieter wird sich im ersten Schritt an euch wenden.

Aber Vorsicht: Einfach die Tür vor der Nase zuschlagen und Markus' Sachen auf die Straße stellen, ist keine gute Idee. Das könnte nämlich rechtliche Konsequenzen haben. Du könntest dich schlimmstenfalls sogar strafbar machen!
Was du tun kannst: Schritt für Schritt
1. Sprich mit Kevin: Das ist der wichtigste Schritt. Er muss verstehen, dass die Situation so nicht haltbar ist. Vielleicht war ihm gar nicht bewusst, welche Probleme das verursachen kann. Versucht, eine gemeinsame Lösung zu finden. Vielleicht kann Markus ja offiziell Untermieter werden, wenn der Vermieter zustimmt.

2. Informiere den Vermieter (vorsichtig): Das ist ein bisschen tricky. Einerseits bist du verpflichtet, den Vermieter über die Situation zu informieren. Andererseits willst du vielleicht nicht gleich den ganz großen Alarm auslösen. Sprich mit Kevin ab, wer den Vermieter informiert und wie. Vielleicht kann Kevin das Gespräch führen und versuchen, die Situation zu erklären.
3. Setzt eine Frist: Wenn Markus nicht freiwillig auszieht, müsst ihr ihm eine angemessene Frist setzen. Was "angemessen" ist, hängt von den Umständen ab. Aber eine Woche ist wahrscheinlich zu kurz. Ein Monat wäre realistischer. Setzt die Frist schriftlich und gebt Markus das Schreiben nachweislich (z.B. per Einschreiben oder persönlich mit Zeugen).

4. Anwalt einschalten: Wenn Markus nach Ablauf der Frist immer noch da ist, solltet ihr euch rechtlichen Rat holen. Ein Anwalt kann euch sagen, welche Schritte ihr jetzt unternehmen könnt, um Markus aus der Wohnung zu bekommen. Das kann teuer sein, aber es ist besser, als am Ende selbst Ärger zu bekommen.
Und was, wenn alles nichts hilft?
Im schlimmsten Fall müsst ihr eine Räumungsklage anstrengen. Das ist ein langwieriger und teurer Prozess. Aber wenn Markus sich weigert, auszuziehen, bleibt euch oft keine andere Wahl. Denkt daran: Der Vermieter kann euch kündigen, wenn ihr den unbefugten Untermieter nicht loswerdet!
Fazit: Lieber frühzeitig handeln
Die Geschichte mit dem unbefugten Mitbewohner ist wie ein kleiner Brandherd. Wenn du ihn frühzeitig löschst, ist alles gut. Wenn du ihn ignorierst, kann er sich zu einem Flächenbrand ausweiten, der dich und deine WG in den Ruin treibt. Also: Sei proaktiv, sprich mit Kevin, informiere den Vermieter (wenn nötig) und sorge dafür, dass Markus entweder offiziell Teil der WG wird oder sich ein neues Zuhause sucht. Denn am Ende willst du ja nur in Ruhe deine Spaghetti Carbonara genießen können, ohne Angst vor rechtlichen Konsequenzen haben zu müssen. Und das ist dein gutes Recht!
